„Das war eine beschissene Idee." hörte Hermine Emily schimpfen. Hermine hatte Emily und Alexander mit sich genommen. Die beiden Ältesten hatten es so entschieden und Draco war anscheinend damit zufrieden gewesen. So zufrieden wie man eben sein konnte, wenn man dazu verdonnert wurde auf Kinder aufzupassen, die aus einer anderen Zeit kamen. Sie hörte Alexander ruhig sprechen: „Mum und Dad würden nicht wollen das du so sprichst." „Beschissen, Beschissen, Beschissen." zischte sie zurück und Hermine klopfte unsicher an die Tür, die zu ihrem Gästezimmer führte. Ihre Wohnung war nicht klein, aber eindeutig nicht dafür gemacht zwei Gäste zu beherbergen. Weshalb neben dem Einzelbett jetzt noch ein Feldbett aufgeschlagen worden war. Alexander und Emily musterten Hermine mit ihren braunen Augen. Sie fühlte sich direkt überfallen und räusperte sich leicht: „Ich hab die Bettwäsche."
Alexander nahm sie ihr dankend ab und Hermine war erstaunt darüber, wie riesig er bereits war. Fast so groß wie Draco und der war schon ziemlich groß. Oder war sie einfach nur zu klein? Nein definitiv nicht. Hermine war guter Durchschnitt, wenn es nach ihrer Größe ging. „Ihr seid Geschwister oder?" hakte Hermine vorsichtig nach, während Emily mit einer bockigen Miene auf dem Bett saß und Alexander die Betten überzog. „Ja sind wir. Tut uns leid. Wir wollten wirklich keine Schwierigkeiten machen." antwortete Alexander und Hermine nickte leicht. „Wir werden sowieso nicht lange hierbleiben. Also ist es egal." murrte Emily und ihr Bruder sah sie scharf an: „Emily." „Was?! Ist doch wahr, oder nicht?" Hermine sah unsicher zwischen den beiden hin und her. Bevor sie nach der Bettwäsche griff. „Komm ich helfe euch. Dann geht es schneller."
Die Betten waren schnell überzogen und Hermine war mit der Ausrede etwas für das Abendesse zu kochen regelrecht aus dem Zimmer geflohen. Bei Merlins verdammten Unterhosen. Sie hatte Verbrecher gejagt. Ehemalige Todesser zur Strecke gebracht und fühlte sich jetzt mit zwei Minderjährigen überfordert. „Reiß dich zusammen Hermine." murmelte sie leise und sah auf, als Alexander aus dem Zimmer kam und durch den Wohnraum auf die Küche zuging. „Hat sich deine Schwester beruhigt?" fragte Hermine und der große blonde Junge lehnte sich an den Türstock: „Ja ich denke schon. Es ist einfach ein wenig zu viel auf einmal." „Nun ja es gibt sicherlich wenige Minderjährige die einen Zeitreise machen." warf Hermine ein und schüttelte bei dem Gedanken den Kopf. Sie war selbst erst dreizehn gewesen, als sie einen bekommen hatte. Im dritten Schuljahr, um alle Kurse zu besuchen.
„Wie lange wird uns das Ministerium beobachten?" wollte Alexander wissen und Hermine pfefferte die zerschnittene Gurke in die Salatschüssel. „Nun ja Alexander..." „Alex." unterbrach er sie und Hermine sah verwirrt auf: „Was?" „Alex. Die meisten nennen mich Alex." „Oh. Verstehe. Nun ja, dass Ministerium schätzt euch momentan als Gefahr ein. Das Einbrechen im Ministerium war nicht gerade sinnvoll." „Ja das war wirklich eine dumme Aktion." murmelte Alex leise und Hermine sah ihn warmherzig an: „Weißt du es würde vieles einfacher machen, wenn ihr uns sagt warum ihr hier seid. Und warum zu viert? Wenn sich rausstellen würde, dass ihr nichts Böses vorhabt oder... sagen wir mal, nicht versuchen wollt, etwas zu machen, was die Zukunft verändert. Dann würde das Ministerium euch in Ruhe lassen.
