NELIA:
Dean fährt gerade auf eine Auffahrt als ich mich umschaue. Es sieht schön hier aus und das Haus vor uns wird bedeckt von Palmen und anderen Bäumen. Die Koffer ließen wir erst mal im Auto und machten uns die Stufen zum Haus hoch. Es ist so warm hier. Wir sind im Schatten und ich schwitze, vom stehen. Dean öffnete die Tür und ließ uns eintreten bevor er eintrat und die Tür wieder schloss. Der Flur war groß und man konnte von hier in die obere Etage schauen. Ich ging gerade aus weiter und kam im Wohnzimmer an. Es war auch groß und sehr geräumig. Vom Wohnzimmer konnte man auf die Terasse gehen und dort war ein großer Pool, ein Whirlpool und ein paar Sonnenliegen. Zwei Hängematten waren auch da und eine große Tafel zum essen. Das würden noch schöne zwei Wochen werden. Die Jungs holten die Koffer rein als wir alles bestaunt hatten, Lilly und ich schauten uns noch das restliche Haus an. „Nel?", Dean stand lächelnd hinter uns und hält mir eine Hand hin als ich mich umdrehte. „Ich möchte dir was zeigen.", sagte er und zog mich am Arm die Treppe runter. Er lief über die Terrasse und die Treppen am Ende hinunter. Kurz musste ich mich gewöhnen in dem Sand zu laufen, bis ich wieder normal laufen konnte. Dean steuerte auf eine Art Mauer aus Hecke zu. Dann sah ich einen kleinen Durchgang durch die Gebüsche und staunte nur. Wir waren direkt am Strand... und der Strand war leer. Anscheinend was das hier alles Privat, denn seien wir mal ehrlich wer würde nicht den ganzen Tag an so einem Strand liegen. Das Wasser war glasklar und der Sand Schnee weiß. Es fühlte sich an wie ein Traum, ein wunderschöner Traum. Dean sah grinsend zu mir runter, ich hatte gar nicht mit bekommen dass ich einfach stehen geblieben war. Ich ließ meine Augen über den schönen Ausblick vor mir schweifen. Weiter rechts den Strand entlang gab es solche Holzhäuser im Wasser, zu den man über einen langen Steg laufen musste. Genau so hatte ich mir das Paradies vorgestellt. Als ich noch kleiner war hätte ich niemals gedacht dass ich irgendwann so etwas erleben würde. Vor ein paar Jahren hätte ich es mir vielleicht, ganz vielleicht, vorstellen können. Aber nie im Leben hätte ich gedacht hier zu sein mit Dean neben mir. Ich hatte gerade so ziemlich alles in meinem Leben was ich jemals wollte. Früher wollte ich berühmt sein, es war zwar ein Kindertraum aber er ist wahr geworden. Ich wollte immer einen Job, bei dem ich nicht jeden Euro umdrehen muss und ich wollte einen Mann an meiner Seite der mich Glück macht und mich unterstützt. Alles ist wahr geworden. Und jetzt sind wir auch noch hier, mit unseren besten Freunden, Seite an Seite.
„Komm wir gehen ans Wasser.", zieht mich Dean hinter sich her. Bis wir das Wasser erreicht hatten, waren unsere Schuhe und Socken im Sand liegen geblieben. Das Wasser umspielte meine Knöchel und war eine tolle Abkühlung, zu der heißen Sonne über uns. Dean schubste mit seinem Fuß das Wasser zu mir, dadurch wurde ich ein bisschen nass und sah ihn böse an. Er fing nur an zu lachen und krümmte sich. Noch ein paar Sekunden beobachtete ich ihn schmollend, bis ich zurück spritzte. Dann war er, der böse guckte und ich, die lachte.
Schlussendlich endete es in einem Fangspiel, was natürlich ohne Zweifel Dean gewann. Wir waren nun vollkommen nass aber wir waren glücklich und lachten.
Hand in Hand liefen wir dann zurück zu unserem Ferienhaus. Lilly und Ryan hatten sich schon umgezogen. Im Gegensatz zu mir und Dean trugen sie Bikini und Badehose. Es war wirklich kaum auszuhalten in Klamotten. Das einzige was mich etwas runter kühlte waren die nassen Klamotten gerade. Jessi begutachtete uns nur grinsend und entließ uns dann ins Haus.
Wir zogen uns zu aller erst um und dann packten wir einige Sachen aus unseren Koffern aus.
Ich schrieb meiner Mutter dass wir gut angekommen waren und ich ihr heute Abend Bilder schicke. „Wir wollten doch unsere Handys ausmachen.", beschwerte sich Dean, er hörte sich an wie ein schmollendes Kind. „Ich hab nur meiner Mom geschrieben.", erkläre ich. Er nickte und kam auf mich zu. „Ich möchte nur nicht dass du dich runter ziehen lässt, vor allem hier im Urlaub.", erklärt er sein Verhalten. Er sah mir tief in die Augen während er versucht aus ihnen zu lesen. Was er sah reichte ihm anscheinend, denn er küsste mich auf die Stirn und ging dann aus dem Zimmer. Ich wusste was er meinte. Seit ich „enttarnt" wurde, war es nicht mehr so einfach wie früher. Ich las jeden Tag verschiedene Artikel über mich oder über mich und Dean. Meist wurde ich komplett durch leuchtet und dann zerfetzt. Sie warteten nur das ich einen Fehler machte. Es war ja schon ein großes Ereignis dass man jetzt wusste dass ich LIA war. Aber das sie damit auch wussten das ich, die aufstrebende Sängerin etwas mit dem Profifootballer habe, ist nun mal eine große Sache. Es sind zwei große Dinge die somit an einem Tag heraus kamen. Also stand ich jetzt seit der Enthüllung unter Beobachtung, bei jedem Schritt den ich außerhalb unserer Vier Wände machte. Aber hier, hier war ich nur ein ganz normaler Touri, jedenfalls hoffte ich es. Dean wurde schon am Flughafen erkannt aber das ist normal. Er spielt ja auch nicht nur zuhause sondern auf der ganzen Welt. Bisher hatten wir Glück das seine letzten Spiele alle bei uns in der Heimat statt fanden. Aber nächste Saison würde das alles ganz anders aus sehen. Aber darüber mache ich mir nicht jetzt schon einen Kopf.
Ich steckte mein Handy in meine Hosentasche und ging wieder zu den anderen. Dean zog gerade zwei Liegen zu Ryan und Jessi in den Schatten. Dankend lächelte ich ihn an und legte mich dann auf eine. Ich hatte zwar noch eine Shorts an aber das war mir egal. „Es ist einfach toll hier.", schwärmt Jessy. „Ja wirklich, danke nochmal.", schaltete sich ihr Mann ein. „Ach das war ein Geschenk was wir alle gebraucht machen.", winkt Dean ab. Aber wir wissen alle wie viel Mühe und Geld hinter dem allen hier steckt.
Stunden lang redeten wir und schwelgten in alten Erinnerungen. „Ich weiß noch genau wie ihr damals immer Händchen haltend durch die Gänge gelaufen seit und nur noch Augen für einander hattet.", lacht Ryan. „Ja stimmt das ging Wochen so, bevor wir mit euch wieder ein bisschen normal reden konnten.", beschwert sich Jessi lachend. Ich lachte auch. Wir waren nunmal typische verknallte Jugendliche. Dean grinste einfach nur. Wir haben Jahre gebraucht um nicht immer nur aneinander zu hängen. Eigentlich waren wir unzertrennlich, so wie jetzt auch, wieder. Ich legte meine Hand auf Deans Hand neben mir und er drückt sie leicht. „Ihr wart aber auch nicht viel besser.", verteidigt sich Dean. Ryan wollte sich schon beschweren als Jessi aber zu stimmt. Ryan sah sie baff an, was uns alle zum Lachen brachte. „Aber wir sind in zwischen verheiratet. Was ist mit euch?", fragt Jessi nach und schwingt zum verdeutlichen noch ihre Hand mit dem Ring vor unserer Nase. Ich zuckte nur mit den Schultern. „Ich dachte immer ihr würdet die ersten sein, vor dem Altar.", bemerkt Jessi. Sie sah starrend auf ihren Ring und lächelte dümmlich. Ich denke ihr war auch gar nicht so bewusst was sie gesagt hat. Ich sah etwas beschämt auf den Boden und auch Deans Hand verkrampfte sich in meiner. „Aua.", schrie Jessi auf. Ryan hatte sie wohl getreten. Dann war es kurz ruhig. „Oh Shitt. Sorry. Das war nicht so gemeint. Ich hab nicht nach gedacht. Ich vergesse immer dass ihr ein paar Jahre getrennt wart. Ihr wirkt so vertraut wie schon immer.", versucht sie ihr gesagtes stotternd zu verbessern. Ich sah sie etwas schief lächelnd an. Ich versuchte es jedenfalls. Dann war es wieder kurz ruhig. „Alles gut Jess. Wäre es nicht so gekommen damals, hätte sie auf jeden Fall schon lange einen Ring am Finger.", sagt Dean und wirkt wieder total ausgeglichen. Was meinte er mir schon lange ? Ich sah ihn etwas schüchtern an. Er zog mich zu sich und so lag ich zwischen seinen Beinen und mein Rücken lag auf seinem Bauch. Unsere Hände waren verschränkt und er spielte mit meinem Ring rum, den ich an meinem Zeigefinger trug. „Ich hatte damals einen Ring gekauft als du gegangen bist, weißt du?.", flüstert er leise in mein Ohr und mir blieb kurz die Luft weg.
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Ein Schritt in die Vergangenheit
RomanceMit 18 Jahren ist Nelia abgehauen, nach einem schmerzvollen Ereignis. In NewYork tauchte sie unter und nur ihre Eltern wussten wo sie sich aufhielt. In Ihren Collagejahren baute sie sich ein neues Leben auf. Aber was passiert wenn sie wieder nachh...