Kapitel 12

159 8 0
                                        


Wir nähern uns dem Ende.... nur mal so zur Info :)





„Ich hab Harry gesagt, dass wir einem Hinweis nachgehen. Er ist sauer." erzählte Hermine und setzte sich zu ihm auf das große Sofa das im Wohnraum stand. Draco nickte leicht und fuhr sich über die Stirn. Verdammt er konnte es immer noch nicht begreifen. Das waren seine Kinder und Drei davon waren spurlos verschwunden. Die ganze Zeit fragte er sich, ob Sophie sich genauso aufgelöst hatte wie Alexander. Er hatte gespürt, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie war eiskalt gewesen und so blass. Er sah auf, als Hermine ihn an der Schulter berührte: „Hey... alles in Ordnung?" „Ich weiß es nicht Hermine." Sie lächelte ihn aufheiternd an und er merkte wie schwer ihr das fiel. Er wollte etwas sagen. Sie trösten oder ihr Mut machen, ließ es allerdings als Megan die Treppe wieder herunterkam mit ihrer Tasche in der Hand.

Sie würde endlich reden. Nur deshalb waren sie zurück in Dracos Wohnung gegangen. Sie schien zu zögern und ließ sich nur langsam auf den Zweisitzer nieder, der gegenüber Hermine und Draco stand: „Ihr reagiert so gelassen. Ich dachte eigentlich ihr würdest ausflippen." sagte sie leise und Draco lachte hohl: „Ich glaube wir haben das noch gar nicht richtig realisiert Megan." Sie nickte stumm und Hermine zog ihre Hand zurück: „Warum habt ihr nicht von Anfang an mit offenen Karten gespielt?" „Das konnten wir nicht. Onkel Blaise hat gesagt..." „Blaise?! Blaise hat davon gewusst?" empörte sich Draco und Megan schüttelte den Kopf: „Blaise aus unserer Zeit." „Oh." gab Draco von sich und beruhigte sich augenblicklich wieder, „Natürlich. Blaise aus eurer Zeit." „Wir mussten verhindern, dass sich die Zukunft vielleicht noch mehr verändert. Aber jetzt ist es ohnehin schon zu spät." sagte sie mit belegter Stimme und stellte die Tasche auf den Beistelltisch vor sich.

Sie öffnete die Tasche und kramte darin rum bis sie einen Stapel Fotos herauszog. „Das ist das was ich mitnehmen konnte, bevor wir hierhergekommen sind." erklärte sie und reichte die Fotos Draco. Draco nahm sie zögerlich und Hermine rutschte näher an ihn ran, um etwas zu sehen. Es waren eindeutig Fotos von der Familie. Seiner Familie... ihrer Familie... in naher Zukunft. Es war verrückt. Eines der ersten Bilder war ein Familienportrait. Zu Dracos Verwunderung wirkte es nicht so steif und förmlich, sowie er es von seinen Familienaufnahmen kannte. Sie saßen zwar alle zusammen auf einem hübschen dunklen Sofa, aber alle wirkten entspannt und heiter. Hermine zog ihm das Foto aus den Fingern und musterte es. Neben einigen Fotos von den einzelnen Kindern waren auch welche dabei von Hermine und ihm. Ungezwungen und Glücklich sahen sie aus. Das war verrückt. Das war einfach nur verrückt und nicht realisierbar.

Er lächelte matt, als auf einen Bild Hermine und er in Hocke standen und ein kleines blondes Mädchen unsicher drein schaute, während sie ein Spielzeug festumklammerte. „Das war Emilys erster Tag im Kindergarten." erklärte Megan als sie sah was er ansah. Hermine wurde sofort aufmerksam und zog es ihm aus den Fingern. „Das ist doch... unmöglich." Es war noch ein Familienbild dabei. Ein Bild vor einem hübschen Weihnachtsbaum und Draco runzelte die Stirn: „Wer ist der kleine Junge neben Emily und Sophie?" „Henry." „Henry?" fragte Hermine verwirrt und Megan schluckte: „Unser Bruder. Er ist drei." Draco wollte fragen warum er nicht mit ihnen mitgekommen ist, doch Megan war schneller: „Er ist als erstes Verschwunden, nachdem ihr nicht mehr da wart."

Er sollte sich eigentlich Gedanken machen, was sein zukünftiges Ich sich dabei dachte Fünf Kinder zu zeugen. Fünf? Zwei Kinder waren für Malfoyische Verhältnisse schon viel und er hatte Fünf. Doch er schob den Gedanken zur Seite und sah Megan ruhig an: „Du hast erzählt, es sind alle verschwunden. Was meinst du damit? Was ist genau passiert?" Megan legte die Hände im Schoss zusammen und sprach mit bedacht: „Ihr wart von heute auf morgen einfach verschwunden. Wir konnten es uns nicht erklären aber Blaise und ein Kollege von ihm haben es rausgefunden. Etwas hat sich in unserer Vergangenheit verändert, also in eurer Gegenwart. Etwas was eure Zukunft, unsere Gegenwart, drastisch verändert hat."