Alex nickte: „Ich verstehe." Er sagte nichts und Hermine legte den Kopf leicht schief: „Und? Wirst du dazu noch etwas sagen?" „Nein. Ich kann nicht. Tut mir leid." Hermine seufzte resigniert und deutete auf ein Schränkchen: „Würdest du den Tisch decken. Die Nudeln sind gleich fertig." „Natürlich." antwortete Alex knapp und holte die Teller heraus. Hermine machte inzwischen den Salat an: „Woher kommt ihr eigentlich?" „Wie?" „Ich meine, kommt ihr aus einer späteren Zeit oder der Zukunft." „Ich würde sagen Zukunft." Das war auch das einzige was er ihr erzählte. Das Abendessen verging ziemlich schleppend und Hermine war die einzige die am Tisch versuchte eine gute Atmosphäre aufzubauen.
Sie war froh am nächsten Morgen ins Büro flüchten zu können und sah deshalb ein wenig schlecht gelaunt auf, als Draco ins Büro kam und sich stöhnend auf seinen Platz fallen ließ: „Ich halt das nicht noch einen Tag aus." „So schlimm? Übertreib nicht Malfoy." „Halt die Klappe Granger." „Hey du brauchst mich nicht so anzufauchen." schimpfte sie überreizt los, „Du bist nicht der einzige, der ungewollt Besuch hat. In Ordnung?" Er sagte daraufhin nichts, sondern zog die Schubladen seines Schreibtisches auf und suchte nach etwas. Als er ein Glas mit Wasser füllte, erkannte Hermine Kopfschmerztabletten. „Wirst du krank?" fragte sie leicht besorgt nach.
„Kein Mitleid Granger." erwiderte er kühl und Hermine schlug die Akte zu, die sie in der Hand hielt, bevor ihr der Kragen platze: „Arrogantes Arschloch!" Er zog die Brauen nach oben: „Wie bitte?" „Du hast mich schon richtig verstanden Malfoy! Es reicht mir. Endgültig! Andauernd benimmst du dich so! Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass es die Menschen nur gut mit dir meinen?!" „Jetzt mach mal einen Punkt." warf er auffahrend dazwischen und Hermine stand ärgerlich von ihrem Platz auf: „Nein. Ich hab genug davon. Jeden verdammten Tag das gleiche. Weißt du wie anstrengend das eigentlich ist? Ich versuch nur nett zu sein und du benimmst dich jedes Mal wie ein... wie ein verdammter..." sie brach ab und ließ einen Wutschrei aus, bevor sie aus dem Büro stürmte.
Sie knallte hinter sich die Tür zu und ging aufgebracht den Gang entlang. „Dieser... Vollidiot." murmelte sie ärgerlich vor sich hin und war wütend über sich selbst. Sie war meistens schlimmeres von Malfoy gewöhnt, aber die ganze Situation nagte an ihren Nerven. Sie wechselte die Richtung, als sie Harry mit Ron diskutierend näher kamen sah. Das fehlte ihr gerade noch auf die beiden zu treffen und erklären zu müssen, weshalb sie so zornig war. Kurzerhand zog sie die Tür zu einer Besenkammer auf und verschwand hastig darin. Sie lehnte sich gegen eines der Regale und verschränkte die Hände vor ihrer Brust während sie tief ein und aus atmete. „Ich brauch Urlaub." sagte sie zu sich selbst und fuhr sich über die Stirn.
Wieso musste Draco Malfoy immer so sein? Sie versuchte ihn wirklich zu verstehen. Hermine war klar, dass er es nicht leicht hatte. Er hatte härter kämpfen, härter sich beweisen müssen, als andere. Der Ruf als Todesser. Der Ruf seiner Familie, seines Namen, haftete immer noch an ihn und das würde wahrscheinlich immer so bleiben. Man konnte die Vergangenheit nicht auslöschen und oft auch nicht vergessen. Sie wusste das nur zu gut. Aber das gab ihm nicht das Recht, sich jedes Mal so herablassend zu verhalten. Sie kam ihm andauernd entgegen. War stets höflich und verteidigte ihn sogar vor anderen Kollegen, wenn er seinen Sturkopf wieder einmal gegen die Wand schlug.
