Kapital 18: Bruder

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(Sicht Hauptfigur/Mingi)

Das Auto konnte noch ausweichen und fuhr somit nicht mich an, jedoch prallte es direkt in das Auto 'meines Bruders'.

Ich zitterte und wusste gerade gar nicht so recht was überhaupt passiert war. Es ging einfach so schnell. Ich rappelt mich langsam auf und schaute zu dem Auto. Man hörte nichts. Vorsichtig ging ich mit kleinen Schritten auf das Auto zu. Ich schaute durch das Fenster und da sass 'mein Bruder' regungslos auf dem Fahrersitz. Er hatte eine große Wunde an seinem Kopf, war er tot? Plötzlich atmete er tief ein und öffnete seine Augen. Sein Blick wanderte direkt zu mir. Ich sah ihn einfach nur an und wusste nicht was ich sagen sollte. Es dauerte nicht lange und da verlor er auch schon sein Bewusstsein. Ich musste weg von hier. Wenn mich hier jemand sehen würde, würde man bestimmt denken das dass meine Schuld war. Also machte ich mich langsam auf den Weg. Ich war in Gedanken versunken, wieso ist das alles überhaupt passiert? Ich schaute noch einmal zurück, auf das Auto in dem sich nichts bewegte. Ich richtete meinen Blick kurz darauf wieder nach vorne und wollte gerade über die Strasse gehen, doch das letzte das ich mitbekam war ein Knall. Ich lag auf dem Boden, wurde ich angefahren? Ich konnte eine Stimme hören welche auf mich zukam. "Sie.. geht es Ihnen gut? Gott...Ist da die Notrufzentrale? Es gab einen Unfall. Einen Autounfall. Ja, ein Mann sprang aus dem Nichts auf die Strasse. Das ist..." Alles um mich herum wurde langsam Schwarz und ich schlief ein. 

Ich wachte auf, wo war ich? Meine Augen bewegten sich nur etwas um zu sehen wo ich mich befand. Mir tat alles weh, was war geschehen? War ich im Krankenhaus? Ich konnte um mich herum einige stumpfe Stimmen hören. "Er atmet noch. Blutdruck 80 zu 60." "Adrenalin, 8 µg, Dopamin, 10 µg!" "Sind sie ok? Wissen Sie, wo Sie sind?" Ich schlief wieder ein.

(Mingis Traum)

Ich hatte einen Traum. Wir hatten Mai, im Jahre 1997.
Ich hatte meine Kopfhörer drin und stand an einem Ufer. Ich stützte mich an einem Geländer ab und genieste einfach die frische Luft. Meine Augen waren geschlossen und ich lauschte der wunderschönen Melodie des Liedes. Ich hörte jemanden meinen Namen rufen. "Mingi..Mingi!" Ich schaute in diese Richtung und nahm meine Kopfhörer raus. Es war mein Bruder. "Ja, San!" Antwortete ich ihm. "Das Auto ist repariert" Er winkte mich zu sich. Meine Mutter welche neben ihm stand sagte. "Mingi! Wir fahren jetzt. Beeil dich!" Ich lächelte. "In Ordnung, Mama. Ich komme!" Und schon machte ich mich auf den Weg zu ihnen. 

Wir sassen alle zusammen im Auto und waren wieder unterwegs. "Papa, erinnerst du dich an meinen Freund von früher, Jin-san?" Fragte mein großer Bruder meinen Vater welcher am Steuer sass. "Ja, seine Eltern haben ein Restaurant, oder?" Sagte mein Vater. "Das stimmt." Antwortete mein Bruder mit einem Lächeln. "Ja, wie geht es ihm?" Fragte mein Vater ihn. "Er heiratet bald." "Wirklich? Im Ernst?" "Ja." Sie lachten beide etwas. Ich hatte meinen Kopf gegen die Tür gelehnt und hatte die Augen geschlossen. "Mingi, du musst müde sein." Sagte meine Mutter und streichelte mir etwas über den Arm. "Du solltest dich anlehnen." Ich streckte mich kurz etwas und drehte mich dann zu ihr um. Ich legte meinen Kopf auf ihrer Schulter ab und schloss meine Augen wieder. "Er und seine Freundin sind sicher lange zusammen." Konnte ich meinen Vater wieder sprechen hören. "Sie ist sogar schwanger." Sagte mein Bruder. "Ernsthaft?" Fragte mein Vater. "Ja." Antwortete mein Bruder. Plötzlich verlor mein Vater die Kontrolle über das Auto und man hörte nur noch einen lauten Knall. 

(Zeitsprung)

6 Monate später. Ich stand mit vielen anderen Leuten vor einem kleinen Fernseher. Der Präsident zur Wirtschaftskrise hielt eine Rede. "Liebe Mitbürger. Unsere Wirtschaft durchlebt zurzeit eine schlimme Phase. Die ökonomische Krise begann in den Ländern Südostasiens, gepaart mit den strukturellen Problemen unserer Wirtschaft, vertieft sich die Dringlichkeit der Krise. Dank der wirtschaftlichen Entwicklung, die wir in den letzten 30 Jahren erzielten, beneideten alle Länder der Welt unsere stabile Wirtschaft..."

(Zeitsprung)

Ich war im Krankenhaus und besuchte meinen Bruder. Seit diesem Autounfall, seit verdammten 6 Monaten lag mein Bruder im Koma. Er hing nur noch an einer Maschine welche ihn am leben lies. Unsere Eltern waren bei dem Unfall ums Leben gekommen. Ich hatte nur noch ihn, meinen Bruder. Ich musste irgendwie Geld für seine Operation auftreiben doch ich fand nichts. Ich versuchte es mit einem Barkredit, Rief bei Job ausschreiben an, und versuchte es sogar mit illegalem Organhandel meine Organe zu verkaufen, doch es klappte einfach nichts. Ich hatte nur noch eine Chance um an Geld zu kommen. Ich musste eine Bewerbung schreiben und diese Online ausstellen. Ich schrieb 'Ich bin ein hart arbeitender 21-Jähriger. Mein geliebter Bruder ist zurzeit sehr krank. Wenn Sie mir vertrauen und mich im Voraus bezahlen, vergelte ich Ihre Güte.' Ich musste nur noch warten, bis mich jemand darauf anschrieb. Fast jeden Tag ging ich zu meinem Bruder ins Krankenhaus, ich wollte ihn nicht einfach sterben lassen. Ich setzte mich auf einen der Stühle im Eingangsbereich um einfach ein wenig darüber nachzudenken. Da setzte sich der Doktor welcher sich um meinen Bruder kümmerte neben mich. "Ah, Doktor." Ich verbeugte mich leicht zur Begrüßung. "Sie haben beide Eltern bei dem Unfall verloren und Ihr Bruder ist seit einem halben Jahr bettlägerig. Als sein Arzt weiß ich gar nicht, was ich Ihnen sagen soll. Es tut mir sehr leid, Ihnen das zu sagen, aber es geht nicht so weiter. Er muss sich schnellsten einer Operation unterziehen. Nur so können wir ihn retten." Sagte er mir. Ich nickte leicht und gab nur ein "Gut." von mir. Er klopfte mir etwas aufmunternd auf meine Schulter und stand wieder auf und ging weg.  

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970 Wörter

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