Kapitel 22.03

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... Schwarz. Und dann abermals ein neues Bild. Mein mittlerweile ungefähr 12 jähriges Ich rennt. Immer weiter die weißen Gänge entlang. Ich blicke nach hinten und sehe: Alby, George, Harriet, Newt, Sonya, Melia, Minho, Aris, Thomas, Winston und Gally hinter mir, ebenfalls rennend. Als ich wieder nach vorne blickte, sah ich plötzlich nur noch weiß, ehe ich auf meinen Po fiel. Ich bin wohl in etwas reingelaufen. ,,Was macht ihr denn hier?", na toll, ich bin nicht in ETWAS sondern in JEMANDEN reingelaufen. Ich rappele mich wieder auf und sehe nach oben. Frau Dr. Ava Paige steht vor mir und sieht auf mich hinab. ,,Ähm, ich...ich...habe nach Ihnen gesucht!", das war natürlich gelogen, eigentlich wollte ich nur schleunigst weg von hier, ,,Sie wissen doch, ich habe diese Albträume....". lüge ich einfach frech weiter. Wow, jetzt umarme ich diese Frau auch noch! ,,Und der Rest, was macht der hier?", sie sieht einmal fragend in die Runde. ,,Newt wollte mich nicht alleine lassen, weil er nicht wusste wohin ich renne...", fällt mir rechtzeitig noch ein. ,,Und die anderen? Melia, Gally, Sonya-",,Also ich dachte, die spielen fangen. Newt, der Fänger und Ellena die, die gefangen wird", lügt auch Melia nun. ,,Aber das stimmt doch gar nicht, wir wollten doch-" Sonya bekommt einen unauffälligen Tritt von Minho. ,,- Ähhh....Newt fangen!"
Das war ja mal knapp, Gott, sende ein danke an Minho.
Ich muss irgendwie schmunzeln. Wir haben es tatsächlich so weit gepackt, als Kinder, und retten uns gerade noch mit Verstand und Notlügen. Man könnte meinen, wir seien intelligenter als manch andere Menschen. ,,Ist ja gut. Geht jetzt aber bitte wieder auf eure Zimmer!", ,,Dürfen sie heute Nacht bei uns schlafen?", frage ich, ich hab noch einiges mit ihnen zu besprechen.... ,,Nein!", entgegnet Frau Paige mir, doch ich mache große Augen und umarme sie noch fester. ,,Na-...Naguut, aber es wird geschlafen!", sagt sie streng an. Ich nicke energisch mit dem Kopf, drehe mich um und renne wieder mal los. Die anderen verfolgen mich. Mal wieder..... Und ja, wundert euch nicht allzu sehr, ich wohne bei dieser Frau Paige. Sie hat in den ersten Wochen so einen Gefallen an mir gefunden, dass sie darauf besteht, dass ich bei ihr wohne. Doch ich will nicht ohne meine Geschwister bei IHR leben müssen, also war der einzige Kompromiss, dass meine Geschwister, ebenfalls bei ihr wohnen konnten, und es ihnen noch einen Ticken besser ginge. Die anderen Kinder tuen mir leid. Sie müssen sich meist mit 20 anderen Kindern ein Zimmer mit Betten teilen und haben nicht so gemütliche Betten wie wir. Deshalb tue ich ihnen den Gefallen, bei mir schlafen zu können.
Wir sind endlich angekommen. Ich drücke die Tür auf und lasse alle in das Appartement eintreten. Alles ist schlicht in weiß gehalten. Sollte ich diese Farbe die nächsten 10 Jahre noch sehen müssen, würde ich wahrscheinlich verrückt werden! Naja, falls wir noch solange hier bleiben. Es verschwindet jeden Monat ein anderes Kind. Aber nur in den anderen Gruppen, und auch nur bei den Älteren. Ich verstehe das nicht und will der Sache auf den Grund gehen. Aber jetzt erstmal zurück zum hier und jetzt. Der Eingangsbereich ist recht groß, und führt sofort in eine Küche mit Insel. Eine Tür führt direkt von der Küche, in das benachbarte Esszimmer. Dort führt eine Tür in das angrenzende Wohnzimmer. Es ist echt sehr groß, aber wirkt trotzdem nicht gemütlich. Die große Couch hat eine Seite die man ausfahren kann, sodass eine große Liegefläche entsteht. Wenn man das Wohnzimmer verlässt, steht man in einem Flur mit zwei Treppen. Die eine führt nach oben, zu den Schlafzimmern von mir und meinen Geschwistern und unserem Badezimmer und die andere führt nach unten in den Keller, mit einem weiteren Badezimmer, dem Schlafzimmer von Frau Paige und einem extra Spielezimmer von Sonya, dessen Boden mit vielen Matratzen ausgepolstert ist.
