Draco wachte erst auf als ihn jemand sanft rüttelte und er blinzelte müde, bevor er innehielt und in das grinsende Gesicht von Hermine Granger blickte. „Granger was treibst du in meiner Wohnung?" murmelte er und sah dabei zu wie sie noch mehr grinste. „Ich dachte ich sehe in meiner Pause nach dir." „Pause? Wie spät ist es?" „Halb Elf. Du bist wohl wirklich erledigt." antwortet sie ihm und er wollte aufstehen als er merkte, dass ihn irgendetwas daran hinderte. Das Hindernis war Sophie, die halb auf seiner Brust lag und ruhig ein und ausatmete. Es brauchte geschlagene fünf Minuten bis er sich vorsichtig von ihr befreien konnte, ohne sie zu wecken und Granger folgte, die inzwischen in der Küche war. Er fuhr sich müde durch seine Haare und sah ihr dabei zu, wie sie die Kaffeemaschine anstellte.
Sie wirkte amüsiert: „Und du hast gesagt, du kannst nicht mit Kindern umgehen." Er stöhnte: „Granger bitte." Sie warf ihm einen Blick über die Schulter zu, während Plastiktüten raschelten: „Was? Ich meine das im positiven Sinne. Du bist anscheinend gut darin." „Ach was. Sophie ist Pflegeleicht. Sie konnte nicht schlafen, also bin ich bei ihr geblieben und bin dabei wohl selbst weggenickt." „Egal. Ich finde es toll. Das hätte ich dir echt nicht zugetraut." Er lachte hohl: „Glaub mir, ich mir auch nicht. Was hast du da eigentlich?" fragte er und ging auf sie zu, um zu sehen was sie auspackte. „Mittagessen. Ich hab erst die Drei bei mir versorgt und dachte, dass ich euch dann auch gleich etwas bringen kann." Er zog fragend die Brauen nach oben, während Hermine verschiedene Plastikschüsseln mit Deckeln auspackte und sie öffnete. Er erkannte Reis, Salat und Geschnetzeltes. Der Duft stieg ihm sofort in die Nase. „Mittagessen ohne vorher zu Frühstücken?"
Sein Magen knurrte laut und bevor Hermine noch etwas sagen konnte griff er nach eine der Schüssel und holte Teller raus: „Gib her. Ich mach das." Er hörte sie leise lachen, während sie die anderen Schüsseln weiter auspackte. Es dauerte nicht lange bis sie sich im Esszimmer gegenüber saßen und zusammen aasen. „Das ist wirklich gut." warf Draco nach einer Weile ein, „Woher hast du es?" „Wie?" fragte Hermine verwirrt gegen. „Das Essen? Aus welchem Lokal stammt es." „Das hab ich selbst gekocht." „Veräppeln kann ich mich alleine." „Wirklich. Ich hab es selbst gekocht." versicherte sie ihm und Draco schüttelte den Kopf: „Hermine, Hermine. Das hätte ich dir nun wieder nicht zugetraut." Sie sah ihn halb empörend an: „Was denkst du eigentlich von mir? Ich koche oft selbst. Auch das Essen was ich mit in die Arbeit nehme. Das Kantinenessen schmeckt mir nämlich nur selten."
„Gut. Wenn das so ist, dass Sandwich damals mit dem Hühnchen war Grandios. Ich hab nirgends in London etwas Vergleichbares gefunden." Sie schmiss mit ihrer Serviette nach ihm und er lachte. „Du Schuft und ich hab Ron zur Schnecke gemacht. Weil ich dachte, dass er es gefuttert hat." „Ich weiß." gab er glucksend von sich und Hermine musste auch lachen. „Aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich fast nichts dafür konnte. Ich meine, ich komm da vollkommen ausgehungert von der Nachtschicht und dann liegt da so ein lecker aussehendes Sandwich im Kühlschrank. Ich wurde da von meinen niedrigsten Instinkten geleitet." „Verstehe. Also war auch das Geld, dass zurückgelassen wurde von dir?" „Naja ich wollte nicht unbedingt stehlen." erklärte er und Hermine nippte an ihrem Glas Wasser.
Er musterte sie aufmerksam und fragte dann: „Was ist los?" „Was meinst du?" gab sie unschuldig von sich und Draco setzte sich gerader hin. „Diesen Blick... ich kenn diesen Blick. Du weißt etwas. Etwas Unangenehmes. Was ist es?" Sie wollte den Mund aufmachen und Draco warf ein „Und lüg mich nicht an. Ich merke das. Was ist los?" Sie seufzte: „Es gibt wirklich etwas was ich dir sagen muss. Etwas was heute in der Arbeit passiert ist. Wobei sie noch nicht wissen, ob es nicht vielleicht schon in der Nacht getan worden ist und..." „Stopp. In der Arbeit ist etwas passiert?" Ihre braunen Augen sahen ihn ruhig an: „Jemand ist ins Labor und hat die Proben von Alex, Megan, Emily und Sophie zerstört." „Was?!" rief er aus und sie nickte mit ernster Miene.
