Kapitel 14

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Harry's P.O.V. (kleiner Trommelwirbel)

Mein Herz schmerzte, bei dem Gedanken Kathi alleine zu lassen, aber ich wollte sie glücklich machen und Alex finden. Ich stand im Flur. Wo würde sich ein Mädchen wie Alex bloß aufhalten? In dem Moment fiehl mir ein, dass ich Alex gar nicht kannte. Ich schaute mich um und entschloss mich kurzer Hand für das obere Stockwerk. Mit wenigen Schritten hatte ich die Stufen erklommen und befand mich nun vor einigen Türen. Alle verschlossen.

Ich holte tief Luft. Es war komisch in einem fremden Haus einfach durch die Flure zu schleichen. Wahllos legte ich meine Hand auf die erste Türklinke und drückte sie hinunter. Abgeschlossen.

"Besetzt! Siehst du nicht das Schild?!", schrie mir jemand von drinnen entgegen. Ich suchte das Schild. Neben der Tür war eine runde Pappe angebracht. In wütend roten Buchstaben stand darauf BESETZT.

Zumindest die Toilette hatte ich schonmal gefunden.

Am Ende des Flures war eine weitere Tür. Ich ging drauf zu, blieb kurz davor stehen und drückte sie dann auf. Ich erstarrte. "Ehm ... hab mich wohl in der Tür geirrt.", stammelte ich, als ich zwei Körper verschlungen auf dem Bett liegen sah. Ich wollte schon wieder hinausgehen als mir ein paar bekannte blond gefärbte Haarspitzen auffiehlen. "Niall?", fragte ich entsetzt. Niall setzte sich auf. "Ey Mann, was machst du denn hier?", fragte er und lächelte mich benommen an. Ich machte entsetzt zwei Schritte zurück. Das war so gar nicht Nialls Art. Der zweite Körper bewegte sich und noch ein paar zerzauste blonde Haare kamen zum Vorschein.

Das Mädchen hob den Kopf. "Nein. Das glaub ich jetzt nicht.", flüsterte ich entsetzt. "Niall, dass hättest du mir erzählen können.", sagte ich vorwurfsvoll und starrte das Mädchen an. "Wie lange läuft das schon mit euch? Und warum in fremden Betten?", fragte ich die beiden. "Es ist nichts passier, beruhig dich.", sagte Niall und stand auf. "Siehst du? Noch alle Klamotten an mir dran.", sagte er und fügte leise ein "Noch..." hinzu, während er anfing zu lächeln. "Niall bist du betrunken?", fragte ich skeptisch. "Was ich? Neeein, ich trink doch nie.", sagte er und langsam fiehl mir das leichte lallen auf. Er fing an zu taumeln und fiehl auf das Bett. "Alles klar" murmelte ich. "Soll ich dich nach Hause fahren Marcy? Ich glaube mit Niall solltest du lieber nicht fahren."

Ein Mädchen hatte mich neben mich gestellt. Sie sah freundlich aus und war fast so schön wie Kathi. "Heeeeyyy, ich bin Aleeeex.", lallte sie und streckte mir ihre Hand entgegen. Ihre Hand fing an zu schwanken und sie musste sich wieder festhalten, um nicht umzukippen. "Du bist aber ein ganz schön heißer Feger.", schnurrte sie. "Wenn du Alex bist, geh mal runter, Kathi sucht dich, sie ist schon ganz verrückt vor Sorge.", sagte ich und schob sie Richtung Treppe. Ich wendete mich wieder Marcy und Niall zu.

Niall saß nun wieder auf dem Bett und sah mich entsetzt an. "Nein, ist schon in Ordnung, ich kann sie fahren.", sagte er empört. "Du machst gar nichts Niall. Komm Marcy", ich streckte ihr meine Hand entgegen und sie rollte sich aus dem Bett. Wenig überrascht stellte ich fest, dass sie weitaus weniger anhatte als Niall.

Sie drückte Niall nochmal schnell einen Kuss auf die Lippen und griff dann erleichtert nach meiner Hand. Schon bevor ich die Tür wieder geschlossen hatte, hörte ich, wie Niall auf die Kissen fiehl.

"Bleib hier stehen und halt dich irgendwo fest, in Ordnung?", sagte ich und stellte Marcy behutsam in der Nähe der Haustür ab. Ich ging in die Küche, wo ich Kathi auch direkt fand. Sie unterhielt sich mit ihrer Schwester und hielt Alex fest. "Kathi?", ich tippte ihr auf die Schulter. Sie zuckte zusammen.  "Ist... wäre es in Ordnung, wenn ich schonmal gehe? Meine Freundin hat zu viel getrunken und sie muss dringend nach Hause.", sagte ich und zeigte Richtung Haustür. Kathi sah an mir vorbei und schaute Marcy an, die schon anfing zu taumeln im Flur.

"Du kennst sie? Klar geh nur, wir kommen klar und danke, dass du sie runter geschickt hast.", sagte sie während sie Alex noch ein wenig näher an sich ran zog. Ich atmete erleichtert auf. "Danke und ja, sie ist ne gute Freundin von mir." "Marcy, richtig?" "Ja", sagte ich erstaunt. "Dann guck mal, dass du sie heil nach Hause bekommst.", sagte Kathi und lächelte, "Ich will nicht, dass ihr noch etwas passiert, sie kam mir wirklich nett vor."

"Oh, das ist sie", antwortete ich und lächelte Kathi an, "aber niemals so nett wie du.", fügte ich noch flüsternd hinzu und küsste sie vorsichtig auf die Wange. Meine Lippen fingen an zu kribbeln, als ich sie berührte. Ich ließ ihre Hand wieder los, nach der ich automatisch gegriffen hatte und sie fing scherzhaft an zu schmollen. Ich musste lachen und lächelte noch schnell Jen zu, bevor ich wieder zurück zu Marcy ging.

"Alles in Ordnung?", fragte ich sie und nahm ihr den Drink aus der Hand, den ihr schon wieder jemand in die Hand gedrückt hatte. "Allesss besssens", lallte sie. Ich rollte die Augen, blickte dann noch einmal kurz zu Kathi und lächelte ihr zu. Sie lächelte amüsiert zurück.

Unpredictable |hs|Where stories live. Discover now