Ich bringe die anderen Kinder erstmal ins Wohnzimmer, nehme Minho und Gally mit, renne dann in das Zimmer von mir (+ Geschwister, schreibe ich jetzt aber nicht immer dazu 😂❤) und in Sonya's Spielezimmer und hole mit ihnen mehrere Matratzen. Gemeinsam stapelen wir sie und bringen sie in das Wohnzimmer. Wir legen die Matratzen so hin, das wir eine große Matratzenlandschaft haben. Ich hole noch ein paar Kissen und Decken und gebe jedem Kind jeweils ein Kissen und eine Decke. Doch wir haben nicht wirklich vor zu schlafen. ,,Alsoo, ich finde, wir sollten uns ein bisschen besprechen und ein paar Ideen sammeln, der erste Plan hat ja nicht wirklich funktioniert, aber wir sollten nicht aufgeben.", fange ich erstmal ein Gespräch an. ,,Also ich könnte euch zeigen, wie man kämpft und mit Waffen umgeht!", meldet sich Gally sofort zu Wort. ,,Wozu? Um Sonya's Teddybären Angst einzujagen?", entgegnet Minho. Gally funkelt ihn kurz an: ,,Nein, um euch zu zeigen, wie ihr euch gegen die wehren könnt, falls was sein sollte!" Minho schnaubt nur und er wollte vermutlich sowas wie ,,eine Mini-Armee aus Kindern. Nehmt euch in acht, ihr Teddybären!", erwidern, doch ich unterbreche ihn: ,,Find ich gut, es wäre sicher praktisch, wenn man nicht gerade wegen einem Soldaten alle Pläne verwerfen muss, nur weil wir nicht wissen, wie wir an ihm vorbeikommen. Sonst noch Vorschläge?" ,,Wir könnten tarinieren. Also zum Beispiel joggen gehen oder so", schlägt nun Minho vor. ,,Wozu, um mit Ava fangen zu spielen?", fragt nun Gally schnippisch. ,,Ach Leute, hört auf euch wie einjährige Babys zu verhalten!", doch Minho und Gally hören natürlich nicht auf Alby und sehen ihn erst entsetzt an als er: ,,Einjährige Mädchen!" hinzufügt. Sonya und Harriet sehen die Jungs nun auch entsetzt aber vor allem böse an: ,,Ey! Wir verhalten uns immerhin nicht so wie Babys! Ihr, die groooßen Jungs, zickt hier die ganze Zeit rum!". ,,Leute, wenn wir streiten bringt uns das nicht weiter, wir sollten gerade in so einer Lage zusammenhalten! Hört euch gegenseitig einfach mal zu und dann sehen wir weiter!", Newt beruhigt die Lage wieder, wie so oft. ,,Danke Newt, also, sonst noch Vorschläge?", fragte ich erneut, als sich das große Gezicke endlich gelegt hatte. Newt hat da ein Händchen für. Er kann immer wieder alle zusammen bringen. Stolz keimt in meiner Brust auf. Mein Bruder würde es sicher weit bringen. ,,Hier", Thomas zeigt uns eine Karte vom gesamten Gebäude, ,,Hier wollen wir raus....und hier.....", er fährt mit dem Finger über die Karte, ,,hier sind wir. Wenn wir's soweit packen, stellt sich immernoch die Frage, wie wir durch diese Türen kommen" ,,Du hast Recht, aber das kann ich übernehmen. Ich werde hier die Luftschächte zum Kontrollraum langgehen, dieses Tor öffnen und dann hier hin kommen. Hier werden wir uns dann wieder treffen und dann können wir weitergehen", erläutert Aris kurz und zeigt verschiedene Stellen auf der Karte. So werden über den Abend verteilt noch viele Ideen eingebracht, bis wir irgendwann einen richtigen Plan zusammen hatten. Wir legten uns irgendwann dann doch schlafen. Sie alle haben jetzt, obwohl sie nur auf Matratzen liegen gemütlichere Betten als sonst und waren somit ausgeschlafen für den nächsten Tag, an dem der Plan vollzogen werden soll. Doch er scheiterte und als wir erwischt wurden und sie alle bestraft werden sollten, hielt ich, als Führerin meinen Kopf hin und redete alles so zurecht, dass die Strafe für die anderen nur sachte war. Sie mussten nur einen Tag in der Cafeteria mithelfen und Aufräumen und so. Ich hingegen.....naja, ich bekam eine Einzelzelle und durfte die anderen für die nächsten Wochen nicht sehen. Im Prinzip war es nur ein kleines Zimmer, mit angrenzendem Bad. Ich würde schon nicht umkommen.....

Me, The Maze And HeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt