Kapitel 8

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„Ich wette zwei Sickel, dass Megan sich durchsetzt." sagte Emily gelangweilt und starrte aus dem Fenster. Ihre kleine Schwester die neben ihr stand schüttelte den Kopf: „Ich halte dagegen. Alex setzte sich durch." „Aber Megan ist gut im Diskutieren." „Ja aber Alex hat die besseren Argumente." erwiderte Sophie. Emily legte leicht den Kopf schief: „Okay ich setzte außerdem noch zwei Sickel darauf, dass Megan ihn heute noch schlägt." „Da bin ich dabei." „Nein du musst dagegen halten. Sonst hat das keinen Sinn." Sophie schüttelte den Kopf: „Aber dann verlier ich." Draco wandte sich von den Beiden ab und ging die wenigen Schritte durch den Flur in die Küche: „Was treiben die Beiden eigentlich da?" wollte er wissen und Hermine sah auf: „Sie schließen Wetten ab wer gewinnt."

„Gewinnt?" hakte Draco verwirrt nach. „Alex und Megan streiten schon wieder und die beiden Kleinen schließen darüber Wetten ab wer gewinnt." Hermine schnaubte leicht verächtlich, „Ich weiß nicht wie viel Taschengeld Emily bekommt, aber sie hat einen ganzen Batzen Geld bereits verloren seit dem wir hier sind." Draco schmunzelte und Hermine sah ihn leicht irritiert an: „Was?" „Blaise und ich machen das auch ganz oft." „Wetten wer gewinnt?" „Nicht nur. Jede uns bietende Kleinigkeit eben. Ob es darum geht, dass ein Bekannter ärger bekommt oder welches Team im Quidditch gewinnt. Alles Mögliche eben." „Verrückt." quittierte Hermine es knapp und deutet auf die Teller: „Würdest du bitte den Tisch decken?" Er nickte und nahm einen Stapel Teller.

„Wann wollen wir eigentlich morgen abreisen?" „Ich dachte Vormittag. Dann können wir noch in die Arbeit und nachfragen was es alles gibt. Es gibt bestimmt schon wieder andere Fälle. Das sollten wir nicht vergessen." antwortete Hermine und Draco stimme ihr in diesem Punkt voll zu. Es gab mehr als nur diese Angelegenheit, um die sich gekümmert werden musste. Draco rief nach Emily und Sophie, als Hermine den Auflauf auf den Tisch stellte und wollte gerade nach draußen gehen um die beiden Ältesten zu holen, als sie ihm schon entgegen kamen. Megan und Alex hatten finstere Gesichter aufgesetzt und sprachen beide nicht während des ganzen Abendessens. Es waren nicht nur Hermine und er, die besorgt zwischen ihnen hin und her schauten. Auch Emily und Sophie wirkten besorgt.

Draco verbot es sich direkt den Kopf darüber zu zerbrechen. Es half einfach nichts. Sie mussten auf die Ergebnisse warten. Er hang den Gedanken nach, als die vier Zeitreisenden schon längst schliefen und er mit Hermine damit beschäftigt war eine zweite Rotweinflasche zu lehren. Wahrscheinlich war es die letzte Gelegenheit ausgelassen zu sein, bevor der Routinemäßige Alltag ihn wieder hatte. Er sah Hermine amüsiert an, als sie mit ihrem Glas in der Hand tiefer in der Couch zu versinken schien und dabei den Kopf in den Nacken legte: „Ich hab überhaupt keine Lust morgen in die Arbeit zu gehen." „Werden wir Arbeitsscheu Granger?" scherzte er und streckte sich leicht. „Nein. Aber mit einem Punkt hattest du letztens Recht. Mein Privatleben bleibt momentan wirklich auf der Strecke. Weißt du eigentlich wie viele Überstunden wir jeden Monat haben?"

