"Oh nein, du hast ja schon wieder gewonnen!", sagte ich. Jamie gewann drei mal in Folge bei Uno. Jedes mal in der letzten Sekunde, wenn ich mir sicher war, dass dieses mal jemand anders die letzte Karte ablegen würde. "Tja, mich kann niemand besiegen", gab sie an. Mag sein, dass sie Meisterin im Kartenspiel war. Doch bei Monopoly war ich mir sicher, dass entweder Steven oder sein Vater gewinnen würde. Beide waren gute Strategen. Während wir das Spiel aufbauten, schnappte sich jeder noch ein Stück von der Pizza, welche wir bestellt hatten.
"Jamie, wie läuft es in der Schule?", baute Vater ein Gespräch mit ihm auf. "Von den Noten her ganz gut. Nur habe ich mich bisher noch nicht getraut, mich zu outen", sagte Jamie. Es musste sicher schwer sein, wenn alle dich als eine Person sehen, welche du nicht bist. Dich als Junge ansprechen, dabei bist du tief in deinem Inneren ein Mädchen, welches sich nicht traut ihre Schönheit nach außen zu tragen.
"Nimm dir die Zeit, welche du benötigst. So ein Coming-Out ist alles andere als leicht", meinte Vater. Er streichelte dabei ihre Hand, um sie zu beruhigen. "Bisher wissen nur Tyson und ihr davon und es hat mir bereits unglaublich viel Mut gemacht, eure Unterstützung zu haben",bedankte sie sich. Nachdem wir die Pizza verschlungen hatten, spielten wir eine ausgelassene Runde Monopoly. Anfangs war es noch friedlich und alle Mitspieler amüsierten sich frei nach dem Motto: "Es geht um den Spaß, nicht darum wer gewinnt", doch als Steven dann den Südbahnhof kaufte, obwohl er genau wusste, dass ich es bereits vorhatte, da lief alles irgendwie ein bisschen aus dem Ruder.
"Wenn du dieses Haus auf der Schlossstraße platzierst, dann fackel ich deine Bahnhöfe ab!", drohte ich Steven. Er war sowieso schon reich genug. Konnte er nicht Rücksicht nehmen? "Danny! Wie soll ich denn sonst das ganze Geld zusammen bekommen, was du mir schuldest", meinte er. Wie soll ich denn meine Schulden zurückzahlen, wenn Steven fast das gesamte Spielbrett gehörte? "Tut mir leid, ich muss dann wohl noch 'ne Hypothek aufnehmen um dich noch reicher zu machen", seufzte ich und ließ mir von Stephanie einen weiteren Kredit geben. "Kinder, bitte übertreibt es nicht!", ermahnte Tony uns beide. Jamie grinste nur. 'Dieses Mal ließ ich Steven nicht gewinnen', dachte ich zumindest. Doch ich war finanziell zu sehr geschwächt. Nichtmals meine Schulden schaffte ich es ab zu bezahlen, da feierte Steven schon seinen Sieg. Eines Tages aber, schwor ich mir, würde ich ihn besiegen.
Am liebsten wollte ich Jamie und Stevie noch weiter herausfordern, aber die beiden gähnten bereits wie zwei alte Löwen. "Ich schätze, wir machen für heute erstmal Schluss", meinte Tony und half uns dabei, den Tisch aufzuräumen. Gerade als Jamie aufstehen und sich verabschieden wollte, hielt Stephanie sie auf. "Wenn du willst, kannst hier übernachten. Es ist doch viel zu spät, jetzt noch so weit zu fahren", bestand sie regelrecht darauf. Keinesfalls sollte Jamie nun alleine in der Dunkelheit zurückfahren, das war doch viel zu gefährlich. "W-Wirklich?", fragte sie. Jamie blickte auf den Boden und verschränkte ihre Hände ineinander. Anscheinend wollte sie unseren Eltern nicht zur Last fallen, obwohl darin wirklich kein Grund bestand. Die beiden halfen gerne einsamen Kindern. Auch wenn ihnen schmerzhaft klar war, dass sie nicht jedes davon adoptieren konnten.
Ohne das Jamie überhaupt die Chance hatte zu widersprechen, führten Tony und Stephanie sie schon zu meinem Bett, in welchem sie die Nacht verbringen konnte. Sie stellten ihr sogar ein Nachthemd bereit, ihr fehlte es bei uns an Nichts. Nachdem wir Jamie ins Bett brachten, war es auch für mich und Steven Zeit ins Bett zu gehen.
Ich beschloss noch ein wenig frische Luft am Fenster zu schnappen. Umgezogen war ich bereits. Nur ein T-Shirt und eine Boxershorts bedeckten meinen Körper. "Danny, kommst du?", fragte Steven und klopfte mit seiner Hand auf mein Kopfkissen. Ich wollte ihn eigentlich gar nicht warten lassen, aber eine Sache ging mir nicht aus dem Kopf. "Du Steven, was wollte diese Viktoria damit wohl bezwecken? Sie war außer sich vor Wut", sprach ich das Thema noch mal an. Es ließ mir irgendwie keine Ruhe.
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Feel the Summer Rain
RomancePopular Boy x Autistic Boy Nach den Ereignissen seines Coming-Outs hat der 16-Jährige Danny seine Familie verloren, seine Freunde reden nicht mehr mit ihm und sein ehemaliger Beliebtheitsstatus an seiner Schule ist weg. Sein Partner, der Autist Stev...
