Kapitel 31

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NELIA:
Die Konferenz war wirklich anstrengend aber noch lange nicht so schlimm wie ich dachte. Morgen war dann mein Interview. Mein Manager hatte einen guten Deal mit einem Klatschblatt ausgehandelt. Ich werde meine Geschichte erzählen und sie sind die einzigen die diese zuhören bekommen. Jedenfalls jetzt am Anfang. Dean schlief schon neben mir tief und fest. Irgendwann hoffe ich können wir ein ganz normales Leben leben. Mit Kindern und Haustieren und einem schönen Haus. Irgendwann können wir das ohne Rechtfertigungen und Kritik an unsere Beziehung. Ich schlief neben Dean schnell ein. Morgens stand ich mit Dean zusammen auf bevor er zum Training musste. Ich hatte um 11 Uhr mein Interview. Mit meinem Manager fuhr ich dann auch pünktlich dahin. Zuerst führten wir Smalltalk und dann ging es ans Eingemachte. Mein Manager hat gesagt ich soll Ehrlich sein solange es mir nicht zu privat ist. Also tue ich das auch.
„Als ich nach New York ging hatte ich Schwierigkeiten dort klar zu kommen. Ich hatte hier meine Familie, Freund und hatte hier Dean. Alle samt musste ich damals verlassen. Ich lernte schnell neue Freunde kennen aber es war anders. Also sang ich mir oft einfach alles von der Seele. Mein damaliger WG Mitbewohner und bester Freund hatte mich heimlich aufgenommen und dies dann veröffentlicht. Schnell bekam ich viele Anfragen für Verträge und sowas. Zuerst wollte ich das alles gar nicht aber dann habe ich das erste mal Probe in einem richtigen Studio gesungen und ich war total beeindruckt. Warum ich es damals nicht wollte war nicht wegen dem Singen sondern ich wollte nicht in die Öffentlichkeit. Ich wollte unerkannt bleiben auf der Straße. Aber dann habe ich einen Manager und Produzenten getroffen die es mir möglich gemacht haben das ich singen kann, dass ich Lieder schreiben kann ohne in der Öffentlichkeit zu stehen. Das hat sich jetzt aber geändert und somit muss ich jetzt wohl dadurch.", ich lachte leicht bei den letzten Worten. „Hast du die Lieder alle selber geschrieben?" , fragt die Reporterin. „Nicht alle aber die meisten.", sagte ich. „Wie findest du es dass deine Lieder schnell in den Charts waren ?", fragt sie weiter. „Das war wirklich unerwartet. Niemals hätte ich gedacht Konzerte zu geben.". Antworte ich gelassen. „Wie steht dein Freund dazu dass du singst?", fragt sie nun. „Wie soll er dazu stehen? Er unterstützt mich bei allem und baut mich auf. Er kennt es ja auch am besten wie es ist in der Öffentlichkeit zustehen.", antworte ich. Die Reporterin sah mich kurz überrascht an. „Wie sieht ein normaler Tag bei dir und Dean O'Halloran aus?", fragt sie neugierig. Ich hadere kurz mit mir. Das ist privat. „Wir frühstücken zusammen und dann geht jeder seinen Weg. Er zum Training und ich ins Studio. Unser Tag sieht nicht anders aus wie bei anderen Paaren. Es ist ja auch nur unser Job.", erkläre ich dann und bin stolz auf meine Formulierung. „Werden sie zusammen ziehen?", fragt sie dann. „Ich denke wir sind hier wegen mir und nicht wegen der Beziehung. Dazu hatten wir schon eine Pressekonferenz.", antworte ich ihr etwas angesäuert. Sie nickt knapp. „Ich habe dann auch keine weiteren Fragen mehr außer ob du weiterhin verhüllte Konzerte gibst?", stellt sie die letzte Frage.  „Da sind wir uns noch nicht sicher.", erkläre ich und stand dann auf. Ich schnappte mir meine Jacke und Tasche, verabschiedete mich höflich und ging dann mit meinem Manager raus. Er lobt mich noch für meine Professionalität. Dann war ich auch schon auf dem Nachhause. Naja Deans zuhause. Meins war zwei Straßen weiter. Ich war nur Gast bei Dean. Nicht mehr und nicht weniger. Meine Laune sackte noch ein wenig weiter runter.
Als ich aber bei Dean ankomme und er selbst gemachte Pizza gemacht hat, steigt meine Laune wieder. „Und wie war's?", fragt er. „Sie wollte für meinen Geschmack ein wenig zu privates wissen.", sage ich. Ich erzählte ihm alles. „Naja so sind die immer.", antwortet er Schulterzuckend. Wir aßen in Ruhe auf und machten dann wieder sauber. „Ich habe mir überlegt wir können aus meinem alten Schlafzimmer doch ein Musikraum machen.", teilt mir Dean neben bei mit. „was?", frage ich dann baff. „Naja Klavier und Gitarren und sowas halt.", erzählt er weiter während er das Geschirr wieder weg räumt. Als ich nicht antworte dreht er sich zu mir. „Warum?", frage ich dann leise. „Naja du bist ja immer hier und dann hast du da auch etwas für dich. Irgendwann wirst du doch hoffentlich ganz offiziell hier einziehen oder?", Dean wirkte etwas schüchtern als er das sagte. Ich nickte perplex. „Oder wir stellen einen großen Flügel ins Wohnzimmer.", überlegt er. Ich umarmte ihn einfach nur ohne was zu sagen. Für mich ist das eine sehr große Geste.
Nachdem wir uns wieder gefasst hatten fuhren wir noch zum Café. Es war relativ voll heut. Auf dem Fernseher lief eine Doku über die Footballmannschaft. Dean wechselte jedoch den Kanal. Eigentlich hing der Fernseher unnötig da, er war immer auf stumm außer wenn wichtige Spiele liefen aber sonst ist er stumm. Das Café lief so wie immer bestens und wir machten uns noch einen Plan wegen den Veränderungen die wir machen wollten. Bis Abends waren wir im Café und überlegten hin und her, wie es am besten wäre. Wir kamen aber schlussendlich auf einen Guten Nenner und somit war auch die Sache gegessen. Zusammen schlossen wir den Laden ab und schlenderten zum Auto. Wieder sah ich ein paar Handys auf uns gerichtet. Reflexartig wollte ich meine Hand aus seiner reißen, aber dann wurde mir klar das es jetzt öffentlich ist. Dean sah auf mich runter und grinste leicht. Wie ich ihn doch liebte. Ich hatte gar nicht gemerkt das mein Leben ohne ihn nur schwarz weiß war.

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