„Na Potter hat anscheinend keine kompetenten Angestellten." warf er ein und sie lachte leise, bevor sie ernst wurde: „Nein. Es ist auch meine Schuld. Ich hab mich regelrecht in die Arbeit gestürzt um Ginnys Verkupplungsversuche zu entkommen und anderen Dingen aus dem Weg zu gehen." Sie sah ihn leicht grinsend an: „Weshalb ich eine Entscheidung getroffen habe, bezüglich deines Angebotes." Draco wurde hellhörig und wandte sich ihr besser zu, um sie anzusehen: „Ach wirklich?" Sie nickte: „Ja." Sie sagte nichts und Draco zwickte sie leicht in die Seite: „Na sag schon." „Ich geh mit dir aus. Aber du musst zahlen." Er konnte es nicht verhindern, dass er wie ein bekloppter grinste: „Doch wohl nicht so Emanzipiert oder?"

Sie hob leicht abwehrend die Hände: „Hey wenn schon eine Verabredung dann richtig." „Richtig Klassisch." fügte er hinzu und sie lachte erneut gegen ihr Glas. Es war seltsam. Er hätte nie gedacht, dass er sich so gut mit Granger verstehen würde. Geschweige sie wirklich einladen würde mit ihm Auszugehen. Sie war immerhin Hermine Granger. Die letzten Jahre hatte er nicht mehr in ihr gesehen, als seine Kollegin. Nicht einmal eine gute Freundin, sondern einfach nur einen Menschen mit dem er zusammenarbeiten musste. Bei Merlins Unterhosen war er blind gewesen? Vielleicht hatte er es sich selbst aber einfach nur verboten, über sie nachzudenken. Was seltsam war, denn seit Tagen dachte er über fast nichts anderes mehr nach.

Zum Beispiel darüber, dass Granger mehr als nur ansehnlich war. Sie war hübsch. Sehr hübsch sogar. Wobei er auch festgestellt hatte, dass er mit ihr mehr als nur gut zu Recht kam. Er mochte es mit ihr zu reden und Zeit zu verbringen und er liebte ihr Lachen. Es war Musik in seine Ohren. „Was?" fragte sie verwundert, als er sie eine Zeit lang ansah, aber nichts sagte. Ihr Gesichtsausdruck war Gold wert, als er sich zu ihr beugte und sie küsste. Es dauerte etwas bis sie sich aus der Erstarrung löste und den Kuss erwiderte. Himmlisches Gefühl. Er merkte wie sie näher rückte und an ihrem Glas daran gehindert wurde, weshalb er es ihr aus den Fingern zog und mehr blind auf den kleinen Beistelltisch stellte, ohne sich von ihr zu lösen. Draco merkte wie sich ihre feinen Finger in seinen Haaren festklammerten, während er sie noch näher an sich ran zog.

Das war verrückt. Er sollte das jetzt sofort beenden, bevor er, sie beide, etwas taten was sie später nur bereuen würden. Doch sein Verstand spielte bei dieser Entscheidung nur eine kleine Rolle. Viel mehr zu sagen hatte momentan sein Körper. Verdammt es war viel zu lange her seit dem er einer Frau so nahe war. Er hatte die letzten Monate auf Verabredungen oder ähnliches verzichtet und hatte es auf die Arbeit geschoben. Das hier war viel zu verlockend, als jetzt damit Schluss zu machen. Ihr entwich ein Seufzer, als er seine Lippen von ihren löste und die Stelle am Hals küsste wo zuvor noch sein Finger darüber gestrichen hatte. „Draco..." wisperte sie schwer. „...sie könnten runterkommen..."

Natürlich hatte sie Recht. Verdammt er wollte aber jetzt nicht aufhören. Er schob es auf den Wein. Immerhin hatten sie schon die zweite Flasche geöffnete. Er würde zwar nicht behaupten, dass er betrunken war, aber die Hemmschwelle war definitiv geschrumpft. Ihre Finger spielten mit seinem Hemd: „Wir sollten.... nach oben gehen." Er nickte und küsste sie wieder: „Ja definitiv." Er machte nicht die Anstalt aufzustehen oder sich von ihr zu lösen. Viel zu verlockend waren der betörende Duft von ihr und die weichen Lippen. Sie schien wohl zu verstehen, dass er es nicht schaffen würde aufzustehen wenn sie nicht den Anfang machte. Weshalb sie sich erhob und ihn mit in den Flur zog. Bevor sie eine Stufe der Treppe betreten konnte, umfasste er zärtlich ihr Gesicht und küsste sie leidenschaftlich. Sie sollte sich ja nicht um entscheiden. Das würde er nicht verkraften.


