Kapitel 1

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Draco Malfoy war müde und das war noch die Untertreibung des Jahres. Es verwunderte ihn direkt, dass er überhaupt noch stehen konnte und wie so häufig verteufelte er in Gedanken Weasley. Wenn dieser Vollidiot es endlich schaffen würde den Kamin in Dracos Büro mit seiner Wohnung zu vernetzen, müsste er nicht ständig nachhause apparieren. Eine Prise Flohpulver und er wäre zuhause. Gut das apparieren ging ebenfalls schnell, aber dazu musste er erst mal das Ministerium verlassen. Nur weil Granger Weasley vor drei Monaten den Laufpass gegeben hatte, ließ er sich nicht blicken. Wieso zum Geier musste er ausgerechnet mit Granger ein Büro teilen? Draco schnaubte innerlich und versuchte sich zu beruhigen. Es war nicht Hermine Granger die ihn störte. Seltsamerweise kam er mit ihr sehr passabel aus und das schon seit Wiederholen seines siebten Schuljahres. Ihm ging es hauptsächlich um die Knalltüte Weaslbee.

Er schloss die Tür des Asservatenraums, in dem er gerade seinen letzten Bericht abgeheftet hatte und ging den dunklen Korridor entlang Richtung Aufzüge. Er stöhnte leise, als er vor den Aufzügen eine bekannte Person stehen sah, die ungeduldig auf den Knopf drückte und wartete. Er überlegte eine Sekunde ob er an ihr vorbeigehen sollte, um zu warten bis sie verschwunden war, doch ein Blick auf seine Uhr hielten ihn davon ab. Es war bereits fast Mitternacht. Er brauchte ein Bett und zwar dringend. „Granger." sagte er leise und sie sah zu ihm auf. „Oh. Du bist ja auch noch da?" gab sie verwundert von sich und er rollte stumm mit den Augen. Ihr ordentlicher Dutt von heute Morgen hatte sich in eine wirre Lockenbracht verwandelt. „Du dummes Ding." murmelte sie ärgerlich und drückte erneut auf den Aufzugknopf.

Sie legte leicht ihren Kopf in den Nacken, bevor ihre braunen Augen wieder an Draco hängen blieben, der sich müde seine Augen rieb. „Hast du den Bericht fertig?" „Ja Granger. Fertig geschrieben und vier Kopien gemacht. Eine für Potter, eine für dich, eine für die Fallakte und die vierte Kopie für mich." „Gut." sagte sie knapp. „Das wird Harry freuen." Wieso hatten sie nicht einfach Granger als Abteilungsleiterin berufen. Dann hätte er ein Büro mit bereits angeschlossenem Flohnetzwerk, dachte sich Draco als der Aufzug endlich seine Tür öffnete. Er machte eine kurze Geste, damit Granger erster einstieg und folgte ihr dann fast schon schlurfend. Draco spielte gerade mit dem Gedanken morgen eine Stunde später in die Arbeit zu kommen, als die Aufzugtür sich erneut öffnete.

Seine Augen verengten sich, während Granger sich sichtlich versteifte. Ronald Weasley sah sie verdutzt an: „Oh. Ihr seid ja auch noch da." „Steig ein Weasley, wir wollen nachhause." blaffte ihn Draco an, als er sich immer noch nicht bewegte. Ron stürzte regelrecht rein und sagte ein kurzes: „Hallo Hermine." „Hallo." erwiderte diese kühl und Draco räusperte sich, als der Aufzug sich in Bewegung setzte. „Im übrigen Weasley, in unserem Büro gibt es immer noch kein Flohnetz." „Ich weiß Malfoy. Weißt du ich hab wichtigeres zu tun, als dein Flohnetz zu installieren." „Wirklich?" gab Draco höhnisch von sich. „Ich warte jetzt schon Wochen darauf." Der Rotschopf wollte gerade den Mund aufmachen, als der Aufzug zum Stehen kam und Draco sich an ihm vorbeidrängte. Er hatte keine Lust seine Ausreden anzuhören. Er wollte einfach nur noch nachhause in sein Bett.

Er schaffte es gerade mal so sich noch zu duschen und seine Zähne zu putzen, bevor er erledigt sich in sein großes, weiches Bett fallen ließ. Den Brief den er heute Nachmittag schon von seiner Mutter erhalten hatte, würde er wohl morgen in der Mittagspause beantworten. Seine Mutter schrieb ihm fast jede Woche, seitdem sie im Ausland mit Dracos Vater lebte. Eine Konsequenz, die das Oberhaupt der Familie getroffen hatte. Der Name Malfoy hatte gelitten unter den langen Prozessen, die nach dem Krieg stattgefunden hatten. Alles in allem waren sie gut weggekommen. Er und sein Vater. Draco hatte die Chance bekommen seinen Abschluss zu wiederholen und eine Ausbildung im Ministerium anzufangen. Er hat es dankend angenommen und sich geschworen hart zu arbeiten um etwas zu erreichen. Etwas aus eigener Hand zu erreichen. Nicht weil er ein Malfoy war. Sein Name sollte keine Rolle mehr spielen. Er wollte Erfolg durch seine Leistungen.

Sein Vater konnte froh sein mit Bewährung davon gekommen zu sein, allerdings war er in der Gesellschaft schlimmer geächtet als Draco, weshalb er nach dem Urteilsspruch nicht lange mehr in England blieb. Neue Heimat war Frankreich. Draco hatte sich geweigert. Er war hiergeblieben und diese Entscheidung bereute er bis jetzt auf gar keinen Fall. Allerdings machte sich seine Mutter sorgen um ihn, was Draco wiederrum nervte. Er war jetzt dreiundzwanzig und sie bemutterte ihn immer noch wie ein kleines Kind. Machte sich sorgen, dass er zu viel arbeitete und zu wenig aß. Dass er zu isoliert lebte und keine Kontakte regelmäßig pflegte. In der Sprache seiner Mutter hieß das so viel wie: Wann heiratest du endlich? Draco verdrängte den nervenden Gedanken und war schon fast weggeschlummert, als es plötzlich heftig donnerte, was untypisch für diese kalte Oktobernacht war.

Er war mit einem Sprung aus dem Bett und stolperte über seine Pantoffel, als er zum Fenster eilte. Tatsächlich schien es sich um ein Unwetter zu handeln. Der Regen prasselte laut gegen das Schlafzimmerfenster und er runzelte die Stirn beim Anblick der großen Wolken, die anscheinend grünlich und rot aufleuchteten. Konnte es sein, dass über den Wolken ein Polarlicht zu sehen war? Aber ausgerechnet hier und dann noch so stark? Draco beobachtete einige Zeit die Wolken, bevor er das Naturschauspiel sein ließ und zurück in sein Bett kroch, um endlich zu schlafen. Er glitt ziemlich rasch in einen traumlosen Schlaf, wurde allerdings von seinem nervigen Wecker viel zu früh geweckt. Er stöhnte als er aufstand. Wie üblich zu wenig Schlaf. Er brauchte Urlaub und zwar dringend.

Draco war wie immer rechtzeitig bei der Arbeit, aber Granger saß schon in aller Seelenruhe an ihrem Schreibtisch und sah munter zu ihm auf, als er in das Büro eintrat. „Morgen." begrüßte sie ihn überschwänglich und Draco murmelte müde zurück. Wie konnte Granger jeden Tag so gut gelaunt sein? Wie zum Geier schaffte sie es immer auszusehen, als hätte sie zwölf Stunden durchgeschlafen. Er wollte sich gerade an den Papierberg machen, als die Tür aufging und ein ebenso munterer Potter hereinschaute. „Leute wir haben in fünf Minuten eine Besprechung." Draco runzelte die Stirn: „Eine Besprechung? Welche Besprechung? Hab ich ein Memo nicht gelesen?" „Das erklär ich euch dann in fünf Minuten. Es geht um die merkwürdige Erscheinung in der Nacht." erklärte Potter kurz und verschwand.

Draco schnaubte verächtlich und ließ eine Akte auf seinen ohnehin schon viel zu großen Berg fallen. „Als hätten wir nicht schon genug zu tun." Er sah von seinem Platz auf, als Granger ihm eine Tasse Kaffee hinstellte und zog eine Braue nach oben: „Was wird das?" „Du siehst erledigt aus." „Danke für das Kompliment." witzelte er leicht, doch Granger ging darauf gar nicht ein, sondern deutete auf die Tasse. „Schwarz mit zwei Zuckerwürfel." Er nippte an dem heißen Gesöff: „Woher weißt du wie ich meinen Kaffee trinke?" „Wir arbeiten jetzt schon seit Jahren zusammen." „Beschattest du mich heimlich?" fragte er und sie rollte mit den Augen: „Bleib locker Malfoy und sag einfach Danke." „Danke." erwiderte er und konnte den Hohn dabei nicht verstecken. Ja es war eindeutig wie jeden Tag.

Die Besprechung fand in dem großen Saal statt und Draco war verwundert, dass anscheinend nicht nur alle Auroren hier waren, sondern auch einige Mitarbeiter aus dem Labor und Technikbereich. Sowie des Reise- und Grenznetzwerkes. Anscheinend ging es um etwas Größeres. „Vielleicht haben einige von ihnen das Unwetter bemerkt, dass urplötzlich entstanden war mit der auffälligen Anomalie am Himmel die sich gebildet hatte." erklärte Potter und eine der Auszubildenden Auroren hob die Hand: „Sir, reden wir hier wirklich über eine Anomalie? Kann es nicht eine simple Aurora gewesen sein?" Potter schüttelte den Kopf: „Nein es war kein gewöhnliches Polarlicht. Das was einige von ihnen gesehen haben, wurde magisch erzeugt. Und so wie es unsere Experten einschätzen wurde es durch eine Zeitreise verursacht."

Draco runzelte die Stirn: „Eine Zeitreise? Seit wann regen wir uns wegen Zeitreisenden auf? Das Ministerium verteilt doch sogar Zeitumkehrer." Draco wusste das er übertrieb, einen Zeitumkehrer bekam man nicht einfach so, aber was sollte dieser Aufstand, nur weil jemand umher reiste. „Wir gehen davon aus, dass es sich um mehrere Personen handelt und das außerdem starke magische Aktivität im Spiel war. Nur so konnte diese Himmelerscheinung entstehen." fuhr Potter fort „Wir wissen nicht ob diese Personen gefährlich oder nicht sind. Aber wir sollten das im Auge behalten und abklären, weshalb ihnen Mr. Happs erklären wird, auf was sie achten müssen, um die gesuchten Personen zu erkennen und wie sie diese Geräte...", Potter hob einen Taschenrechner ähnlichen Apparat hoch, „Bedienen. Mit diesen Apparaten können sie die besagten Personen finden, weil sie magisch stark aufgeladen sind."

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