„Ja. Ich war ebenso geschockt und Harry ist auf hundertachtzig gewesen." erklärte sie weiter, „Ich meine es ist kein Weltuntergang. Wir müssen eben neue Proben bringen. Aber die ganze Arbeit die dahinter steckt. Das System muss von neuen anfangen zu suchen und das wird dauern. Jemand hat nämlich das halbe Labor verwüstet." Draco legte das Besteck weck und senkte die Stimme: „Können wir ausschließen, dass es unsere lieben Gäste nicht waren?" „Glaub mir, ich hab mit dem Gedanken auch gespielt. Aber sie waren Gestern und heute Morgen die ganze Zeit bei mir zuhause. Ich hab sogar mit ihnen gesprochen. Gut ich würde Emily nicht alles glauben was sie mir zusichert, aber Megan und Alex haben mir ihr Wort gegeben, dass keiner von ihnen, auch nicht Emily, damit etwas zu tun haben."
Draco seufzte resigniert und lehnte sich auf seinen Stuhl zurück: „Aber wenn sie es nicht waren, wer war es dann?" Er fuhr sich nachdenklich über die Stirn, „Ich meine, dann müsste es ja noch jemanden geben der verhindern will, dass wir etwas rausbekommen." „Und das macht mir eben Angst. Warum sollte das jemand tun?" „Und vor allem was für Nutzen hat er daraus?" warf Draco ein und die Beiden sahen sich kurz schweigend an, bevor Hermine sich räusperte. „Harry sagt auch, dass er das Passwort gehabt haben muss, weil der Alarm nicht ausgelöst wurde." „Aber das würde ja bedeuten, dass es jemand aus der Aurorenabteilung sein muss. Nur wir haben Zugang zu dem Ministeriumslabor." stellte er besorgt fest. „Nicht unbedingt. Was wenn einer von den Angestellten geplappert hat?" „Dann würden wir wieder bei null anfangen."
Hermine drehte ihr Glas in den Händen und Draco kniff leicht die Augen zusammen: „Was?" „Ich denke nur... wenn man logisch darüber nachdenkt kommt man doch nur auf einen Schluss." „Was?" sagte Draco verwirrt und Hermine stellte ihr Glas ab und sah auf: „Jemand hat die Proben zerstört, weil er nicht wollte das wir rauskriegen aus welcher Familie die Vier stammen. Aber wenn das stimmt, dann muss derjenige auch wissen warum sie hier sind. Oder zumindest eine Ahnung davon haben. Verstehst du?" „Aber das würde heißen, dass er wissen müsste was in der Zukunft geschieht." Hermine nickte bestätigen und Draco fuhr fort: „Wie kann er den von der Zukunft wissen? Denkst du er kommt selber aus dieser Zeit? Das wäre doch aufgefallen, oder nicht?"
Es beunruhigte ihn. Die ganze Sache gefiel ihm nicht mehr und schien immer verzwickter zu werden. „Nicht unbedingt. Ich meine, vielleicht war derjenige auch vor kurzen in der Zukunft. Oder... nun ja, gibt es nicht so etwas Ähnliches in der Verbotenen Abteilung um in die Zukunft zu sehen?" Draco überlegte: „Keine Ahnung. Ich kenn mich da nicht so aus und die Mitarbeiter von der Abteilung sind nicht gerade gesprächig." „Sie sind eben misstrauisch." meinte Hermine und Draco sah sie fragend an: „Und jetzt?" „Ich weiß es nicht Draco. Vielleicht machen wir uns nur zu viele Sorgen darum." „Zu viele? Jemand will verhindern, dass wir etwas rausfinden. Was wenn die Anwesenheit von den Vieren, die ganze Zukunft ändert?" „Ich denke nicht, dass sie etwas Derartiges Vorhaben." „Aber du weißt es nicht. Wir müssen aufpassen. Wir müssen vorsichtig sein."
Hermine stimmte ihm zu: „Ja das müssen wir. Aber wir müssen auch auf sie aufpassen. Wer sagt uns denn, dass sie selbst nicht in Gefahr sind?" „Daran habe ich gar nicht gedacht." murmelte Draco nachdenklich und sah dann wieder auf: „Vielleicht sollten wir ein paar Tage die Stadt verlassen." „Wie bitte?" gab sie verwundert von sich. „Das ist mein ernst. Bis sich die Sache etwas beruhigt hat. Was spricht denn dagegen? Außerdem kommen wir vielleicht so weiter. Du hast doch selbst gesagt, dass sie eher den Mund aufmachen, wenn sie uns vertrauen." „Und wo sollen wir bitte mit ihnen hin? Hast du dafür auch schon einen großartigen Plan?" fragte sie leicht hämisch und Draco grinste: „Stell dir vor den habe ich schon." Sie sah ihn fragend an: „Und? Wie lautet der?"
