chapter 17

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"Wer bist du?", fragt Sammys kleine Schwester. "Liv", antworte ich knapp. 

Ich werde Sammy nie verzeihen, dass er mich mit seiner kleinen Schwester alleine gelassen hat. Ich kann Kinder einfach nicht leiden. Immer diese Neugierde und die Wissenslust. Sie müssen ständig beschäftigt werden, sonst quälen sie einen nur und gehen auf die Nerven. 

"Und was machst du hier, Liv?", fragt sie und lächelt mich an. "Ich warte, bis dein Bruder wiederkommt" "Und warum hast du keine Hose an? Ist das nicht Sammys T-Shirt?", fragt sie. "Ich brauche keine Hose. Und ja, das ist sein T-Shirt. Er hat es mir geborgen" Dass mein Körper zu schwitzig und meine eigenen Klamotten einfach nur auf meiner Haut picken würden, da sie enger als Sammys sind, lasse ich aus. Immerhin möchte ich sie nicht fürs Leben traumatisieren. Das dürfen Sammys zukünftigen Freundinnen machen. Sobald ich von LA weg bin, bin ich auch von Sammy weg. Und meinen Brüder. Grams und Leon behalte ich vielleicht. 

Sammys kleine Schwester - ich habe keine Ahnung, wie sie heißt - schaut mich skeptisch an und fragt mich daraufhin, ob ich zu ihrer Teeparty möchte, was ich mit einem "nein, nerv mich nicht" ablehne. 

Jedes Wort, das sie sagt, senkt meine Stimmung, umso erleichterter bin ich, als Sammy endlich durch die Türe kommt. "Endlich", flüstere ich mehr zu mir selbst als zu Sammy, allerdings hat er das gehört und grinst mich blöd an. "So schlimm?", fragt er lachend. Ich nickt wortlos. "Was ist so schlimm?", fragt die Kleine. "Nichts", sage ich schnell. Sammys kleiner Bruder dagegen nimmt diese Möglichkeit und sagt: "Sie mag mich nicht" 

"Ich mag sie auch nicht, sie will nicht zu meiner Teeparty kommen", schmollt sie und verschränkt ihre Arme. Ich überdrehe meine Augen. "Warum nimmst du nicht Kyle zu deiner Teeparty, Charlie, hm?", schlägt er vor. Sofort schwingt sich die Stimmung von Charlie um 180 Grad und sie nimmt ihren kleinen Bruder bei der Hand.

"Mach das nie wieder", zische ich Sammy zu. Er kommt auf mich zu und breitet seine Arme aus, um mich in ihnen einschließen zu können. "Du brauchst noch so viel Training, bis wir zu einer Großfamilie werden können. "Ich habe fünf Geschwister, es kommt nicht noch jemand dazu", murmle ich. "Keine Kinder für mich" Sammy löst sich von mir und streicht mit seinem Daumen über meine Wange. "So jung und naiv", flüstert er. 

Ich schlage seine Hand weg und sage: "Ich werde jetzt sowieso meinen Bruder anrufen, ich habe noch etwas vor" "Welchen? Ich habe das Gefühl, dass zwei Drittel von ihnen nicht zögern würden, mich umzubringen", sagt er. Ich überdrehe meine Augen und sage: "Leon. Die anderen denken wahrscheinlich noch immer, dass ich mit Adam in einer Beziehung bin" "Ahja, warum steht denn euer Deal nicht mehr?", fragt Sammy neugierig. "Adam ist eine kleine Bitch und regt sich darüber auf, dass ich mit dir auf der Party rumgemacht habe. Bevor wir über irgendetwas, was den Deal anbelangt, reden konnten, ist er wütend abgerauscht", erkläre ich ihm und zucke mit den Schultern. 

Ich wähle die Nummer meines Bruders und erkläre ihm, wo ich bin. Er sagt, dass er in spätestens fünf Minuten vor dem Wohnblock steht. Ich schnappe mir mein Kleid, das wir früher achtlos in die Ecke geworfen hatten, und nehme meinen Rucksack, sowie eine Zigarettenschachtel, bei der ich mir sicher bin, dass sie nicht mir gehört. "Also, Bye", verabschiede ich mich und drücke ihm noch einen schnellen Kuss auf den Mund. 

Ich schlüpfe in meine Schuhe, die im Stiegenhaus stehen und laufe vor die Haustüre, wo ich nur wenige Minuten warten muss, bis Leon sein Auto - eigentlich gehört es Levi - vor mir zu stehen bringt. "Nettes Shirt", sagt er und ich blicke auf mich hinab. Bis jetzt habe ich nicht wirklich darauf geachtet, was auf dem dunkelgrauen Fetzen abgebildet ist, aber es ist eine Band, die wundervoll in meinen Kleiderschrank passt. 

"Danke", erwidere ich lächelnd. Ich setze mich auf den Beifahrersitz und schnalle mich an. Ich greife in den Rucksack, in den ich die Zigarettenschachtel geworfen habe, und ziehe diese heraus. Ich biete Leon eine an, die er dankend annimmt, und reiche ihm das Feuerzeug, nachdem ich damit meine Kippe angebunden hatte. 

"Also, sag schon, wie war es?", fragt Leon nach einer Weile. "Ich schwöre es dir, er frisst mir aus der Hand", antworte ich ihm und klatsche mit ihm ab, als er mir seine Handfläche hinhält. 

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