Umzug

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Kapitel 7 ~ Umzug

Daddy kannst du uns die Geschichte von dir und Mama weiter erzählen", fragt Valentina unsere erste Tochter und sieht mich interessiert an. „Klar, dann machen wir jetzt einen kleinen Sprung in den Dezember", erwidere ich.

Ich fuhr mit dem Fahrrad morgens zu Jona. Heute war der vorletzte Schultag vor den Ferien. Zudem auch die Schulvollversammlung. Sie öffnet unten die Tür und begrüßt mich mit einem sanften Kuss. Sie scheint nervös zu sein, das wäre ich an ihrer Stelle aber auch.

„Hey du schaffst das schon", hauche ich und streiche ihr über die Wange. Sie lacht auf und sagt: „Du musst wenigstens nicht vor der ganzen Schule stehen und eine Präsentation halten." „Du hast es dir selbst ausgesucht Maus", sage ich und hauche ihr noch einen Kuss auf die Lippen. Sie brummt, gemeinsam gehen wir in die Schule und begrüßen im Klassenzimmer Frau Langer. Wir setzen uns an unseren Platz, den wir auch das letzte mal besetzen werden, da die Klassen aus dem Gebäude in einen neuen Bau ziehen müssen, da der Altbau saniert wird. Daniela kommt ins Zimmer und ruft: „Und Jona schon bereit?" Jona sieht mich nervös an, sie atmet tief durch und steht auf. Ich folge ihr kaum merkbar und halte sie fest, bevor sie weg gehen kann. „Du schaffst das! Ich glaube an dich", meine ich und gebe ihr einen Kuss. Nachdem sie sich von mir löst, nickt sie zögerlich. „Mitten an der Klassenzimmertür herumknutschen ist echt uncool", meckert Emanuel und grinst. Er meldet sich kurz bei Frau Langer an und geht dann bei den Mädels mit. Ich setze mich wieder und trinke einen Schluck aus meiner Wasserflasche. Kurz darauf kommt auch Tom ins Klassenzimmer und begrüßt mich wie immer mit einem Handschlag.

Die Schulvollversammlung beginnt, die Schülersprecher begrüßen alle und danach ist auch schon Jona dran. Meine Finger verschränken sich, sie ist echt gut im Reden. Zu mindest wirbt sie gut. Die Vollversammlung vergeht schleppend. Die Schulleiterin, braucht ewig, bis sie fertig ist und da steht sie wieder vorne. Meine Freundin und bedankt sich bei den wichtigsten Menschen von unserer Schule. Emanuel sagt als Schülersprecher zum Schluss noch kurz etwas und dann sind die Kleinsten entlassen. Wir schauen uns jetzt scheinbar noch in der Turnhalle einen Film an. Jona kommt zu mir. Ich strecke meine Arme aus und umarme sie. Ich drücke ihr einen Kuss auf die Wange und sage voller Stolz: „Ich bin so stolz auf dich. Das hast du super gemacht!" Sie lächelt mich erleichtert an und schlingt ihre Arme um mich. Man merkt deutlich wie die Last von ihren Schultern fällt.

Meine Hand greift nach ihrer und ich ziehe sie mit zu Tom, Ivonne, Sophia und Verena. Verena umarmt ihre Freundin und sagt: „Das hast du super gemacht." „Danke", lächelt sie und streicht sich die Haare hinters Ohr. „Ich muss natürlich auch sagen, dass man bei dir am liebsten zugehört hat", meint Tom und zwinkert ihr zu. Der alte Nörgler. Wir setzen uns auf die Matten, die Tom und die anderen Mädels geholt haben. Sie machen es sich alle richtig bequem, ich lege meinen Kopf auf Jona's Oberschenkel. Sie lächelt mich an und streicht mir durch die Haare. Sie zeichnet die Konturen meines Gesichts nach, was echt einschläfernd auf mich wirkt. Genüsslich verschränke ich meine Hände auf meinem Bauch und lächle. Ich spüre ihre weichen Lippen auf meinen. Mein Herz fängt an zu pochen, mein Lächeln wird breiter. Nachdem sie sich von mir gelöst hat, legt sie ihre Hand wieder auf meine und krault mir wieder durch die Haare. Wäre ich jetzt eine Katze würde ich mit Schnurren anfangen und mich an sie schmiegen. 

„Nico ich muss dir was erzählen, was am Wochenende passiert ist", flüstert sie. Ich öffne meine Augen und sehe sie fragend an. „Naja du weißt doch das meine Großtante verstorben ist und jetzt suchen wir wie verrückt ihren Geldbeutel. Wir haben den ganzen Schrank ausgeräumt, aber da war nichts. Doch du wirst mir nicht glauben was ich gefunden habe", meint sie und fängt an zu kichern. Ich sehe sie erwartungsvoll an. Sie beugt sich runter und flüstert: „Eine selbst genähte Strapse aus Handtüchern." Meine Augen ziehen sich kurz zusammen und ein belustigter Ausdruck erscheint in ihnen, meine Lippen ziehen sich zu einem Lächeln, als ich frage: „Sowas hat sie getragen?" „Meine Mama hat erzählt, dass sie keine Strumpfhosen mochte, weswegen sie Strapse genäht hat.", erwidert sie. „Sollen wir dir mal helfen", fragt mich Tom. „Das ist keine schlechte Idee Tom. "Sollen wir euch auch helfen", fragt Verena und sieht meine Freundin an. „Das wäre echt cool, ich frag mal zuhause nach und dann schreib ich in unsere Gruppe", meint Jona und sieht uns glücklich an. An ihrem Gesichtsausdruck kann man erkennen, dass sie fragen wollte aber sich nicht getraut hat.

Love JonaWo Geschichten leben. Entdecke jetzt