Kapitel 4

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Anton hatte sein Wort gehalten. Pünktlich um acht Uhr stand sein Team vor unserer Tür. Kurz zeigte ich ihnen was sie alles putzen sollten. Leise schlich ich mich in die Zimmer meiner Brüder und holte ihre Anzüge. Mit diesen und meinem Abendkleid im Gepäck fuhr ich in die nächste Stadt zur Reinigung. Dort bekam ich gesagt das ich alles schon am nächsten Tag abholen könnte. Eigentlich hatten sie gesagt, dass das etwas dauern könnte, aber nach ein bischen Gedanken manipulation, konnte ich die Sachen schon am nächsten Tag fertig abholen.

Wieder zu Hause schrubbte ich jede Oberfläche bis ich einigermaßen zufrieden war. Ich war echt zu einem langweiligen Hausfrauchen mutiert. Irgendwann hau ich ab. Sollten die doch alle schauen wo sie bleiben! Ich muss alles machen um dann alle 50 Jahre mal zu hören, dass ich meine Arbeit gut mache. Ich polierte auch noch alle Leuchter und räumte sogar unsere Bibliothek aus und wieder ein (nachdem ich alles entstaubt und sauber gemacht hatte). Danach war ich allerdings immer noch nicht fertig. Ich holte die teuren Kristallgläser aus der küche uns polierte auch diese. Es war schon zehn Uhr abends als ich die Gästezimmer vorbereitete. Jedes Zimmer hatte eine Minibar mit Blutkonserven, eine Mikrowelle zum Erwärmen und ein eigenes Badezimmer.

Ich bezog die Betten und legte Handtücher zu recht. Es fehlten nur noch die Blumen, dann war alles perfekt. Hoffentlich auch perfekt genug für Lothar und seinen Gast! Wenn es nicht perfekt war, würde Lothar mich wieder bestrafen!

Panik überkam mich als ich mich auf mein Bett legte. Meine Gedanken hinderten mich daran einzuschlafen! Ich weiß nicht was mehr in mir vorhanden war Panik vor Lothar und seiner Bestrafung falls nicht alles so war wie er es sich vorstellte. Dazu müsst ihr wissen er hatte mich schon einmal fast verhungern lassen und das nur weil ich ihm in die Augen gesehen hatte. Verhungern dauert Jahre bei einem Vampir. Er hielt mich um genau zu sein elf Jahre in seinem Keller gefangen. Oder die Neugir wer wohl der Gast war und wieso Lothar ihn mitbrachte.

Lothar gehörte dem Rat der Ältesten an. Denn nein es gibt nicht drei psychopatische, nach Macht dürstende Brüder, die über uns bestimmen, sondern einen Rat. Bei diesem Rat handelt es sich um zehn Vampire, die die Gesetze machen und für unsere Sicherheit sorgen. Allerdings sind es nicht die ältesten Vampire! Sie müssen zwar über 900 Jahre alt sein, aber es zählt mehr wie politisch sie denken und wie intelligent sie sind. Vielleicht braucht Lothar mal wieder eine Auszeit vom Rat und wollte bei der Gelegenheit einem Freund oder Unterstützer seine Kinder vorstellen! Dazu muss man erklären, dass Lothar jeden den er verwandelte für seine Kinder hält. Allerdings hat Lothar auch nur uns acht Geschwister verwandelt, also hatten wir nicht noch mehr "Geschwister" und es war nicht zu seltsam.

Ich zog mir über mein rosanes Negligee einen weißen Satinbademantel an. Barfuß schlich ich mich aus dem Haus. Ich konnte nur hoffen das meine Brüder nichts davon mitbekamen, dass ich Nachts in diesem Aufzug das Haus verließ. Das sie mit mir machen würden wäre sehr viel schlimmer als elf Jahre in einem Kerker gefangen zu sein.

Wie ein Dieb schlich ich mich durch unseren eigenen Garten. Mitten im Wald versteckt floss ein kleiner Bach. Oft kam ich abends oder nachts hier her, wenn ich nicht schlafen konnte. Schweigend setzte ich mich auf einen großen mit Moos bewachsenen Felsen und zog die Beine an. Ich starrte einfach nur auf den Bach. Das leise plätschern beruhigte mich immer. Entspannt schloss ich die Augen und legte mich auf den Felsen. Plötzlich hörte ich etwas knacken. Erschrocken riss ich die Augen auf. Bevor ich richtig reagieren konnte, presste der Fremde seine Hand auf meinen Mund und erstickte somit meinen Schrei. Denn direkt über mir lag eine Mann. Ich hörte keinen Herzschlag also musste er auch ein Vampir sein. Ängstlich schaute ich ihn an.

"Ich hatte irgendwie eher erwartet das du dich wehrst zumindest das du mehr machst als einen kurzen Schrei rauszulassen", brummte der Fremde mit der unglaublichsten Stimme, die ich jemals gehört hatte. Ich starrte einfach weiter in seine Augen. Sie waren von einem so intensiven Grün, das es sogar für einen Vampir ungewöhnlich war. Endlich nahm er seine Hand von meinem Mund, aber von mir runter ging er immer noch nicht.

"Ich bin nicht dumm und auch nicht hochmütig. Ich rieche das du älter bist. Ich hätte keine Chance gegen dich. Es wäre allerdings sehr nett wenn du von mir runter gehen würdest. Ich muss wieder zurück."

"Oh nein, meine Süße. Du bleibst schön hier. Deine Brüder schlafen und sie werden nicht erfahren, das du weg warst so lange du noch etwas bei mir bleibst."

Erschrocken schnappte ich nach Luft.

"Woher-"

"Du hast doch gesagt du wärst nicht dumm. Ich bin alt und habe viele Feinde, da komme ich doch nicht einfach in irgendeine Gegend ohne mich vorher zu informieren welche Vampire dort wohnen", lachte mich der Fremde aus.

Beleidigt und schmollend lag ich auf einem Felsen, über mir ein Fremder, der mich auslachte. Mein Leben ist ein Witz! Ich bin ein Fabelwesen, das in einem Haus wohnt, dessen Vorbild das Haus aus einer Fantasiegeschichte ist, und meine Brüder sind in ihrer Zeit hängen geblieben. Meine besten Freundinnen sind ebenfalls Fabelwesen, auch wenn nicht alle Vampire sind. Und zu guter letzt werde ich auch noch durch ein anderes Fabelwesen ausgelacht! Mein Leben könnte nicht besser verlaufen.

"Ach, Süße sieh doch nicht immer alles so pessimistisch. Du bist hübsch, hast eine super Figur, anscheinend sogar Manieren und deine Modegeschmack", grinsend biss der Fremde sich auf die Unterlippe. "Der ist auch ganz passabel", grinste er dreckig.

Perversling!, zischte ich innerlich.

"Du bist wirklich niedlich, wenn du versuchst deine Wut nicht rauszulassen. Pass bloß auf das du nicht irgendwann explodierst", flüsterte er in mein Ohr. Neckend strich er mit seiner Nasenspitze an meiner Ohrmuschel entlang, um dann in mein Ohrläppchen zu beißen. Gegen meinen Willen keuchte ich auf.

"Oh, mein kleiner Engel, wir zwei werden noch viel Spaß zusammen haben", flüsterte er in mein Ohr.

268 Jahre 16Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt