Kuroos Sicht:
Die Woche war bisher absolut anstrengend. Es war nicht leicht, neben (d/vn) zu sitzen und die eigenen Gefühle zu ignorieren. Ich ertappte mich immer wieder dabei, wie ich sie ansah. Ihr schönes Gesicht, mit ihren hübschen (d/af) Augen, ihren geschwungenen Lippen, ihrem seichten, (d/hl), (d/hf) Haar und ihrem heißen Körper. Mal ganz von ihrem schönen Lachen abgesehen, ihrer anziehenden Stimme und ihrer ganzen Art und Weise. Es machte mich fast verrückt. Desto mehr ich sie mir verbot, desto mehr wollte ich sie.
Die 'Ablenkung' von der Party, hieß Miyumi Kirigaya. Sie war eine heiße Drittklässlerin, mit großen Brüsten und einem ansprechenden Gesicht. Charakterlich nicht wirklich mein Typ. Wir hatten nicht wirklich viel, worüber wir sprechen konnten und teilten kaum Interessen. Was allerdings ganz hervorragend passte, war die körperliche Verbindung. Um (d/vn) ein wenig aus meinen Gedanken zu kriegen, war das die hervorragende Ablenkung. Ich war so fair und kommunizierte, dass ich nicht an einer Beziehung interessiert bin. Miyumi hatte nicht den Eindruck gemacht, als würde sie das stören. So, wie sie sich an mich ran warf, war auch eindeutig klar, worauf sie aus war.
Die letzten Nächte hatte ich stets bei ihr verbracht und war entsprechend auch nicht mit Kenma und (d/vn) zur Schule gegangen. In den Pausen war ich zwar meistens da, aber (d/vn) hatte wohl eine neue Freundin gefunden und hing meistens mit ihr ab. Wir... gingen uns also aus dem Weg. Oder eher ich ihr, wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst war. Es war besser so, dessen war ich mir sicher.
Als ich Donnerstag in der langen Pause, Miyumi traf, wollte sie unbedingt mit mir in den Innenhof gehen. Eigentlich hatte ich auf ein Nümmerchen in der Toilette oder auf dem Dach gehofft, aber sie schien andere Pläne zu haben.
Ich folgte artig und als sie mich gegen die Mauer stieß und mich küsste, ließ ich es zu. Meine Hände wanderten zu ihrer Hüfte und drückte sie begierig an mich. Ich öffnete meine Augen erst wieder, als ich ein Schluchzen wahrnahm. Als ich erkannte, wer da gerade weinend an uns vorbei lief, weiteten sich meine Augen vor Schreck. Ich wollte ihr nach rufen, doch ihr Name blieb mir in der Kehle stecken. "(d/vn)!" Ihre Freundin rief ihr besorgt nach. Ich löste Miyumi leicht von mir. In ihren Augen funkelte ein wenig Spott auf, wenn ich es mir nicht einbildete. "Wusstest du, dass sie hier ist?" Meine Stimme war tief und kühl. Sie schüttelte eilig ihren Kopf. "Nein. Natürlich nicht. Wer ist sie denn?" Ich runzelte leicht die Stirn, nicht sicher, ob sie die Wahrheit sprach. Die Gerüchte, dass (d/vn) und ich ein Paar waren, kannte immerhin fast jeder. Unmöglich, dass sie nicht wusste, wer sie war. "Ich muss los.", murrte ich leise und erntete einen jammernden Klagelaut von Miyumi, als ich sie leicht von mir drückte. "Ach komm schon~", sprach sie und strich mir über den Arm. "Lass uns aufs Dach gehen." Ihre Stimme war doppeldeutig und ich wusste ganz genau, was sie auf dem Dach tun wollte. "Morgen, okay? Ich muss nochmal zum Lehrerzimmer und es klingelt bald." Seufzend zuckte Miyumi mit den Schultern und verschränkte ihre Arme. "Hm. Na dann. Aber kommst du nicht nochmal zu mir, heute Abend?" Ich schüttelte leicht den Kopf. "Ich bin mit Kenma verabredet.", log ich. "Wir schreiben später. Bis dann." Eilig wandte ich mich von ihr ab, in der Hoffnung, (d/vn) zu finden. Doch sie war nirgends. Als ich zurück zum Klassenraum ging und ihre Freundin sah, wurde mir bewusst, dass (d/vn) nach Hause gegangen sein musste. "Tsk.", machte ich leise. Ich verdammter Idiot.
Als der Unterricht beendet war und das Training begann, wartete ich beim Halleneingang auf Kenma. Doch er kam nicht. Auch auf meine Anrufe reagierte er nicht. War er krank? Ich hatte ihn heute noch nicht gesehen. "Kenma war vorhin noch hier.", sprachen die anderen. "(d/vn) fehlt auch."
Ich beschloss, mich auf das Training zu konzentrieren. Als wir fertig waren, packte ich meine Sachen und machte mich auf den Heimweg. Ich würde erstmal zu Kenma gehen, bevor ich nach Hause ging. Der Faulpelz hatte hoffentlich nicht grundlos geschwänzt.
Als ich klingelte und sich kurz darauf die Tür öffnete, wurde mir bewusst, warum er geschwänzt hatte.
Ich kam gar nicht dazu, großartig viel zu sagen, da flüchtete (d/vn) auch schon. Instinktiv hielt ich sie am Handgelenk fest. Sie so zu sehen, tat mir weh. Das Stechen in meiner Brust wurde stärker, als sie sich ruckartig von mir löste und mich mit Tränen in den Augen ansah. Was zur Hölle hatte ich bloß getan? Ich hatte ihr nicht weh tun wollen und hatte es trotzdem gemacht.
Als sie verschwand, wandte ich mich wieder Kenma zu. Eine Weile sahen wir uns schweigend an. "Du hast ihr weh getan.", brach Kenma ruhig die Stille. Ich fuhr mir verzweifelt durch die Haare. "Argh, ja, Kenma. Ich weiß.", stieß ich verzweifelt und wütend aus. Kenma ließ sich davon nicht beirren und lehnte sich leicht an den Türrahmen. "Du magst sie doch, oder?", fragte er ruhig. Meine Augen weiteten sich und ich sah ihn irritiert an. "Was... nein, ich-" Kenma hob eine Augenbraue. Es war zwecklos. Warum sollte ich gerade ihn zu belügen versuchen? Er war mein bester Freund. "Ja, ich mag sie.", gab ich heiser zu. "Aber du weißt genau so sehr wie ich, dass Beziehungen nicht mein Ding sind. Ich würde ihr nur weh tun." Kenma schüttelte leicht den Kopf. "Das redest du dir nur ein, weil du Angst hast, wieder verletzt zu werden. Das ist alles." Die geballte Ehrlichkeit seiner Worte, traf mich unvorbereitet. Er war immer ehrlich zu mir, doch gerade war er wirklich sehr direkt. Ich presste leicht meine Lippen aufeinander. "Hör auf, mit den Gefühlen von (d/vn) zu spielen. Du ignorierst sie, bist aber auf der anderen Seite auch mal wieder nett zu ihr. Du weißt genau, dass sie dich mag und machst mit einer anderen rum, direkt vor ihrer Nase." Ich hob verteidigend meine Hände. "Das letzte wollte ich nicht... Das war..." Kenma zog seine Augenbrauen zusammen. "Egal, was es war, Tetsurou.", sprach er dazwischen. Erschrocken sah ich ihn an. "Du hast ihr damit weh getan. Sie hat es verdient, dass du deine Gefühle ordnest und dich entscheidest. Entweder du magst sie und du zeigst es ihr und sagst es ihr, oder aber du beschließt, dass ihr nur Freunde seid - und bist dann auch ein Freund für sie! Und zwar einer, der sie nicht phasenweise total ignoriert." Verdammt. Ich wusste, dass er recht hatte. Und wie er recht hatte. Aber das sagte sich doch so leicht!
Ich wollte gerade widersprechen, da kam er mir zuvor. "Sie wird nicht ewig auf dich warten. Es wird jemand kommen, der schneller ist als du." Kenmas Blick war ernst. Ich weitete meine Augen, als ich einen unergründlichen Ausdruck auf seinem Gesicht erkannte. Konnte es sein, dass er sie mochte...? Nein. Sie waren nur Freunde... "Du.. hast recht.", sprach ich mit rauer Stimme und senkte meinen Blick. "Ich werde das in Ordnung bringen..." Kenmas Blick wurde wieder sanfter und er nickte. "Gut.", sprach er und warf mir ein kleines Lächeln zu. "Samstag trifft sie sich mit dieser Krähe da. Hat sie mir vorhin erzählt. Sie sieht ihn nur als Freund an, aber na ja. Ich dachte, du willst es eventuell wissen." Ich nickte leicht. "Danke, Kenma."
Sie traf also diesen Typen... Die unangenehme Eifersucht, saß mir wie ein Kloß im Hals. Wie sollte ich es innerhalb von zwei Tagen in Ordnung bringen?
Nachdenklich wandte ich mich von Kenma ab. "Ich muss jetzt etwas nachdenken. Wir sehen uns, okay?" Mein bester Freund nickte. "Ja. Morgen bin ich wieder beim Training. Sorry.", sprach er ruhig und ich lächelte nur kopfschüttelnd. "Nein, schon gut. Es war gut, dass du für sie da warst."
Ich wandte mich zum Gehen ab und verschwand schnell auf mein Zimmer, als ich ankam. Ich warf einen Blick aus meinem Fenster. Bei ihr brannte noch Licht und ich sah sie gerade am Fenster vorbei gehen. Ich konnte nicht alles erkennen, doch genug, um zu wissen, dass sie traurig war. Mein Herz zog sich unangenehm zusammen. Ich mache das wieder gut.
Entschlossen zog ich den Vorhang zu und machte mich dann bettfertig. Morgen würde ich die Sache anpacken. Wie ich mich entscheiden würde - also für eine Freundschaft, oder für mehr, wusste ich allerdings noch nicht.
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Ein reines Kuroo-Kapitel :D
Nach dem Essen schreibe ich weiter ^-^
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Eins zu sieben Milliarden (Kuroo x Reader)
Fiksi PenggemarWie hoch ist die Chance, dem einen Menschen zu begegnen, den man aus tiefster Seele lieben wird? Auf der Welt leben über sieben Milliarden, einzigartige Menschen. Keiner gleicht dem anderen, jeder hat seine eigenen Gedanken, Passionen, Vorstellungen...
