×Kapitel 5×

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!TRIGGER WARNUNG!

-SICHT T-

Ich stand einfach nur da, mit meinem blutüberströmten Arm über dem Waschbecken, in der anderen Hand eine blutige Rasierklinge..
Schnell schaffte ich es noch, meinen Ärmel runterzuziehen.
Die Tür öffnete sich. M kam herein.
''T?! Wieso hast du nichts gesagt?''
"Ich bin fertig'',
log ich und wollte mich an ihm vorbeiquetschen.
Er schaute mich verwirrt an.
''T, wenn was ist, du kannst mit mir reden.''
''Es ist nichts!'', sagte ich wohl etwas zu energisch, denn M versuchte mich festzuhalten.
Er griff natürlich genau auf meine frischen Wunden. Ich presste meine Lippen der zusammen, doch trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass ich gequält Luft zwischen meinen Zähnen einsog. Shit...
Sein Gesichtsausdruck wurde noch verwirrter.
''T, was ist?'', fragte er jetzt energischer. Sein Griff wurde fester.
''Nichts'', presste ich heraus.
''Das sieht aber nicht danach aus.''
Ich versuchte mich loszureißen. Erfolglos. Ich atmete schwer. Er darf bloß keinen Verdacht schöpfen, reiß dich zusammen! Ich konnte seinem durchdringenden Blick nicht mehr länger standhalten und sah weg. ''T?''
Langsam wurde er echt bedrohlich.
Dann nahm ich den letzten Ausweg, der mir noch blieb. ''M, du tust mir weh.'' Mittlerweile hatte ich Tränen in den Augen. Geschockt sah er mich an.
Fast augenblicklich ließ er mich los.
Als hätte er einen heißen Herd angefasst... Endlich!
Ich trat einen Schritt zurück.
Der Blick von M sprach Bände.
So viele Gefühle auf einmal.
So viel Schlechtes..und ich bin schuld.. Toll gemacht, T.
Er mache wieder einen Schritt auf mich zu.
''T?'' Er sprach ganz vorsichtig mit mir. ''Ich bin für dich da. Du kannst mir alles erzählen.''
M griff ganz vorsichtig nach meinem Oberarm.
Die Tränen liefen in Strömen über meine Wangen.
''Hey, alles wird gut. Aber ich kann dir nicht helfen wenn du mir nicht erzählst, was los ist."
''Du kannst mir nicht helfen.''
"Lass es mich wenigstens versuchen.''
Er nahm mich behutsam in den Arm.
Ich wehrte mich nicht. Warum auch?
Es tat so gut..Jetzt konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich weinte Ms Schulter voll. ''Shht'', machte er und strich mir beruhigend über den Rücken.
Als ich mich wieder eingekriegt hatte, sah er mir in die Augen.
Seine waren so schon kristallblau...
''Und was ist jetzt mit deinen Arm?
Zeig mal her.''
Entschlossen schüttelte ich den Kopf.
Er sah mich genervt an.
M war viel stärker als ich, vor allem, wenn ich in so einem Zustand war.
Da hatte er mich auch schon am Handgelenk gepackt.
Mit einem Ruck zog er den Ärmel meines Hoodies nach oben. Ich versuchte zwar, M noch daran zu hindern, meinen Ärmel hochzuziehen, aber er war stärker. Geschockt starrte er auf meine blutenden offenen Wunden und all die Narben.
Dann sah er mir in die Augen.
Blankes Entsetzen spiegelte sich in seinem Blick wieder. ''T..Was...?''
Ich riss mich los und verdeckte meine Verletzungen schnell wieder.
Ich wich zurück. Sein Blick wurde besorgt, verletzt.
''Wieso... hast du nicht mit mir geredet?'' Seine Stimme brach ab.
Ich schluckte schwer.
''Weil... ich dich damit nicht belasten wollte...'', murmelte ich.
Tränen bildeten sich in seinen wunderschönen blauen Augen.
''Du belastest mich damit, dass du mir nichts erzählt hast. Ich dachte, wir sind Freunde.?''
Ein dicker Kloß bildete sich in meinem ohnehin schon trockenen Hals.
Vor lauter Schuldgefühlen fing ich an zu weinen.
''T, komm her.'' Ich hatte Angst vor M, seinen Reaktionen. Ich wusste nicht, was in ihm vorging. Er lief wieder auf mich zu. Ich konnte nicht weiter zurück, da war die Wand. Ich schluchzte nur noch lauter als er immer näher kam.
Doch er umarmte mich nur.
''Es wird alles gut, T, ich bin für dich da,'' versuchte er mich zu beruhigen.
Er strich mir über den Rücken.
Wir standen eine Ewigkeit einfach so da. Ich hatte mittlerweile aufgehört zu weinen. Wir lösten uns voneinander.
Ich starrte auf den Boden, da ich mich nicht traute, ihm in die Augen zu schauen. M legte einen Finger unter mein Kinn und hob es an. Somit war ich gezwungen, ihn doch anzusehen.
Er versuchte, mir aufmunternd zuzulächeln, doch es misslang kläglich. Da war zu viel Schmerz, Trauer, Mitleid und...Selbsthass?
Er sollte sich nicht zu Unrecht die Schuld geben. Ich war der einzige, der Schuld trug. Es war mein Leben und somit auch ich verantwortlich.
M zog mich wortlos mit ins Wohnzimmer, auf die Couch. Dann suchte er im Bad nach Verbandszeug und verarztete meine Wunden. Als er fertig war, setzte er sich neben mich und drückte mich fest an sich.
Es tat so gut..Jemand, der mich akzeptierte, mochte und...liebte?
Jemand, der für mich da war, egal wann und wo?
''T, mach sowas nie wieder. Bitte.''
''Das kann ich dir nicht versprechen.'' ''Dann versuch es wenigstens. Und wenn du ein Problem hast, komm zu mir.''
Ich nickte.
Doch in meinem Kopf herrschte alles Andere als Zustimmung.
Er strich mir behutsam durch die Haare. ''Ich hab dich lieb'', murmelte er in meine Haare. Ich war zu überfordert, um etwas zu erwidern. In diesem Moment war ich einfach nur glücklich.
Auf einmal gähnte M.
''Lass uns noch ein bisschen schlafen'', sagte er. Ich nickte und wollte schon aufstehen, aber er hielt mich fest. ''Glaubst du, ich lass dich jetzt alleine?''
M zog mich zurück auf das Sofa und kuschelte sich an mich.
Kurz darauf spürte ich schon das regelmäßige Heben und Senken seines Brustkorbs. Er schlief.? Neben mir..
In dieser Nacht schlief ich unglaublich gut.

•PAIN•Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt