Kapitel 11

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Jack
Wir fuhren mit dem Taxi aus der Stadt. Nach 30 min hielt das Taxi an einer Straße mit mehreren Läden an. „Ab hier gehen wir ein Stück." sagte Daria als wir ausstiegen.
Sie hatte eine Sonnenbrille aufgesetzt, es schien gar keine Sonne weswegen klar, dass sie zum Schutz war.
Ich legte meine Hände in die Taschen meines neuen Mantels. Plötzlich spürte ich eine Berührung. Daria hatte sich bei mir eingehakt. Mir war klar das sie, das hier spielte. Also zog ich sie ein Stück näher zu mir.

Ich schaute zu ihr sie gab keine Reaktion dazu ab, natürlich nicht sie war es gewohnt jemand anderes zu sein. Ich versuchte es auch. Ich versuchte mit ihr die Straße lang zu gehen und so zu tun als wäre es normal. Es war schwerer als gedacht. Sie bemerkte meine Anspannung. „Wie geht es Fred?" fragte sie.
„Besser, vielen Dank nochmal das sie ihn in diese Lage gebracht haben." Sie schaute kurz zu mir.
„Es tut mir wirklich leid, ich hatte große Schuldgefühle seinetwegen."
„Das hätten sie sich auch früher denken können. Aber ich nehme mal an das da eine alte Gewohnheit raus kam." sie kneift mir unauffällig in den Arm.
„Also hab ich recht."

Sie bog mit mir in eine kleinere Straße ein und wir betraten eine kleine Boutique. Daria nahm ihren Arm von mir und ging zu einer Frau die hinter der Kasse saß. Der Laden war sehr klein und es war kein anderer außer uns und der Kassiererin drinnen.
Daria sagte etwas zu ihr was ich nicht verstehen konnte. Die Frau nickte und lächelte mich freundlich an. Sie führte uns zu einer Tür die sie aufschloss. Daria bedankte sich bei ihr und wir gingen in den Flur der sich hinter der Tür befand.
Ich folgte Daria, bis zu einem großen Lagerraum.
Ein bärtiger, älterer Mann kam auf uns zu.
„Daria!" Sagte er mit einem ähnlichen Akzent wie sie ihn hatte.
Sie sagte etwas zu ihm auf einer anderen Sprache, russisch vermutete ich. Dann gaben die beiden sich lächelnd die Hand.
„Aleksej, das ist Jack der Freund von dem ich dir erzählt habe."
Aleksej musterte mich kurz und reichte mir die Hand. „Kommen sie mit Mr Murray."
Ich war kurz erschrocken davon das er wusste wer ich war. Aber ich vermutete das er auch seine Kriterien zu fremden Leuten hat.
Ich folgte ihm. Daria ging ebenfalls hinter mir her.
„Machen sie sich keine Sorgen, ich informiere mich gerne im Voraus über die Leute denen ich eine neue Identität verschaffe. Von ihnen hat man in den letzten Jahren schon so einiges mitbekommen, ich muss sagen ich bin begeistert das sie sich noch nicht fassen lassen haben. Das Talent haben sie und ihre Brüder ganz von ihrem Vater."
Er führte uns zu einem Schreibtisch in der hintersten Ecke des Lagerraums.
„Kannten sie ihn?" fragte ich. Auf meinen Vater hatte mich schon lange keiner mehr angesprochen. Mit meinen Brüdern redeten wir sehr wenig über ihn. Das Thema reiste nur alte Wunden auf deshalb meideten es alle.
„Ich bin ihm ein, zweimal begegnet. Er war kein Mann vieler Worte. Er hatte den selben Blick wie sie ihn haben doch er hatte ein großes Talent und er hätte es sehr weit bringen können. Als Daria mir sagte, dass sie meine Dienste in Anspruch nehmen wollen, hab ich nicht allzu lange nachgedacht. Das haben sie ihrem Vater zu verdanken." 
Er setzte sich hinter den Schreibtisch und deutete mit der Hand auf die gegenüberliegenden Stühle. Wir nahmen ebenfalls Platz. Er holte aus der Schreibtischschublade drei Schnapsgläser raus und eine Flasche Wodka. Er machte sie voll.
„Trinken wir auf die Toten."
Ich schaute zu Daria die sich die Sonnenbrille mittlerweile abgenommen hatte. Sie nahm sich ein Schnapsglas und kippte es wie Wasser runter.
Ich tat es ihr nach und verzog mein Gesicht dabei. Wodka war nicht so meins.

Eine Stunde später verließen wir den Laden. Aleksej hatte Passfotos von mir gemacht. Er machte meinen Pass fertig. Die restlichen Sachen würde ich noch abholen kommen müssen. Ich schaute mir meinen neuen Pass an, man würde niemals erkennen das es eine Fälschung war, Aleksej war wirklich professionell. Mein neuer Name war Jackson Morris. Klang irgendwie Dämlich. Aber es war perfekt. Daria hatte gesagt, es sei gut das es so ähnlich klingt. Falls mich mal einer mit meinen echten Namen ansprechen sollte. Sie hatte recht und es würde mir einfacher fallen mich dran zu gewöhnen.
Daria hatte ein Taxi gerufen und wir gingen wieder ein Stück. Sie hatte sich wieder bei mir eingehakt. Wir sahen wir ein einfaches Paar beim abendlichen Spaziergang aus. Irgendwie witzig. Ich weis nicht wie es ihr ging aber ich war leicht angetrunken. Aleksej hatte uns noch ein paar Wodka Gläser aufgezwungen.
„Das mit dem Wodka ist bei eurer Nation anscheinend normal." Sagte ich.
„Bei unserer Nation?"
„Ich nehme stark an sie kommen aus Russland."
„Richtig angenommen." sie lächelte kurz in die Gegend als würde sie sich an etwas erinnern.
„Zu ihrer Frage, ja es ist normal bei uns es gibt zu jedem Anlass was zu trinken."
Ich lachte. „Gefällt mir."
Sie schaute mich verwundert an. „Was ist?"
„Ach nichts ich hab sie nur zum ersten Mal lachen gesehen." sie wurde unter ihren makeup leicht rot.
„Das liegt wohl am Wodka."