Hermine sah auf, als jemand die Tür öffneten und sah mürrisch wieder weg, während sie sich über die Augen fuhr: „Verschwinde Malfoy." Sie hörte ihn schwer seufzen, während er eintrat und die Tür hinter sich zuzog: „Was soll das werden Granger? Seit wann versteckst du dich in Besenschränken?" „Ich hab gesagt du sollst verschwinden." fuhr sie ihn an. Er ging nicht. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn er einmal auf sie hören würde. Es war eine ganze Weile ruhig und Hermine drehte im noch mehr den Rücken zu, als er näher kam. „Es tut mir leid. Okay?" „Ach ja?" „Ja. Verdammt Granger. Es tut mir wirklich leid. Momentan... es ist so viel Stress." Sie unterbrach ihn energisch: „Du bist immer so. Das hat nichts mit Stress zu tun."
„Ich bin eben das was ich bin Granger. Ich kann eben nicht anders." erklärte er und Hermine schnaubte verächtlich: „Das ist nicht wahr. Ich weiß, dass du auch ganz anderes sein kannst wenn du nur willst. Weißt du noch den Fall mit dem minderjährigen Jungen?" Er rollte mit den Augen: „Nicht schon wieder diese Leier." Hermine kniff die Augen zusammen: „Dann verschwinde und lass mich alleine." „Verdammt Hermine ich will mich nicht mit dir streiten." warf er ein und sie sah ihn wieder an, während er weitersprach: „Ich weiß, dass ich sehr viel dir zu verdanken habe." „Was meinst du?" Er atmete genervt auf: „Stell dich nicht so dumm an. Du weißt genau was ich meine. Weasley war nicht begeistert, dass Potter dich mit mir in ein Team gesteckt hat. Und du verteidigst mich andauernd bei den anderen. Oder entschuldigst dich für mein Verhalten. Glaubst du ernsthaft, dass ich das nicht mitbekomme?"
Hermine merkte wie ihre Wangen glühten und senkte den Blick: „Das mach ich nicht nur für dich. Bild dir bloß drauf nichts ein Malfoy. Es ist nur zum Vorteil, wenn wir uns mit den anderen Kollegen nicht völlig zerstreiten." „Sicher doch." erwiderte er und der Hohn darin war nicht zu überhören. Sie drückte sich an ihm vorbei und wollte raus, doch die Tür ließ sich nicht öffnen: „Was zum... verdammt nochmal warum geht die Tür nicht auf?" „Stell dich nicht so an." meinte Draco und griff nach dem Griff. Allerdings ging die Tür deshalb trotzdem nicht auf. „Na Mr. Schlaumeier. Denkst du wirklich ich kann keine Türen öffnen?" fragte sie ihn schälmisch und er funkelte sie an: „Das ist nicht witzig Granger."
„Das hab ich nicht behauptet." antwortete sie etwas lauter und suchte nach ihrem Zauberstab und stöhnte auf, als sie ihn nicht fand. „Was?" „Ich hab meinen Zauberstab am Schreibtisch liegen lassen." „Na klasse Granger." sagte er und sie schüttelte aufgebracht den Kopf: „Gib mir deinen." Sie sah dabei zu, wie er nach seinen Stab suchte, bevor er aufhörte und den Kopf in den Nacken legte: „Ich hab ihn nicht." „Was soll das heißen?" „Das mein Zauberstab in der Manteltasche steckt und der Mantel liegt im Büro." „Das heißt wir sitzen hier fest. Wunderbar." gab sie von sich und setzte sich auf einen Karton. „Du brauchst mich gar nicht so anzusehen. Ich war es nicht, der sich in einem Besenschrank versteckt hat."
