Kapitel 7

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...die Flasche stoppte schließlich. Ich sah die Flasche an und folgte dann der Richtung der Flasche.

Das durfte nicht wahr sein... sie zeigte auf Alec. Mein Magen verkrampfte sich. Ich sah ihn an, um seine Reaktion wahr zunehmen. Doch ich konnte nicht sehen, was er dachte.

"Ich kann auch ruhig nochmal drehen. Du hast ja schließlich eine Freundin und bist heterosexuell", sagte ich dann entschlossen. Ich war traurig, denn da habe ich schon Alec bekommen und kann mich noch nicht einmal freuen.

Ich habe auf keine Reaktion von irgendjemanden gewartet und habe mir einfach die Flasche genommen. Kurz bevor ich die Flasche drehte schloss ich kurz meine Augen und atmete einmal durch.

Ich konnte ja eigentlich nur ein Mädchen küssen, da alle anderen heterosexuell sind.

Die Augen immer noch verschlossen, bemerkte ich auf einmal eine Wärme in meiner Nähe. Ich erschrak leicht als jemand meine Wange berührte. Ich wusste nicht, was ich tun sollte.

Ich öffnete meine Augen und sah Alec direkt in die Augen. Bevor ich irgendwas sagen konnte, küsste er mich.

Träume ich gerade? War das alles gar nicht echt? Würde ich jetzt einfach aufwachen und alles wäre zuende? Doch das passierte nicht.

Er küsste mich gerade wirklich. Seine Lippen waren so weich und sein Körper so warm. Es war so ein Kuss wie aus einem kitschigem Liebesfilm. Einfach ein perfekter Kuss. Naja, er wäre perfekt, wenn die anderen nicht da wären.

Er löste sich sanft von mir und blickte mir in die Augen. Wow, das war unglaublich. Ein alltäglicher Kuss, doch schließlich war es unser erster.

Anschließend lehnte er sich wieder zurück auf seinen Platz, doch ich war immer noch geschockt von der Situation. Erst jetzt bemerkte ich die Reaktionen der anderen. Sie waren genau so geschockt, wie ich.

"Gedreht ist gedreht. Da kann ich auch nichts dran ändern", sagte Alec. Ich weiß nicht, wie ich das jetzt verstehen soll. Hat er mich geküsst, weil er es wollte oder hat er mich geküsst, weil er sich dazu verpflichtet gefühlt hat?

"Es ist schon spät und ich bin echt müde. Wenn ihr nicht Nach Hause wollt, könnt ihr von mir aus auch gerne auf dem Sofa schlafen", schlug Alec vor. Er stand auf und brachte den Müll, der herum lag, in die Küche und warf ihn weg.

Einer nach dem anderen stand auf, doch ich stand als letztes auf. Ich war immer noch geschockt von der Situation.

Ich sah Jace in die Küche gehen und ich konnte einfach nicht anders als zu lauschen. Ich weiß, dass ich das vielleicht lieber nicht tun sollte.

"Hey Alec. Das war ja gerade krass, wie du Mganus geküsst hast. Ich hätte mich einfach an deiner Stelle geweigert. Ich bin ja nicht schwul", sagte Jace.

Wow, das war ja mal wieder typisch Jace. Ich hätte ihn vielleicht auch nicht küssen wollen. Jace sieht zwar echt gut aus, aber er kann manchmal echt ein Arsch sein.

"Denkst du ich? Ich hab ihn nur geküsst, weil sich Clary und Izzy auch geküsst haben und die Flasche schließlich auf mich zeigte. Außerdem wollte ich ihn echt nicht küssen, guck ihn dir doch mal an. Aber ich wollte halt kein Spielverderber sein", sagte Alec lachend.

Lachte er mich gerade aus? Das war zu viel für mich. Ich verdrückte mir die Tränen. Ich ging schnell zu Raphael, der gerade mit Izzy redete.

Ich nahm ihn beim Arm und marschierte Richtung Tür. "Hey Magnus. Was ist denn los? Warum willst du denn gehen? Ich habe mich gerade mit Izzy unterhalten."

"Ich erkläre dir das später, aber bitte komm jetzt einfach mit", flehte ich ihn an. Er nickte. Er ging noch kurz zu Izzy, um sich zu verabschieden.

Ich ging schon mal vor, denn ich wollte so schnell wie möglich hier weg. Als ich mir die Jacke angezogen hatte und nur noch ein paar Schritte von der Haustür entfernt war, hörte ich gerade Alec, ohne Jace, hinter mir.

"Warum willst du denn schon gehen? Ich habe dir doch angeboten hier zu schlafen, wenn du willst." Will er mich jetzt komplett verarschen?

Zuerst hatten wir einen tiefgründigen Moment in seinem Zimmer, dann hat er mich geküsst, obwohl er es nicht einmal musste, dann lästert er mit Jace über mich und jetzt bietet er mir an bei ihm zu schlafen.

"Nein danke. Dann kannst du besser mit Jace über mich reden. Falls es dir nicht aufgefallen ist, ich habe euch in der Küche gehört", sagte ich im ernsten und genervten Ton.

Er wusste nicht, was er sagen soll. "Aber das hatte ich ja gar nicht so gemeint. Ich bin halt nicht schwul und ich wollte nicht, dass Jace oder die anderen das denken", versuchte er mir zu erklären.

"Aber du hättest das ja auch einfach so sagen können und hättest nicht noch so welche Sachen über mich sagen müssen."

Jetzt ging es nicht mehr. Ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Er sah, dass ich weinte, doch er tat nichts."Ich... ich weiß nicht, was ich sagen soll."

"Okay, dann hätten wir das ja geklärt", sagte ich weinend. Ich schaute ihm noch mal ganz tief in die Augen, bevor ich mich umdrehte und aus der Haustür lief. Ich lief immer weiter und blickte nicht mehr zurück.

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