„Und was war das?" wollte Hermine wissen. Megan strich sich einige Haarsträhnen hinters Ohr: „Ihr seid nicht zusammengekommen. Etwas hat die Vergangenheit verändert." Draco runzelte die Stirn: „Aber die Zukunft kann sich doch jederzeit ändern oder nicht?" „Das ist kompliziert zu erklären. Tatsache ist, dass sich etwas verändert hat und das dadurch unsere Existenz gefährdet wurde. Als Onkel Blaise das begriffen hat, war es für einige schon zu spät." Hermine Stimme zitterte: „Zu spät?" „Ja. Menschen die durch euch existiert haben, haben sich aufgelöst. Sie gab es plötzlich nicht mehr, weil ihr so nicht mehr existiert habt, wie es eigentlich sein sollte. Henry war schon nicht mehr da, als wir zuhause angekommen sind. Er hat sich einfach aufgelöst. Ebenso Blaise Frau und seine drei Kinder. Sie sind damals nur wegen euch zusammengekommen. Das hat nun nie stattgefunden."

Draco versuchte zu folgen und hatte Schwierigkeiten, während Megan zaghaft weitererzählte: „Das Ministerium wurde informiert. So etwas gab es noch nie. So ein derartiger Fall war ihnen nicht bekannt. Natürlich gab es Zeitreisende die sich selbst und ihre Zukunft gefährdet hatten, aber so etwas in dieser Art war ihnen noch nie untergekommen." Sie hob ihren Arm hoch: „Blaise und das St. Mungo haben uns mit magisch erstellten Magiereserven, Zeit herausgeschlagen. Aber..." „Sie wirken nur für eine bestimmte Zeit." sagte Hermine und Megan nickte: „Ja. Wären wir in unserer Gegenwart geblieben hätten wir vielleicht ein Jahr gehabt." „Ein Jahr? Und wieso habt ihr das nicht gemacht?" Megan sah Draco verständnislos an: „Weil uns ein Jahr nichts nützt. Wir wollten euch zurück. Wir wollten unser Leben, unsere Zukunft zurück."

Draco fuhr sich über die Stirn: „Hat das die Anomalie ausgelöst? Ich meine diese aufgeladenen Bänder?" „Möglich. Ich weiß es nicht. Das Ministerium wollte uns nicht helfen. Sie sagten es wäre zu riskant in die Vergangenheit zu reisen und das ihr eventuell ihre Mitarbeiter erkennen würdet. Deshalb hat Blaise uns einen Zeitumkehrer besorgt. Wir haben zusammenbeschlossen, dass wir es versuchen. Aber wir hätten weiter zurück reisen müssen. Wenigstens um ein paar Stunden." fügte sie hinzu und hörte sich an, als würde sie selbst darüber nachdenken. „Ein paar Stunden? Warum?" fragte Draco misstrauisch.

„Wir wollten es schaffen, dass wir den Zeitpunkt wiederherstellen, der euch zusammengebracht hat." „Und der war?" hakte Hermine nach und Megan schien leicht rot anzulaufen. „Als... als ihr im Aufzug stecken geblieben seid." Hermine und Draco sahen sich verwirrt an und Megan lachte unsicher: „Ich kenne die Geschichte schon auswendig. Ihr seid steckengeblieben, habt euch ausgesprochen und... naja habt noch so einige Sachen angestellt bis zum Morgen, als man euch endlich gefunden hat." Sie sahen sich wieder an, um nur schnell wieder wegzusehen. „Drei Monate später seid ihr zusammengezogen." „Niemals. Das wäre viel zu früh!" warf Hermine ein und ihre Wangen schienen rot zu leuchten.

„Jaaaaa..." entgegnete Megan, „Das haben einige Freunde und Bekannte von euch auch gemeint und haben der Sache auch nicht viel Chancen gegeben. Sechs weitere Monate darauf war die Verlobung und nochmal drei Monate später die Hochzeit." „Das glaube ich nicht." stockte Hermine hervor und Draco fuhr sich durch seine Haare: „Ich auch nicht." „Aber es stimmt. Ihr und unsere Bekannten erzählen das andauernd. Jedes Mal. Bei fast jeder Feier. Ihr habt dann das Haus gekauft, dass leerstehende und es hergerichtet. Kinder bekommen und nun ja... gelebt einfach." Hermine stand auf und ging unruhig hin und her.

Megan sah unsicher zwischen ihr und Draco hin und her: „Wir wollten doch nur, dass wieder alles so wird wie früher. Aber wir sind zu spät gekommen. Dann hat Alex gemeint das wir noch Zeit hätten euch zusammenzubringen." „Hat uns darum Emily eingesperrt?" wollte Draco von ihr wissen und sie nickte beschämt. „Ich fand es von Anfang an eine blöde Idee. Ich dachte es zu sagen oder zu erklären wäre einfacher gewesen.... aber Alex hat gemeint, dass dann sich alles ändert." „Er sagte das Zeitfenster ist geschlossen?" wiederholte Hermine langsam. „Es lief an dem Tag ab, als wir zurück nach London sind. Wir haben zuerst gedacht, es sei alles gut. Die Magiereserven haben aufgehört Zeit abzuziehen. Das einzige was uns verwundert hat war das wir immer noch hier waren. Wenn alles richtig funktioniert hätte, wären wir wieder in unserer Zeit gelandet und ihr alle hättet nichts mehr von uns gewusst. Genauso wie wir. Alles wäre wieder normal gewesen. Doch es ist nichts passiert."

