Kuroos Sicht:
Als unser Team sich versammelt hatte und ich dem Kapitän der Karasuno die Hand geschüttelt hatte, wollte ich nach (d/vn) sehen. Den Kerl aus der Karasuno konnte ich irgendwie nicht leiden... Aber als Kapitän musste man eben höflich sein. Ein Vorbild. Oder so.
Ich ging zum Hallenausgang, um nach ihr Ausschau zu halten. Als ich sie mit einem silberhaarigen Kerl von Karasuno erblickte, zog ich unweigerlich meine Augenbrauen zusammen. Diese Schmeißfliegen, sollten sich an ihre eigene Managerin ran machen.
Gerade, als ich zu ihnen hinüber gehen wollte, hob der Typ seine Hände und berührte (d/vn)'s Schulter. Sie ließ es zu. Sie... lächelte sogar.
Ein unangenehmes Gefühl machte sich in mir breit und es nervte mich, dass ich es beinahe als Eifersucht betiteln würde. Verdammt. Ich hatte es mir doch so ausgesucht. Ich hatte mich dazu entschieden, dass ich keine Gefühle für (d/vn) haben wollte. Das würde zu nichts als Ärger führen. Also warum zur Hölle nervte es mich so?!
Meine Augen weiteten sich, als sie ihr Handy anhob. Hatte.. sie ihm gerade ihre Nummer gegeben?
Als sich ihr Gespräch auflöste, ging der Typ als erstes an mir vorbei. Ihm schien nicht entgangen zu sein, dass ich sie beobachtet hatte, denn er warf mir einen unergründlichen Blick zu, den ich mit einem gereizten Ausdruck auf meinem Gesicht erwiderte.
Erst als (d/vn) auftauchte, wurden meine Züge wieder sanfter. Ich räusperte mich leicht und zwang mich zu einem Lächeln. Sie hatte recht. Ich sollte mich aufwärmen.
Etwas in mir hatte sich eine Erklärung erhofft. Irgendein.. Kommentar darüber, wer dieser Kerl war. Doch ich würde sie fragen müssen, um an diese Information zu kommen - und das würde nicht unbedingt zu meinem Vorsatz passen, in die Sache mit (d/vn) keine Gefühle zu investieren. Ich musste mich davon distanzieren.
Das Aufwärmen half etwas dabei, mich abzulenken. Doch ich konnte nicht anders, als hin und wieder zu dem Silberkopf hinüber zu blicken - und verdammt, es nervte mich, dass er meinen Blick jedes Mal erwiderte. Er schien in keinster Weise eingeschüchtert zu sein. Dieser Kerl regte mich auf.
Kenma schien meine gereizte Aura nicht zu entgehen, denn er legte mir eine Hand auf die Schulter und musterte mich von der Seite. "Alles okay?", murmelte er leise. Ich nickte und warf ihm ein Grinsen zu. "Klar, ich fantasiere nur gerade davon, wie wir die Kerle jetzt gleich fertig machen werden.", redete ich mich heraus. Ich erntete einen skeptischen Blick von Kenma, doch er hakte nicht weiter nach. Ich ließ meinen Blick über die restlichen Spieler werfen. Den Orangen-Kopf erkannte ich sofort. Kenma schien nach dem Treffen mit ihm, neulich beim Laufen, etwas motivierter zu sein. "Da ist dein Freund.", sprach ich amüsiert. Kenma folgte meinem Blick und nickte leicht. "Er ist klein. Aber ich wette, er hat etwas auf dem Kasten.", murmelte er nachdenklich und ich nickte.
Das Spiel wurde angepfiffen und in dem Moment flatterte das rot-schwarze Banner von (d/vn) oben von der Tribüne herunter und blieb dort hängen. Breit lächelnd sah sie zu uns herunter. Gebt alles!, stand dick darauf geschrieben drauf. Genau diese Worte rief sie uns auch in der Sekunde zu. Das ganze Team stieß einen erfreuten, motivierten Ton aus und ich spürte, dass ich meine Augen kaum von ihr lassen konnte. Wie sie da stand und uns breit lächelnd zuwinkte. Sie ist so hübsch...