„Musst du immer alles wissen?" wollte er von ihr wissen und sie schnaubte leicht verächtlich, weshalb er es ihr sagte: „Mir gehört ein kleines Haus. Nahe der Küste. Nun eigentlich hat es meinen Eltern gehört, aber meine Mutter hat es mir geschenkt. Zum Baden ist es zwar eindeutig zu kalt, um diese Jahreszeit, aber wir wären immerhin raus aus London." „Dann werde ich mit Harry reden. Damit er Bescheid weiß." „Ja aber sag ihm nicht wo wir hingehen. Solange wir nicht wissen wer das mit dem Labor war, können wir niemanden vertrauen." „Wir reden hier von Harry." sagte sie entschieden. „Und was wenn er es jemanden erzählt und derjenige war es?" „Gut ich sage nichts." gab sie kleinlaut von sich und die Beiden wandten ihre Köpfe, als Sophie hereingetapst kam.
„Auch schon wach? Hast du gut geschlafen?" fragte Draco und Sophie nickte breit grinsend. „Wie geht's dir? Fühlst du dich besser?" wollte Hermine von ihr wissen. „Ja viel besser." antwortete sie und kam auf die Beiden noch näher zu. „Hast du Hunger? Hermine hat gekocht." Sophie sah an sich herunter: „Ich bin noch nicht umgezogen." „Ich auch nicht. Das macht nichts." sagte Draco und bevor Sophie wusste wie ihr geschah, nahm er sie hoch und setzte sie auf den Stuhl neben sich. Hermine lachte leicht: „Na ihr zwei seid wohl schon richtig dicke Freunde geworden." „Mmh." machte Sophie und Draco legte ihr kurz seine Hand auf ihren Kopf: „Sophie ist auch eine von den bravsten. Im Gegensatz zu Emily die Leute in der Gegend umrennt."
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Hermine betrat die Wohnung und war erstaunt das es so ruhig war. Ihre Schritte waren leise und sie horchte als sie Megan sprechen hörte: „Ich denke einfach, dass er etwas damit zu tun hat." „Dafür hast du keine Beweise." entgegnete ihr Alex. „Beweise?! Das wäre das Logischste. Dieser miese Penner." mischte sich Emily ein. „Emily." ermahnten sie beide Geschwister und Emilys Stimme wurde lauter: „WAS?! Ehrlich Leute, ihr regt euch auf, weil ich zu ihm PENNER SAGE?!" „Was tun wir jetzt Alex? Uns läuft die Zeit davon." sagte Megan und ging nicht näher auf Emilys Ausdrucksweis ein. Sie verstummten, als Hermine klopfte und die Tür öffnete. Megan saß bei Emily auf dem Bett. Alex auf seinem Feldbett. Die Drei sahen unschuldig auf.
„Eurer Schwester geht es besser. Ich war gerade bei ihr." erzählte Hermine und fuhr weiter: „Ich hab auch mit Draco gesprochen und wenn es Sophie besser geht, verlassen wir gemeinsam für ein paar Tage London." „Was?" fragte Megan und schien blasser zu werden. „Das ist eine beschissene Idee." zischte Emily und Megan und Alex sahen sie streng an: „EMILY!" „Was? Es ist so." Hermine seufzte: „Wir halten es für das Beste. Wir wissen immer noch nicht wer eure Proben zerstört hat und warum. Es dient auch zu eurem Schutz." „Wir könnten auch hierbleiben, gemeinsam. Das ist doch viel besser." schlug Megan vor und Hermine schüttelte den Kopf: „Nein. Das finde ich nicht. Außerdem ist es schon entschieden."
Sie sah wie Megan und Alexander sich vielsagend ansahen. „Außer ihr habt mir etwas zu sagen, was dagegen sprechen würde?" Megan sah sie an, öffnete und schloss den Mund ohne ein Wort zu sprechen und schüttelte dann stumm den Kopf. „Na dann ist es beschlossene Sache." Hermine verließ das Zimmer wieder und hörte Alexander flüstern: „Denkst du sie hat uns gehört?" „Nein. Sonst hätte sie bestimmt schon nachgestochert." Emily schien aufzuspringen: „Habt ihr keine anderen Probleme? Sie wollen raus aus London. Wir schaffen das niemals! Wir sind so gut wie tot." Alexanders Stimme war bedachtsam: „Warten wir es ab. Vielleicht haben wir gute Chancen. Ich meine so kommen wir zumindest von ihm weg. Dann kann er uns nicht mehr schaden. Wenn er es den ist."
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Fateful Encounter
FanfictionEine merkwürde Anomalie an einem verregneten Nachthimmel, schreckt das Ministerium und deren Aurorenzentrale in Alarmbereitschaft. Hermine Granger und Draco Malfoy sind nur einige der Auroren, der der Sache nachgehen. Allerdings sind sie die einzige...
