Kapitel 6

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Ich wandte meinen Blick befusst immer von der Bank ab.

Stattdessen schaute ich auf den schwarzen Bildschirm meines Handys.

Klar war das nicht die beste Lösung ,aber die Leute hielten mich sowieso schon für total bekloppt und ich wollte nicht unnötig NOCH MEHR Aufmerksamkeit auf mich ziehen.

Endlich kam der Bus. Ich stieg als Erste ein und setzte mich nach hinten.Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben.

Während der Busfahrt lasse ich meine Gedanken oft schweifen. Ich denke über den Tag nach oder was ich noch zu tun hab. Und darüber was und ob das alles Sinn macht. Immer wieder ging mir das Scheinbild meiner Schwester durch den Kopf.

Verdammt nochmal was meinte sie denn mit "schlafen" ?Ich konnte es mir einfach nicht erklären. Musste ich ja auch nicht.Sie ist tot.

Sie wurde grausam ermordet aber dafür kann ich doch nichts.

Sie soll mich einfach in Ruhe lassen und ich möchte normal trauern können.Das hieß für mich:Ihr frische Blumen ans Grab bringen und es pflegen.Aber auf den Friedhof traute ich mich schon lange nicht mehr,denn dort sah ich sie immer.

Der Bus hielt und ich stieg aus.Ich bekam langsam Kopfschmerzen von dem vielen Nachdenken.Also lief ich erstmal nach Hause und versuchte mich abzulenken.

Ich drehte den Haustürschlüssel im Schloss um.Aber warum war es so still?

"Mama?Papa?"

rief ich ängstlich und trat herein.Sie waren doch um diese Zeit immer schon zu Hause. Hmm.Ich stellte meine Schultasche ab und wagte einen Blick in die Küche.

Dort lag ein Zettel. "Sind ein paar Wege erledigen. Kommen in ein bis zwei Stunden wieder. Wir haben dich lieb.♥" Und dann die Signatur meiner Eltern. Na toll. Sie wussten doch ganz genau,dass ich es hasste allein zu sein! Also warum konnten sie das nicht wann anders erledigen?

Ich nahm mir ein wenig von dem gekochten und noch warmen Kartoffelbrei.

Es war alles so unheimlich ruhig.Sonst fragte meine Mutter mich immer wie die Schule war,obwohl ich ihr auch immer wieder erzählte, dass ich sie hasste und dort nie wieder gin will.

Ich stieg ich die knarksige Treppe herauf in mein Zimmer und begann zu essen. Doch dann hörte ich ein Geräusch.

"Was war das?" Eiskaltes Blut durchströmte meinen Körper. Ich stellte den Teller beiseite und schaute in den Flur. Langsam und leise schlich ich die Treppe herunter. Dann wieder.Ein Poltern!Ich erschrak.

Trotzdem schlich ich weiter nach unten. Meine Gänsehaut war ein deutliches Zeichen für meine Angst. Obwohl es erst 4Uhr und somit Nachmittags war,kam mir alles toral unheimlich vor.Ich schaute in allen Räumen nach,obwohl ich eigentlich hoffte nichts Auffälliges zu finden.

Nichts.ich konnte nirgendwo etwas Verdächtiges sehen.

*rrrrrriiiiiinnnng*

Ich sprang herum. Das Telefon im Büro.  Ich hatte immer noch Angst. Doch ich machte mich trotzdem auf den Weg ins Areitszimmer und nahm den Hörer ab...

Der SchattenmannWo Geschichten leben. Entdecke jetzt