Den ersten Ball hatte Kenma und schlug ihn übers Netz. Der kleine, orangehaarige Kerl machte einen verwirrenden Angriff. Er hielt seine Augen geschlossen, doch schlug den Ball blitzschnell übers Netz und erzielte so den ersten Punkt. Ein Wahnsinns Zuspiel von dem dunkelhaarigen, grimmigen Kerl neben ihm. Wir mussten uns etwas auf die Taktik einlassen, doch schon bald hatten wir den Dreh raus. Der Angriff war sehr stark, doch definitiv weit davon entfernt, perfekt zu sein. Und für ein Team, dessen Spezialität es war, den Ball in der Luft zu halten, war es ein leichtes, sich auf unausgereifte Angriffe einzulassen.
Als unsere Blocker, mich eingeschlossen, es dann auch noch langsam schaffte, die Angriffe sogar gut abwehren zu können, gewannen wir den ersten Satz.
Zufrieden nahm ich ein Handtuch und meine Trinkflasche von (d/vn) entgegen und grinste sie leicht triumphal an. "Dein kleiner Freund wurde noch gar nicht eingewechselt, wie ich sehe?", stellte ich fest und nahm einen Schluck von meinem Wasser. Ein wenig Spott lag in meinen Augen, das konnte ich kaum unterdrücken. (d/vn) lächelte nur leicht. "Er kriegt sicher noch seine Chance.", sprach sie ruhig.
Da war es wieder. Dieses unangenehme Gefühl in meiner Brust. Gereizt drückte ich ihr meine Trinkflasche zurück in die Hand und warf mein Handtuch zu den anderen, ehe ich auf das Spielfeld zurückkehrte.
(d/vn) hatte Recht behalten. Als der zweite Satz angepfiffen wurde, befand sich der Silberkopf auf dem Feld. Vermutlich ordneten sie die Taktik des Orangenkopfes und des Blaubeerkopfes neu und solange würde dieser Kerl hier das Zuspiel übernehmen. Das war meine Chance, dem Kerl sein dummes Lächeln aus dem Gesicht zu streichen.
Seine Zuspiele waren nicht schlecht, zugegeben. Doch ich blockte fast jeden Ball ab, dem er versuchte, eine gute Vorlage zu bieten. Selbst den Versuch einer Finte, durchschaute ich sofort. Eine Schweißperle lief dem Kerl herunter und ich grinste düster zu ihm herab. Als er wieder ausgewechselt wurde, war ihm die Unzufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Er wirkte gefasst und ruhig, doch ich spürte seinen Blick auf meiner Haut. Ich warf ihm ein Grinsen zu, ehe ich ihn für den Rest des Spiels ausblendete. Ich musste mich auf das Match konzentrieren, denn dieser Orangenkopf war nicht zu unterschätzen.
Deine Sicht:
Den entscheidenden Punkt des zweiten Satzes, brachte Kenma. Begeistert jubelte ich neben den Trainern, als unser Team gewann. "Das haben wir alles deinem Banner zu verdanken, (d/nn)-san~.", schwärmte Taketora, als er auf mich zukam. Ich lächelte nur leicht und reichte ihm sein Handtuch und seine Flasche. "Wohl eher wegen eurer Kraft, den Ball stets oben zu halten.", korrigierte ich ihn sanft und sah zum Rest des Teams hinüber. "Ihr wart großartig.", lobte ich sie und erntete freudige Blicke. Besonders Tetsurou schien sehr zufrieden mit sich zu sein, denn er grinste mir breit entgegen. Diese Schweißperlen auf seiner Stirn, während er mich aus seinen honigfarbenen Augen heraus ansah und so angrinste. Ich wollte ihn nicht so attraktiv finden, doch es war leider so. Ich erwiderte seinen Blick mit einer leichten Röte und wandte mich dann ab. Nicht. Schwach. Werden.
Ich ging hinüber zu dem Team der Karasuno Oberschule und stellte mich zu Koushi. "Ihr habt super gespielt. Eure Taktik war beeindruckend.", sprach ich mein Kompliment aus. Irritiert warf uns das Team der Karasuno einen Blick zu, doch Koushi lächelte beschwichtigend in die Runde. "Das ist (d/vn) (d/nn).", stellte er mich vor. "Wir sind schon seit unserer Kindheit befreundet.", erklärte er ruhig. "Du hast so eine hübsche Kindheitsfreundin und verheimlichst es uns? Das ist so egoistisch...", klagte der Glatzkopf. Koushi kratzte sich verlegen am Hinterkopf und drehte sich entschuldigend zu mir herum. "Sorry. Das ist Ryuunosuke Tanaka. Er ist etwas stürmisch.", erklärte mir mein Kindheitsfreund, doch ich schenkte ihm ein beschwichtigendes Lächeln. "Wir haben auch so einen.", kicherte ich, in Gedanken an Taketora.
