Eine Hand legte sich um Seokjins Mund, seine Sicht wurde blockiert und er wurde weggeschleppt. Seine Schreie wurden von der Hand vor seinem Mund gedämpft.
Lasst Taehyung und Jeongguk nicht herein, hatte Seokjin vermutlich gemeint, dachte Jimin.
Alles ging so schnell und doch fühlte es sich wie Zeitlupe an. Er schaute zu Yoongi, der ihn ebenfalls so schockiert anblickte.
Die Forten zu schliessen würde jetzt zu lange dauern. Sie waren zu spät. Jetzt ging es ums Verstecken. Yoongi und Jimin, die durch den Schock gefallen sind, rannten in die abertausenden von Gängen, während Taehyung und Jeongguk sich um den umherstrampelnden Jin kümmerten.
Als Jimin die verzweigten Gänge herunter rannte, konnte er nicht anders als eine Träne zu vergiessen. Er hatte gerade zwei Freunde verloren. Taehyung und Jeongguk. Sie sind dem dunklen verfallen. Und jetzt werden sie jedem nacheinander das gleiche antun.
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Seokjin würde für eine Zeit lang bewusstlos sein. Er konnte jetzt nicht mehr abhauen, da war sich Taehyung sicher. Sie würden Seokjin nicht töten. Sie brauchten ihn lebend, jedenfalls jetzt noch.
Taehyung grinste. Er freute sich auf das aufkommende. Stück für Stück alle auf seine Seite ziehen. Es möglich machen ihnen negative Emotionen spüren zu lassen.
"Das wird lustig", grinste Jeongguk schelmisch. Taehyung stimmte daraufhin zu.
"Gguk. Du weisst was zu tun ist. Du nimmst dir Jimin und Hoseok vor. Ich statte Yoongi und Namjoon einen Besuch ab. Wenn wir Glückk haben weiss Namjoon noch nicht mal was von dem. Wenn wir alle haben wird Seokjin eine leichte Beute."
Jeongguk nickte. Die Beiden rannten die Treppen hoch und gingen dann getrennte Wege.
Das Versteckspiel kann beginnen.
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Das Adrenalin pumpte durch Jimins Körper. Er schwitzte und blickte immer nervös umher. Er hörte nur das Aufprallen seiner Schuhe mit dem Boden und seinen lauten Atem. Aber etwas fühlte sich falsch an. Er stoppte und hielt vor einem Raum an.
Immernoch hörte er gedämpft Fussstapfen. Die nicht von ihm kamen. Panik überströmte ihn. Er betrat den dunklen Raum und bemerkte schon bald dass dies ein riesiger Fehler war. Jetzt war er praktisch in einem Raum gefangen.
Er machte sich klein und versteckte sich in einer finsteren Nische. Ebenfalls hielt er die Hand vor seiner Nase um das Geräusch seiner Atmung zu dämpfen. Er kneifte seine Augen zusammen und hoffte das die Fusstritte an dem Raum vorbei gingen.
Er atmete erleichert aus, als er nichts mehr ausser sich selbst hörte. Dennoch wagte er es nicht sich vom Fleck zu bewegen.
Leider lag er mit seiner Vermutung, das die Person den Raum übersehen hatte, falsch. Einige Momente später spürte Jimin die Anwesenheit einer anderen Person im Raum.
Am völligen Rande der Verzweiflung stand er, als er hörte wie die Türe ins Schloss fiel.
Leise betete das er ungeschanden hier raus kam. Wieder versuchte er so leise wie möglich zu sein.
Er hatte Angst. Und das war kein gutes Zeichen. An einem friedlichen Ort wie hier, sollte sowas wie Angst nicht existieren. Jimin verfluchte sich selber, dieses Gefühl zu spüren. Wenn das so weiter ging, würde sich die Angst in Hass wandeln und dadurch war man nicht mehr länger ein Engel.
"Jimin."
Er erstarrte. Die Stimme gehörte keinem Anderen ausser Jeongguk.
"Ich weis das du hier bist."
Jimin schüttelte kurz vor den Tränen den Kopf.
"Du weisst das du dich nicht ewig vor mir verstecken kannst."
Jeongguk machte sich nicht mal die Mühe Jimin zu finden. Jimin würde ihn sowieso hören und das war genug.
Jeongguk seufzte. Er wusste genau was er sagen musste um den empfindlichen Punkt zu treffen.
"Weisst du Jimin. Du warst immer ein netter Junge. Brav und unproblematisch. Bis du realisiert hast... das du auf das gleiche Geschlecht stehst. Deine Eltern, immer so liebevoll und stolz auf dich. Doch das? Ein bittere Enttäuschung. Erinnerst du dich noch an ihre Reaktion?"
Autsch. Jimin wollte sich nicht erinnern. Das Geschreie, die Tränen und die Schläge. Ein Klotz bildete sich in seinem Hals.
Jeongguk grinste als er ein leises Wimmern aus der dunklen Ecke hörte.
"Dann bist du hier gelandet. Zum Glück. Hier hat dich Jeder respektiert, aber du selbst? Nein. Noch schlimmer wurde es als du Gefühle für Yoongi gefangen hast. Nicht wahr? Obwohl du doch wusstest das er nur Augen für Hoseok hatte?"
Noch mehr Erinnerungen strömten in Jimins Gedächtnis. Unschön. Aus dem Wimmern wurde ein Schluchzen. Er konnte die Tränen nicht mehr länger zurück halten. Er spürte Hass. Hass gegen sich selber und seine dummen, dummen Gefühle.
"Ach Jimin. Du tust mir Leid. Du gibst deine volle Liebe zu Jemanden der sie nicht mal erwiedert und lässt dir selber keine übrig. Das kann so nicht weiter gehen Jimin. Ich kann dir da helfen."
Jeongguk sass mit den Armen verschränkt auf einem Stuhl, in der Mitte des Raumes. Sein Blick war zu Jimin gerichtet. Er konnte ihn jedoch nicht sehen, dafür war es zu dunkel.
"Ich kann dir helfen, wenn du willst. Ich kann dich lehren dich selbst zu lieben. Und noch einen Bonus, Yoongi's Augen werden nur auf dich gerichtet sein."
Das 'wenn du willst' hatte Jeongguk nicht ernst gemeint. Was er sagte war keine Option. Entweder Jimin folgte ihm oder...
Sich selbst gern haben, dass hörte sich gut an für Jimin. Und das Yoongi Gefühle für ihn haben würde noch besser. In seinem normalen Zustand hätte er nie gewollt das Yoongi gezwungen wurde, Gefühle für Jimin zu haben. Das wäre ihm zu selbstsüchtig. Aber im Moment konnte er nicht anders.
Jeongguk beäugte die dunkle Nische. Er sah eine plötzliche Bewegung im Dunklen. Jimin stand auf. Sein Blick war auf den Boden gerichtet, sein Gesicht etwas glänzend durch die Tränen. Jimins weisser Pullover war ihm viel zu gross und die Ärmel versteckten seine kleinen Hände. Alles im ganzen sah er aus wie ein unschuldiger, kleiner Junge.
Er mochte den Raum vielleicht so betreten haben, aber so fand
er sich, den Raum verlassend, mit dem Rücken dem Guten zugewandt und den roten Augen seiner Selbst in die Finsternis gerichtet.
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'There are devilish thoughts even in the most angelic minds'
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Angels | BTS ff ✅
FanfictionIn einer Welt, dem menschlichen Auge unbekannt, leben wunderschöne Geschöpfe. Das Heim der Engel. Eines Tages taucht ein mysteriöser Junge in ihrem Garten auf. Kim Taehyung.