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Hermines Verstand war eindeutig auf Sparflamme. Alles was momentan zählte war das wohlige Gefühl das in ihr aufstieg. Ein Gefühl das sie schon viel zu lange vermisst hatte. Sie löste sich schwer von Draco und schnappte nach Luft. Wenn sie nicht bald hochkamen in irgendein verfluchtes Zimmer würden sie wahrscheinlich hier übereinander herfallen. Hatte sie eigentlich den Verstand verloren? Das war Draco. Draco Malfoy. Ihr Arbeitskollege und sie machten hier rum wie irgendwelche pubertierende Teenager. Komischerweise war ihr das momentan ziemlich egal. Sie verdrängte den Gedanken, was für peinliche Konsequenzen das hier haben könnte. Ganz zu schweigen, dass es einige ihrer Bekannten und Freunde sicherlich nicht tolerieren würden.

Sie grinste ihn verschmitzt an und spürte wie nicht nur ihre Wangen brannten sondern ihre Lippen schon Lichterloh brennen mussten. Wie konnte es sonst sein, dass sie sich so heiß anfühlten. Sie ging die Treppe nach oben und unterdrückte ein Lachen, als Draco ihr so eilig hinterher rannte, dass er fast stolperte und deshalb leise fluchte. Sie wollte die Tür zu ihrem Gästezimmer aufmachen und kicherte, als Draco sie an der Hand nahm und fest mit sich zog. Seine Lippen legten sich leidenschaftlich auf ihre, bevor er sie in sein Zimmer dirigierte. Er schloss die Tür und Hermine hörte wie er absperrte. Sie sah zu ihm amüsiert auf: „Erwartest du nächtlichen Besuch?" Er grinste: „Ich werde es nicht darauf ankommen lassen."

Seine Hände vergruben sich in ihren Locken als er sie erneut zu küssen begann und Hermines Gehirn versuchte zu arbeiten. War es nicht zu verrückt? Zu waghalsig? Zu überstürzt? Ihre Einwürfe wurden verdrängt. Ihr Körper wollte genau das hier. Verdammt wie lange war es her, seit dem sie sich so wie jetzt gefühlt hatte? Eine halbe Ewigkeit sicherlich. Ron hatte es Wochen vor ihrer Trennung entschieden vermieden Hermine nur anzufassen. Geschweige mit ihr zu schlafen. Sie schmiss den Gedanken über Bord. Verdammt das hier war Draco Malfoy. Einer der begehrtesten Junggesellen in ihrer Arbeit, wenn auch der meist gehasste. Es gab so viele die ihm immer noch nicht trauten und genauso viele Frauen schwärmten für den attraktiven und seltsamen Auroren. Was scherte sie es, was morgen oder übermorgen war. Selbst wenn sie es bereuen würde. Dies hier würde sie erst einmal genießen.

Sie machte sich ungeduldig daran sein Hemd zu öffnen und schaffte dies auch nach einigen Minuten. Seinem Hemd folgte ihre Bluse und ihr entwich ein Seufzer, als seine warmen Finger geschickt über ihre Haut fuhren. Ihre Hände zitterten vor Aufregung, als sie versuchte ihn von der restlichen Kleidung zu befreien. Er ließ sie allerdings nur solange gewähren, bis er in Boxershorts dastand. Er zog sie plötzlich wieder eng an sich rann und vertiefte sie wieder in einen herrlichen Kuss, während er sie weiter zum Bett drängte. Bett? Hermine hatte nicht das Gefühl in einem Bett zu landen sondern auf einer kuscheligen weichen Wolke. Sie hatte das Gefühl zu schweben. Vielleicht war das so etwas wie der Himmel. Himmlische Glückseligkeit.