Der orangehaarige Junge trat zu uns und begrüßte ihn freundlich. "Du hast toll gespielt. Ein beeindruckender Schnellangriff.", lobte ich ihn. "Kenma meinte schon, vor dir müssen wir uns in Acht nehmen.", stellte ich kichernd fest. Die Augen des Jungen weiteten sich. "Danke!", strahlte er mit einem breiten Lächeln und roten Wangen.
Ich warf einen Blick über meine Schulter, als ich Augenpaare auf meinem Rücken spürte. "Ich glaube, ich muss zurück zu meinem Team.", stellte ich fest, als ich geradewegs in Tetsurous Augen sah. Ich wandte mich wieder Koushi zu und lächelte sanft. "Wir schreiben.", sprach ich ruhig. "Es hat mich gefreut, dich wieder zu sehen." Seine Wangen erröteten leicht und er nickte. "Ja, ging mir auch so, (d/vn). Bis bald." Ich winkte ihnen noch einmal zu, ehe ich mich wieder meinem Team zuwandte und mich zu ihnen gesellte.
"Heeey (d/vn), wieso lobst du das andere Team?!", klagte Taketora und ich musste unweigerlich etwas lachen. "Tut mir leid. Ich habe einen Freund in dem Team, aber ich bin natürlich immer zu 100% auf eurer Seite!", versicherte ich und hob beschwichtigend meine Hände.
Ich sah hoch zu Tetsurou, welcher sich gerade die Schweißperlen von der Schläfe tupfte. "Möchte ich hoffen. Immerhin bist du unsere Managerin." Sein leicht bissiger Unterton, ließ mich etwas zusammen zucken. Das Lächeln auf meinen Lippen verschwand leicht und ich nickte. "Ja, natürlich.", murmelte ich leise. Hatte ich ihn verärgert? Womit?
In einem Moment war er wie immer, im nächsten zeigte er mir die kalte Schulter. Eigentlich hatte ich nicht den Eindruck, er hatte sich daran gestört, dass ich auf Koushi gestoßen war. Er hatte relativ normal gewirkt. Doch nun war ich mir nicht mehr sicher. Dieses unausgesprochene Etwas zwischen uns, wog gerade sehr schwer. Ich presste leicht meine Lippen aufeinander und beschloss, dem Gefühl einmal mehr aus dem Weg zu gehen.
Auch für den Rest des Abends und auf der Heimfahrt, wechselte Tetsurou kaum ein Wort mit mir. "Bis morgen.", sprach er, als wir vor meinem Zaun Tor angekommen waren. "Tetsurou?", sprach ich eilig, ehe er sich vollends abwenden konnte. "Ist alles okay?" Er grinste mich kurz an, ehe er sich umdrehte und mir zuwinkte, ohne mich anzusehen. "Na klar, Kitten. Alles super. Bis morgen."
Ich runzelte leicht meine Stirn. Dieses Wechselbad seiner Gefühle irritierte mich. Erst war er nett, dann zeigte er mir wieder die kalte Schulter, nun war er wieder normal. Das konnte ich mir doch unmöglich einbilden. "B-Bis morgen.", rief ich ihm hinterher und schloss das Tor hinter mir.
Heute Abend schrieb mir Tetsurou das erste mal keine Nachricht, bevor er schlafen ging.
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Dieses Kapitel war mal etwas mehr aus seiner Sicht. Ich finde es gut, zwischendurch die Geschichte von seiner Seite zu beleuchten. ^-^
Auch, wenn ich gerade total im Flow bin und genau weiß, was ich als nächstes Schreiben werde - ich muss schlafen. xD
(Heute) Früh geht es weiter. c:
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Eins zu sieben Milliarden (Kuroo x Reader)
FanfictionWie hoch ist die Chance, dem einen Menschen zu begegnen, den man aus tiefster Seele lieben wird? Auf der Welt leben über sieben Milliarden, einzigartige Menschen. Keiner gleicht dem anderen, jeder hat seine eigenen Gedanken, Passionen, Vorstellungen...
