Brighton. Sarah.
Innerhalb von Minuten brach Chaos aus. Sarah wusste nicht, ob Will eine Ablenkung gebraucht hätte, aber nun war sie da. Sofort stürmten drei Wächter auf die beiden zu, einer nahm den Pfarrer und der andere Pirenfer zur Seite. Der Dritte - eine durchtrainierte Frau - packte Sarah an den Arme, riss ihr das Messer aus der Hand und schliff sie weiter auf dem Altar zurück, wo ein kleiner, offener Nebenraum war, in dem Sarah zu Boden geschubst wurde. Ihr Kleid hatte bereits Flecken und mehrere Risse zierten den Saum.
Neben sich wurde Pirenfer auf einer Couch abgesetzt, mit einem Kissen drückte man ihm auf den Arm. Sarahs Wächterin legte das blutverschmierte Messer auf einem Beistelltisch ab und warf Sarah einen warnenden Blick zu, als diese es anschaute. Der Pfarrer war nirgends zu sehen - nur das Kreischen und Schritte des Publikums war zu hören.
„Seht nach, was da draußen los ist", presste Pirenfer zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Als die zwei Wächter unsicher stehen blieben, stieß er einen wütenden Schrei aus. „Na los!"
Wie aufgeschreckte Hühner wuselten sie nach draußen, während Sarah langsam aufstand. Das Kissen war mittlerweile mit Blut vollgesogen. Er bräuchte einen Druckverband, Panikstellung und Morphium. Sie schüttelte sich, um diese Gedanken loszuwerden und ging einen Schritt rückwärts. Pirenfer wandte sich ihr langsam zu.
„Und, wolltest du das hier?" Er nickte in Richtung seines Arms, zuckte dann aber zusammen. „Vor der Zeremonie noch eine Sauerei anrichten, um die Hochzeit zu verzögern?"
„Sie wollte die Hochzeit verhindern, du aufgeblasener Trottel." Durch die Tür kam eine großgewachsene, schlanke Person spaziert, die einen Arm senkrecht von sich weghielt - die langgliedrigen Finger hielten seelenruhig eine Waffe, die auf die Brust des Silberhaarigen gerichtet war.
Will.
Sarahs Knie zitterten. Er war da. Hilfe war da. Sie würde gerettet werden.
Pirenfer neben ihr zischte, als auch noch Jack hinter Will auftauchte.
„Wilson Glenn und Jack Catrall." Pirenfer sah sie wutentbrannt an. Dann sah er Sarah an. „Dein schwarzer Ritter ist hier, Liebste. Nun kannst du abwägen - schwarz oder weiß, schwarz oder weiß?" Er verfiel am Ende des Satzes in einen Singsang, während er langsam aufstand. Trotz der Stichwunde war er erstaunlich sicher auf den Beinen. Will verfolgte sein Ziel mit der Waffe, als Pirenfer den gesunden Arm hob.
„Ruhig, ruhig, verehrter Herr. Man darf wohl noch aufstehen."
„Nein, gestatte ich nicht", bestimmte Will. Mit wütenden Augen verfolgte er jede Bewegung, die Pirenfer machte.
Dann ertönte ein lauter Knall - so als wäre der Kirchenpflock umgefallen oder eine Bank aus den Angeln gerissen geworden. Im Raum zuckten alle zusammen, und Will war für einen Moment abgelenkt.
Pirenfer nahm mit dem heilen Arm das Messer, packte Sarah am Kleid, riss sie zu sich und hielt ihr die blutige Klinge an den Hals. Sofort richtete Will wieder seine Waffe auf ihn.
Sarah schnappte nach Luft, als das Messer ihr in den Hals schnitt und ein dünnes Rinnsal sich ihre Haut hinunter bahnte. Pirenfer lachte; es hörte sich seltsam verzweifelt und verloren an.
„Sie ist so wunderschön, nicht wahr? Fast zu schade um zu sterben." Er zeichnete mit der Klinge Sarahs Kiefer nach. „Eigentlich wollte ich es ja mit dir aufnehmen, Glenn. Aber ich wusste von Anfang an, dass ich gegen dich keine Chance haben werde - und was bleibt mir anderes übrig?" Er schluchzte, und Sarah erstarrte. Will sah sie angsterfüllt an.
„P.."
„Halt den Mund!", brüllte Pirenfer, wobei Speichel an Sarah vorbeiflog. Er war außer Kontrolle. Angst überkam sie. „Wenn ich sie nicht haben kann", er schüttelte Sarah, „dann verdient sie niemand. Niemand, hörst du? Nicht einmal der gebrochenste Junge auf dieser verdammten Welt."
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His Own Salvation.
Misteri / ThrillerSeine persönliche Erlösung. „Niemand bemerkte, wie schuldig er sich fühlte, sie sahen nur seine Schuld. Niemand sah den Schmerz, in dem er sich befand, sie sahen nur den Schmerz, den er verursachte. Niemand merkte, dass er sich selbst hasste, weit m...