Ein Schauer lief ihr über den gesamten Rücken hinweg zu ihren Zehen, als Draco sich über sie beugte und ihre Haut liebkoste. Sie biss sich fest in die Unterlippe und wand sich unter ihm, während er Küsse von ihrem Hals hinab zu ihrem Bauch zog. Wollte er sie quälen? Sie presste ihren Handrücken auf ihrem Mund, als ihr ein Stöhnen über die Lippen kam. Jede kleinste Berührung von ihm, schien sie zu erregen. Schien ein Beben in ihr auszulösen. „Draco..." jammerte sie ächzend, als er viel zu langsam ihre Hose von den Beinen zog. „Werden wir ungeduldig." witzelte er und schien jede Reaktion von ihr zu beobachten. Ein Seufzer entwich ihrer Kehle, als er verführerisch ihren Oberschenkel hinaufstrich.

Sie sah schwer atmend zu ihm auf und ihre Blicke trafen sich. Seine Augen schienen zu funkeln. „So schön... Hermine du bist so schön." murmelte er, bevor er sich wieder über sie beugte und sie so innig küsste, als wäre es das normalste der Welt. Als wären sie schon Wochen vielleicht Monate zusammen. Auch als sie miteinander schliefen, war es das normalste der Welt. Es war mehr als nur gut. Es war perfekt. Als wüsste jeder von ihnen, was der andere brauchte und wollte. Hermine hang diesem Gedanken nach, als sie bei Draco in den Armen lag und er schon längst schlief. Sie lauschte seinen gleichmäßigen Atemzügen und den Regentropfen die gegen das Fenster schlugen. Sie spürte sogar unter ihren Fingern sein pochendes Herz.

Ein mildes Lächeln erschien bei dieser Feststellung auf ihrem Gesicht. Er war doch ein Mensch. Er hatte ein schlagendes Herz. Wie oft hatte sie schon die Beschimpfung gehört, dass er angeblich ein Herzloser Kerl war. Nein das war Draco Malfoy entschieden nicht. Sie fühlte sich bei ihm wohl. Mehr als nur wohl. Sie fühlte sich bei ihm geborgen und das war definitiv verrückt. Verrückt aber Gut. Sie schloss die Augen und versuchte zu schlafen. Er hatte sie schön genannt. Hatte Ron jemals zu ihr so etwas Simples gesagt? Sie konnte sich nicht erinnern. Sie wusste es nicht. Das was sie wusste war eine Erkenntnis, die sich die letzten Tage immer mehr aufgebaut hatte. Sie Hermine Granger hatte sich tatsächlich verliebt. Sie wollte es sich nicht eingestehen, aber jetzt wusste sie es mit Sicherheit. Sie war verliebt in Draco Malfoy.

Mit diesem Gedanken wachte sie am nächsten Morgen auch auf. Neben den Mann, neben den sie auch eingeschlafen war. Er beobachtet sie bereits und murmelte ein leises: „Morgen." Sie seufzte, bevor sie seinen Gruß erwiderte und versuchte diesen warmen Moment festzuhalten. Sie blinzelte, als er ihr eine wirre Locke zur Seite strich und sie sanft küsste. Sie sah ihn an, als er sich von ihr löste: „Draco?" „Mmh." „Was ist das hier eigentlich?" Er schien über die Frage nachzudenken und erwiderte nach einiger Zeit: „Ich weiß es nicht. Ich hab wirklich keine Ahnung." Sie presste fest die Lippen zusammen und er sah sie ruhig an: „Lass uns einfach sehen was sich daraus entwickelt. Ja? Lass uns nichts überstürzen." Hermine nickte: „Ja in Ordnung. Lass uns schauen, was daraus wird."



Ja... räusper.... hüstel..... und wie fandet es ihr?

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