Beim Taxi angekommen, gab Daria den Taxifahrer meine neue Adresse. Mir war schon vorhin als wir meinen pass gemacht haben, aufgefallen das es die selbe Straße war, wie in der Daria Wohnte. Jackson Morris lebte in einer reichen Gegend. Und Daria in seiner Nähe. Sie würde jetzt wohl ein Teil meines Lebens werden. Fand ich es gut oder nicht? Ich wusste es nicht. Ich musste schon sagen meinen Augen tat es gut, sie war eine wirklich Schöne Frau. Ich schaute zu ihr rüber. Sie hatte die Sonnenbrille abgelegt und schaute aus dem Fenster. Sie kaute auf ihren vollen Lippen. Ihre Augen waren grün, ihre Nase war klein und irgendwie perfekt. Sie sah sicherlich auch unter dem ganzen Make-up wunderschön aus.
Verdammt sie hatte mein kleinen Bruder angeschossen das dürfte ich nicht vergessen.
Daria bemerkte das ich sie beobachtet. „Ist was?"
„Ihr aussehen lenkt mich von der Tatsache ab, dass sie meinen Bruder weh getan haben."
Wegen des Taxifahrers sagte ich es so harmlos wie möglich.
Sie schaute verlegen auf den Sitz ging aber nicht auf meine Aussage ein.

Kurze Zeit später kamen wir an. Meine Wohnung befand sich vier Häuser weiter als Darias.
Sie ging vor und öffnete mir die Tür. Meine Wohnung befand sich im dritten Stockwerk. Der Flur war genauso wie der bei Daria. Sie gab mir den Schlüssel, so das ich selbst die Tür zu meiner Wohnung öffnen konnte. Daria schaltete das Licht ein.
Es war wie bei ihr ein Wohnzimmer in dem ich stand. Die Wände waren weiß und die Möbel aus einem dunkelbraunen Holz. An der wand links stand ein großes dunkelbraunes Sofa. Davor ein runder größer Edler Couchtisch. Ein Sessel im selben Ton wie das Sofa stand daneben mittig im Raum. Rechts war eine beleuchtete Anbauwand. Ich ging zu ihr rüber und sah das sich dort drin schon Gläser befanden und auf einer Seite sogar Alkohol drinnen war. Der Whiskey fiel mir als erstes ins Auge. Es roch alles nach neuen Möbeln.
„Gefällt es ihnen?"
Ich nickte. Es gefiel mir tatsächlich.
„Kommen sie ich zeige ihnen den Rest."
Alle Regale in der Wohnung hatten den selben Stil sie hatte es wirklich gut getroffen es passte zu mir.
Die Wohnung hatte eine kleinere Küche und ein großes Badezimmer welches ebenfalls eine freistehende Badewanne hatte. Alles was sie in ihrer Wohnung in Goldtönen hatte war bei mir braun.
„Ihr Schlafzimmer habe ich etwas anders gestaltet als den Rest, ich glaube das passt am besten zu ihnen." Sie betrat das größte Zimmer.
Die Wände waren mit grauen Platten tapeziert. In der Mitte des Raums stand ein riesiges Himmelbett. Natürlich ohne Vorhänge aber mit hohen schwarzen Eisenstäben. Der Bettkasten war grau hatte dennoch dunkelbraune Akzente. Vor dem Bett stand eine Bettbank in dem selben Eisen und dunkel braunem Holz.
Zwei Nachttische befanden sich rechts und links neben dem Bett im gleichen Stil. Rechts an der wand stand ein großer grauer Kleiderschrank. Links hingen lange dunkele Vorhänge, die wie es scheint zu einem Balkon führen. Auf der anderen Seite des Raums befand sich ein schwarzer Glas Tisch und ein kleines Sofa aus dem selben Material wie das Bett. Der Boden war aus grauem Laminat und beim Bett lagen kleinere graue Teppiche.
Es war alles dunkel und kalt, so sah Daria mich also. Das brachte mich zum Lächeln. Es gefiel mir.

„In ihrem Kleiderschrank finden sie ihre Kleidung, wenn sie noch was brauchen ich habe ihnen meine Nummer an den Kühlschrank geheftet. Ich würde dann gehen."
Sie drehte sich um und wollte gerade gehen.
„Eins noch." hielt ich sie auf. Ich ging vor zum Wohnzimmer. Sie folgte mir. Ich ging zum Schrank und holte eine Flasche Wodka raus.
„Sie sagten doch, sie trinken zu allen Anlässen."
Das brachte sie zum Lächeln. Ein wunderschönes ehrliches Lächeln. Davon würd ich gerne mehr sehen. Ich schüttelte den Wodka in zwei Gläser ein, ich hatte auf die Schnelle keine Schnapsgläser gefunden.
„Auf ihr neues Ich." Daria hob ihr Glas und ich tat es ihr nach.
„Danke Daria." wir stoßen an und tranken aus.
Sie stellte ihr Glas ab und ging zu Tür um sich ihre Stiefel anzuziehen.
„Bis morgen Jackson." Sie Verlies meine Wohnung und lies mich alleine mit so viel freien Raum. Es war ein seltsames Gefühl.

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