„Ob du es glaubst oder nicht, normalerweise ist das auch nicht mein Ding. Ich wollte nur nicht so Harry und Ron begegnen. Sonst hätten sie nur Fragen gestellt, wieso ich so schlecht drauf bin." „Verdammt und jetzt sitzen wir deinetwegen hier fest." „Meinetwegen?!" entrüstete sich Hermine. „Du hast wieder schlechte Laune verbreitet. Du ganz alleine Malfoy! Außerdem hat dich keiner dazu aufgefordert mir zu folgen, oder?" „Hören wir bitte auf zu streiten." warf er ein und Hermine presste die Lippen fest zusammen um nicht loszuschimpfen. Sie schwiegen eine ganze Weile bis Draco sich auf den Boden setzte und über seine Stirn fuhr: „Der Tag hat schon beschissen angefangen."
„Wie meinst du das?" „Vergiss es." „Sag schon." forderte sie und er fuhr sich durch seine Haare: „Nun erst hat Sophie die ganze Nacht nicht geschlafen. Heute Morgen dann hat Megan mit mir eine Diskussion abgehalten, weil sie nicht in der Wohnung bleiben wollte." „Sie sind Geschwister." sagte Hermine und Draco sah interessiert auf: „Wirklich?" Sie nickte: „Ja. Ich hab sie gestern gefragt. Außerdem kommen sie aus der Zukunft." „Dann sind wir wenigstens etwas schlauer als vorher. Haben sie dir auch erzählt warum sie hier sind?" „Nein leider nicht. Aber Alex wollte wissen wann das Ministerium sie in Ruhe lässt." „Überhaupt nicht, wenn sie den Mund weiterhin nicht aufmachen." „Das hab ich ihm auch erklärt."
Sie sagten wieder nichts und Hermine sah auf, als Draco ruhig sprach: „Ich meinte das vorhin wirklich so. Ich weiß, was ich dir zu verdanken habe. Also Danke." Ein kleines Lächeln bildete sich auf ihren Lippen: „Schon in Ordnung." „Und tut mir leid, dass ich oft so... nun nennen wir es so mürrisch bin. Aber ich bin eben so." „Ich denke nicht, dass du wirklich so bist?" „Ach ja?" „Ja." erwiderte sie ruhig, „Versteh mich bitte nicht falsch. Aber ich glaube, dass du allen immer nur weißmachen willst, dass du aus Eis bist." „Aus Eis?" fragte er eindeutig amüsiert und Hermine konnte ein Lachen gerade noch so unterdrücken: „Ist das nicht dein Spitzname?" Er sah sie verwirrt an und Hermine legte ihre Hand kurz auf ihren Mund, um ihr Lachen einzudämmen, „Der Eisprinz aus Slytherin?" Draco legte seinen Kopf in den Nacken und grinste breit: „Bei Merlin. Der Name wird mich wohl noch Jahre verfolgen. Ich würde ja gerne mal wissen wer den aufgebracht hat." „Na unser Haus war es bestimmt nicht."
Die beiden lachten kurz und Draco atmete fest aus. „Denkst du es wäre anders gelaufen?" „Was genau?" „Wenn unsere Häuser nicht so verfeindet gewesen wären? Denkst du wir hätten schon vorher so etwas wie..." Er schien nach den richten Worten zu suchen oder nicht aussprechen zu wollen. „Du meinst so etwas wie Freunde?" „Ja." sagte er knapp und Hermine zuckte leicht die Schultern: „Ich weiß es nicht Draco. Vielleicht ja." Die beiden sahen auf, als die Tür aufging und Hermine versteifte sich, als sie Ron sah. Draco stand auf: „Merlin sei Danke. Es hat uns jemand gefunden." Ron deutete fahrig über seine Schulter: „Ich hab... so ein Mädchen gesehen." stotterte er unsicher. Hermine seufzte: „Das hört sich ganz nach unseren Gästen an."
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Fateful Encounter
FanfictionEine merkwürde Anomalie an einem verregneten Nachthimmel, schreckt das Ministerium und deren Aurorenzentrale in Alarmbereitschaft. Hermine Granger und Draco Malfoy sind nur einige der Auroren, der der Sache nachgehen. Allerdings sind sie die einzige...