Draco schloss die Augen: „Der Streit." Seine Tochter sah verwirrt auf, „Wir haben... gestritten. Das heißt eigentlich nicht direkt gestritten. Ich..." Er brach ab und Megan umklammerte ihren Reif: „Plötzlich wurden die Reserven viel schneller aufgebraucht. Sophie hat sich dann... sie ist in der Nacht verschwunden. Dann Emily und eigentlich..." Sie brach ab und schniefte, „Ich wäre die nächste gewesen, aber Alex hat die Armreife ausgetauscht, als ich im Ministerium eingeschlafen bin. Er hat sie ausgetauscht..." „Aber wenn wir jetzt zusammen sind... ich meine würde das nicht etwas ändern?" warf Hermine hoffnungsvoll ein und Megan schüttelte den Kopf.

„Nein. Ich meine es würde eure Zukunft neu gestalten. Aber es ist nicht unsere. Alex hatte damit recht... es ist zu spät. Das Zeitfenster ist zu." Hermine setzte sich und sah mit traurigen Blick Megan an und Megan strich sich aufkommende Tränen weg: „Das komische ist das Onkel Blaise erklärt hat, dass jemand die Zukunft kennen muss und sie absichtlich sabotiert hat. Aber dafür müsste er von der Zukunft wissen und das könnte doch nur jemand der in der Zukunft war, oder?" Hermine schüttelte den Kopf: „Nicht zwingend. Wenn ich mich nicht irre, gibt es etwas in der verbotenen Abteilung, dass Menschen in die Zukunft blicken lässt. Aber dazu haben nur eine Handvoll Leute zutritt. Und ich kenne niemanden von uns der davon weiß." Megan schluckte: „Es bringt sowieso nichts mehr. Es ist zu spät."

„Wie lange hast du..." find Draco an, „Ich meine, wie viel Zeit haben wir noch mit dir?" Er sah ihr dabei zu, wie sie etwas an ihrem Armreif öffnete. Das was er für eine Art Medaillon gehalten hatte. Er sah leuchtende Zahlen und Megans Stimme war nicht mehr als ein wispern: „Nicht mehr ganz vier Stunden." Hermine sprang wieder auf: „Wir müssen doch etwas tun können! Ich meine... kann man es nicht wieder aufladen oder..." Sie brach ab, als Megan den Kopf stumm schüttelte. Draco und Hermine sahen sich beide ratlos an. Nicht nur das die ganze Situation völlig verrückt und unreal klang, sie hatten außerdem keine Möglichkeit irgendetwas zu tun. Er fühlte sich Hilflos.

Megan sah traurig lächelnd auf: „So schlimm wird es bestimmt nicht oder? Sophie, Emily und Alex hatten keine Schmerzen, nur die letzten fünf Minuten sind schwer. Und was sind schon fünf Minuten? Die gehen schnell vorbei. Habe ich nicht recht?" Sie hatte Angst, dass spürte er sofort. Er wollte etwas Aufheiterndes sagen oder ihr zustimmen. Doch er konnte nicht. Er wusste nur zu gut, wie lange fünf Minuten sein konnten. Wenn sich jede Sekunden wie Stunden anfühlte und die Zeit einfach nicht vergehen wollte. Hermine setzte sich zögernd neben Megan und griff langsam nach ihrer Hand, was sie wieder zum Schluchzen brachte. Draco konnte das nicht mitansehen und tat es Hermine gleich, zog Megan aber leicht an sich, um sie zu trösten.

Eine ganze Weile saßen sie einfach so da, während Megan weiter weinte und er mit Hermine vielsagende Blicke austauschte. Das hier hätte nie so passieren dürfen. Vielleicht wäre es gar nicht so weit gekommen, wenn er Hermine einfach zugehört hätte, statt wieder davon zu laufen. Wieso hatte er es nicht gesehen. Sophies Augen, Megans verdammte Ähnlichkeit mit Hermine und das nicht nur äußerlich. Aber wer konnte schon ahnen, dass von ihnen Kinder aus der Zukunft auftauchten? Ihm brannte eine Frage auf der Seele, die er einfach stellen musste: „Seid ihr glücklich gewesen?" Megan wischte sich die Tränen zur Seite und sah auf, „Ich meine, sind wir eine glückliche Familie gewesen? Waren wir gute Eltern?" Aus den Augenwinkeln bemerkte Draco wie Hermine sich leicht abwandte und anscheinend die Tränen unterdrückte, während Megan nickte: „Ja. Ja wir sind eine super Familie... ihr seid klasse Eltern. Die Besten."

Fateful EncounterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt