"Raus hier!", kreischte ich panisch und versuchte, auf die Person einzuschlagen.
"Baby beruhig dich, ich bins!", brüllte mich Vladislav an und packte meine Handgelenke.
"Was ist denn los mit dir?", schrie er verwirrt und verstärkte seinen Griff, damit ich Ruhe hielt.
"Was los ist? Hast du das nicht gesehen?", fragte ich panisch und sah mich wieder um.
"Nein Baby, was ist denn? Da war niemand!", versuchte er mich zu beruhigen und nahm meinen Kopf in seine Hände.
"Wie kannst du das nicht gesehen haben? Die sind doch gerade weg gerannt? Oh mein Gott bitte verriegel die Türen!" Ich wurde von Sekunde zu Sekunden hysterischer, während er nur Bahnhof verstand.
"Baby, hör mir zu.", er hielt meinen Kopf fest und sah mir tief in die Augen, "Da ist niemand. Als ich eingestiegen bin war da keiner, das hätte ich doch gemerkt. Beruhig dich Baby, alles ist gut.", sprach er sanft und langsam versuchte ich, ebenfalls ruhiger zu werden. Ich nahm seine Hände von meinem Kopf weg und drückte sie fest.
"Ich hab Leyla gesehen. Sie stand direkt vor dem Auto. Und dann wollte so ein Typ meine Tür aufreißen, aber ich habe dagegen gehalten. Können wir bitte hier weg? Ich hab so Angst, dass sie wieder kommen." Meine ganzer Körper zitterte. Ich malte mir im Kopf schon aus, dass jeden Moment wieder jemand an der Tür ziehen würde.
"Ganz ruhig.", sagte er, als er auf meine zitternden Hände schaute.
"Wenn ich bei dir bin passiert dir nichts. Wir fahren jetzt nach Hause, aber du musst dich wieder beruhigen, okay?", entgegnete er, startete den Wagen und ließ dann seine Hand auf meinem Oberschenkel liegen, bis wir zu Hause waren. Ich klammerte mich an ihr fest, als ginge es um mein Leben. Zu Hause angekommen parkte er das Auto in der Garage und sprang dann zur Beifahrertür, um mich nach dem aussteigen direkt an sich zu drücken.
"Lass uns rein gehen.", murmelte er und drückte meine Hand.
"Samra?", gröllte er, als er die Tür verriegelt hatte.
"Komme.", antwortete er lautstark von oben und schon kam er die Treppen heruntergesprungen. Als er mich sah, blickte er fragend zu Vladislav.
"Leyla ist wieder aufgetaucht. Josy hat im Auto gewartet, und jemand wollte sie rauszerren.", erklärte er kurz.
"Khalil?", fragte Samra interessiert und lehnte sich am Kühlschrank an.
"Nein, nicht Khalil. Aber definitiv Leyla. Also wird er nicht weit weg gewesen sein.", murmelte ich und setzte mich an den Küchentisch.
"Wie hast du reagiert?", fragte Samra an Vladislav gerichtet.
"Gar nicht. Ich habe sie nicht gesehen. Sie müssen abgehauen sein, als sie gemerkt haben, dass ich wieder komme."
"Oha.", sagte er nur beeindruckt und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Willst du Shisha machen Baby?", fragte mich Vladislav, nachdem wir uns eine Weile nur angeschwiegen hatten. Ich nickte ihm zu und widmete mich dann meiner Shisha, die ich erst abspülte und dann aufbaute.
"Komm dann raus, wir warten am Pool okay?", flüsterte er mir sanft ins Ohr, während ich den Kopf baute.
"Bin gleich soweit.", antwortete ich und wir küssten uns kurz. Er huschte wieder nach draußen und ich machte in der Zeit alles fertig.
Nach zehn Minuten waren die Kohlen dann auch soweit und ich ging mit raus, zu den Jungs. Die Beiden lagen auf den Liegen am Pool und redeten über irgendwelchen Mist. Ich stellte die Shisha in die Mitte und setzte mich dann zu Vladislav, der mir auf seiner Liege Platz machte.
"Meinst du, Lea würde uns nochmal verraten?", fragte ich Vladislav, während ich über alles nachdachte.
"Wenn sie das macht, reiß ich der Schlampe den Kopf ab.", Sagte Samra eiskalt und zog an der Shisha.
Gerade als wir endlich dabei waren, uns zu entspannen, klingelte wieder Vladislavs Handy. Er ging genervt ran und telefonierte auf russisch. Er klar allerdings nicht sonderlich begeistert und schaute genervt zu Samra.
"Tamam, dann machen wir eben so.", sagte er letztenendes und legte auf.
"Wer war das?", fragte ich ihn neugierig.
"Jemand mit dem ich was klären muss. Dafür muss ich aber nach Hamburg fahren. Was bedeutet, dass ich die nächsten zwei Nächte in einem Hotel pennen werde."
"Nimmst du mich mit?", fragte ich mit großen Augen, doch er schüttelte mit dem Kopf.
"Ich würde gerne, aber das geht nicht. Das ist ein wichtiger Termin, dazu kann ich dich nicht mitnehmen. Und im Hotel will ich dich auch nicht alleine lassen. Du musst hier bei Samra bleiben.", sagte er mitleidig und strich mir liebevoll über die Wange.
"Na super.", seufzte ich und ließ die Schultern hängen. Zwei Tage mit Samra alleine? Das würde doch nur wieder eskalieren.
"Ich muss in einer halben Stunde los. Ich geh hoch, pack meine Sachen und dann fahr ich los. Wenn irgendetwas sein sollte, ruft ihr mich sofort an. Und Baby, du auch. Schreib mir, wenn was ist. Dann bin ich sofort da." Er gab mir einen Kuss auf die Wange und flitzte dann ins Haus. Samra warf mir einen eigenartigen Blick zu, bevor er sich wieder hinlegte und in den Himmel schaute.
Vladislav hatte sich relativ schnell umgezogen und war dann schon losgefahren. Ich beschloss, wieder eine Ladung Wäsche anzusetzen und sammelte Klamotten ein. Wieder einmal musste ich in Samras Zimmer gucken, ob er Wäsche hatte, die ich mitnehmen konnte.
"Nimm und geh.", sagte er, klatschte mir seine Sachen in den Korb und ich ging in den Keller. Gerade als ich alles in die Trommel stopfte, fiel etwas klimperndes aus Vladislavs Hosentasche auf den Boden. Beim genauerem hinsehen erkannte ich, dass es der Schlüssel zur Haustür war. Vladislav musste vergessen haben, ihn wegzupacken. Das wäre mein Weg in die Freiheit gewesen. Aber natürlich würde ich das nicht ausnutzen. Weit würde ich eh nicht kommen. Und ich wollte ja auch gar nicht abhauen. Oder?
"Was hast du da?", riss mich plötzlich Samras tiefe, rauchige Stimme aus meinen Gedanken. Erschrocken zuckte ich zusammen und versteckte den Schlüssel dann schnell hinter meinem Rücken.
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Mademoiselle ~ Band 1
FanficJosy begegnet zwei Menschen, die ihr Leben komplett auf den Kopf stellen - und das nicht gerade auf die gute Weise. Zum einen Capi, der sie wegen seiner kriminellen Geschäfte immer wieder alleine lässt, und zum anderen Samra, der sie wie Dreck beha...
