Kapitel 3: Poltern

29 2 0
                                        

Ich stöpselte die Kopfhörer meines Walkman ein und schaltete ihn an. Ich schloss meine Augen und hörte entspannt der Musik zu.

Plötzlich hörte ich ein Poltern, und öffnete schnell meine Augen. Ich sah mich kurz um und nahm kurz darauf meine Kopfhörer raus. Ich blickte kurz rüber zu meinem Bruder, doch der schlief noch. Ich dachte mir beim Poltern nichts weiteres, das war bestimmt nur Einbildung. Doch kurz bevor ich meine Kopfhörer wieder aufsetzen konnte hörte ich ein erneutes Poltern, es klang ein wenig wie ein Klavier. Mein Blick wanderte nun in Richtung der Zimmertür welche einen Spalt weit offen war. Langsam legte ich meine Kopfhörer zur Seite und stand auf. Ich lief zur Tür und öffnete sie etwas mehr. Ich schaute direkt zu der Tür welche im Gang gegenüber von mir war, diese Tür gehörte zu diesem kleinen Raum welchen wir nicht betreten durften. Ich schaute sie für einige Sekunden einfach nur an und hörte nun schon zum dritten mal ein Poltern, doch dieses mal lauter als die beiden vorherigen. Ich bekam es etwas mit der Angst zu tun, und somit verschnellerte sich auch meine Atmung etwas. Mit langsamen und unsicheren Schritten ging ich auf die Tür zu. Als ich nur noch einige Zentimeter von der Tür entfernt war blieb ich stehen. Ich hob meine Hand an doch bevor ich nachdem Türknopf greifen konnte stoppte ich mit meiner Hand und mir kam das was mir mein Vater zuvor beim Abendessen gesagt hatte wieder in den Sinn. 'Ihr dürft keinesfalls in den Raum.' Ich dachte kurz über seine Worte nach, doch ich konnte mich davon nicht überreden da ich viel zu neugierig war. Also näherte ich mich mit meiner Hand langsam wieder dem Türknopf. Als ich ihn endlich in meiner Hand hatte atmete ich kurz etwas zittrig durch bevor ich langsam anfing ihn zu drehen. Doch dann spürte ich plötzlich eine Hand auf meiner Schulter. Ich erschrak und zuckte zusammen bevor ich mich sofort umdrehte. Als ich sah wer hinter mir stand atmete ich sehr erleichtert darüber durch. "Hyung."  Sagte ich. "Was machst du hier?" Fragte er mich. "Ich höre seltsame Geräusche aus dem Raum." Gab ich als Antwort. "Seltsame Geräusche?" Fragte er mich etwas verwirrt. "Ja, genau." Sagte ich und bestätigte meine Aussage nochmal etwas mehr mit einem Nicken. Er ging zur Tür und hielt sein Ohr dran. "Huh?" Sagte er. "Du hörst es auch, oder?" Fragte ich sofort nach. Er schaute mich an. "Ich höre gar nichts." Gab er nur von sich. Verwirrt schaute ich ihn an. "Du hörst nichts?" Schnell hielt ich auch mein Ohr an die Tür. Doch ich hörte auch nichts. Ich griff wie kurz zuvor schon nach dem Türknopf und versuchte nun die Tür zu öffnen, jedoch funktionierte dies nicht. "I-ich habe es ganz sicher gehört. Vor ein paar Minuten." Gab ich schnell von mir. Und zeigte davon überzeugt auf die Tür. "Du drückst dich vorm Lernen, stimmt's?" Fragte mich mein Bruder mit einem kleinen Lächeln. "Ich hörte eben  eigenartige Geräusche." Sagte ich etwas jammernd. "Ja, ja, verstanden." Sagte mein Bruder mit einem Ironischen unterton. "Vielleicht brauchst du einfach ein wenig frische Luft." Sprach er weiter. Er schnappte sich meinen Arm und zog mich zurück in unser Zimmer. "Was? Draußen schüttet es. Wohin gehen wir?" Fragte ich ihn schnell. "Wir nehmen einen Schirm mit. Die Frau von nebenan sagte mir, dass man vom Hügel hier eine echt tolle Aussicht hat." Gab er ruhig von sich. Im Zimmer zogen wir uns dann schnell eine Jacke und Schuhe an und gingen kurz darauf raus.

Unterwegs dauerte es nicht lange und wir befanden uns auf dem Hügel. Wir geniesten die Aussicht welche nebenbei bemerkt wirklich echt toll war. "Schau dir nur den ganzen Regen an." Sagte mein Bruder mit einem seufzten. "Hyung." Sagte ich. "Ja?" Fragte er. "Danke." Sagte ich dann etwas leiser. Er schaute mich an. "Wofür den?" "Einfach so." Gab ich schnell als Antwort zurück. "Alter.." Sagte er mit einem Lachen. "Sei nicht albern." Er lächelte mich an und ich lächelte einfach nur zurück. Ich hörte ein Vibrieren und sah wie mein Bruder kurz darauf sein Handy aus seiner Jackentasche nahm. "Hallo?" Sagte er nachdem er den Anruf annahm. "Ja, Papa." Gab er von sich. "Ja, wir sind kurz raus gegangen...Stimmt...Das Dokument?" Er sah mich an und lächelte erneut etwas. "Ok, ich komme nachhause und suche es für dich...In Ordnung." Gab er als letztes von sich und beendete den Anruf. "War es Papa?" Fragte ich ihn dann. "Ja, Er fragte mich kürzlich nach einem Dokument. Er braucht es jetzt." Sagte er und ich nickte verständnisvoll. "Ich bin gleich zurück. Warte ein paar Minuten." Sagte mein Bruder. "Ich komme mit." Sagte ich schnell. "Nein, ich brauche keine zehn Minuten. Warte kurz, ok?" Ich überlegte kurz. "Na gut." Gab ich ihm dann als Antwort. Er drehte sich um und ging nachhause. Ich schaute ihm hinterher doch richtete kurz darauf meinen Blick wieder nach vorne in Richtung Aussicht. Ich stöpselte mir die Kopfhörer meines Walkmans ein welchen ich mitgenommen hatte, und betrachtete einfach noch ein wenig die Aussicht.

--------------------------------------------------

846 Wörter

Past RecollectionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt