4. Kapitel

49 4 0
                                        

Naomi

(Eine Woche später)

Man könnte sagen heute war ein normaler Tag wie jeden andere, aber das wäre gelogen. Heute war mein 18. Geburtstag und wie sonst immer liege ich verschlafen in meinem Bett.

Ich wurde durch ein klopfen an meiner Tür aus meinen Träumen gerissen. Mit einem Grummeln bestätigte ich der Person rein zu kommen. Die Tür ging auf und Schritte näherten sich mein Bett. Es hörte sich wie mehrere Personen an, aber wer genau jetzt vor mir stand war schwer zu sagen, da ich meine Augen immer noch geschlossen hatte.

,, Guten Morgen Sonnenschein ".

Ich beantwortete dies nur mit einem weiteren Grummeln.

,, Wach auf Dornröschen, selbst die Vögel zwitschern schon ihre Lieder", sprach eine mir bekannte Stimme zu.

,, Ist ja gut ich bin gleich soweit.. ", brummte ich verschlafen.

,, Dann los Vater wartet schon auf dich".

Ich öffnete verschlafen meine Augen und sah in die Gesichter meiner 4 Brüder.

,, Geht ihr bitte kurz raus, ich will mich noch umziehen ", sagte ich verschlafen.

,, Klar". Und schon waren sie weg. Ich stand auf und schleppte mich zum Kleiderschrank, zog mich an und machte mich noch fertig. Ich öffnete die Tür und sah meine Brüder die auf mich warteten.

,, Was ist denn mit euch los? Sonst wartet ihr auch nicht auf mich.. ", gab ich überrascht von mir.

,, Vater lässt uns noch nicht in den Thronsaal, erst wenn du da bist dürfen wir rein und du musst vorangehen".

Ich zog eine Augenbraue hoch und blickte sie fragend an. Sie zuckten nur mit den Schultern, was mich kichern ließ.

So gingen wir gemeinsam zum Thronsaal. Ich öffnete die Tür und trat ein. Ich weitete staunend die Augen und bewunderte das Werk. Der ganze Thronsaal ist mit Blumen geschmückt. Es ist wunderschön.. Ich drehte mich eine Weile um mich selbst um auch alles sehen zu können.

,, Alles Gute zum Geburtstag kleine Prinzessin ", sagten mein Vater und meine Brüder im Chor.

Ich sah sie fröhlich an und zog alle in eine feste Umarmung. ,, Danke, das sieht so toll aus ". Alle 5 fingen an zu kichern oder zu schmunzeln.

Ich löste mich wieder aus der Umarmung und bewundere die Blumen in all den Farben nochmals.

,, Naomi ich hab hier noch was für dich ", sagte mein Vater.

Ich drehte mich zu ihm und blickte ihn neugierig an. Er nahm ein Kästchen raus und gab es mir. Ich öffnete das Kästchen vorsichtig und sah eine Kette darin.

,, Die ist wunderschön... danke".

,, Diese Kette gehörte deiner Mutter. Sie hat sie oft und gerne getragen, jetzt möchte ich das du sie trägst ".

Ich schaute ihn ungläubig an und lächelte daraufhin. ,, Ich werde gut drauf aufpassen. Das verspreche ich". Er nickte mir zufrieden zu und half mir sie umzuhängen.

,, Sie steht dir ", sagte Nico mit einem Grinsen.

,, Danke", antwortete ich ihm fröhlich.

Wir redeten noch eine Weile miteinander und gingen dann wieder an unsere Vorhaben. Ich ging dieses Mal in die Bibliothek und nahm mir ein Buch das ich schon immer mal lesen wollte. Ich setzte mich auf die Couch und fing an zu lesen. Ich war so in mein Buch vertieft das ich nicht mal mitbekam, dass sich jemand zu mir geschlichen hatte und mir schmunzelnd beim lesen zusah. Nur als sich dieser räusperte schreckte ich auf.

,, Erschreck mich doch nicht so! ". Ich blickte in das Gesicht meines ältesten Bruders.

,, Ich kann aber auch nichts dafür wenn du so schreckhaft bist, immerhin habe ich dir nur beim lesen zugesehen Schwesterchen". Nun blickte er mich unschuldig an, was mich lächeln ließ.

,, Na gut. Suchst du irgendwas oder warum bist du hier? ".

,, Ich habe schon gefunden wonach ich gesucht habe", sagte er grinsend.

,, Und was hattest du gesucht? ", fragte ich neugierig.

,, Dich".

Nun gucke ich ihn verwirrt an, was ihn noch mehr grinsen ließ.

,, Und was willst du von mir? ",fragte ich wieder neugierig.

,,Nur reden.. Wegen der Abreise morgen oder vielleicht hast du ja fragen die ich dir beantworten soll".

,, Ich hab meine Sachen schon alle zusammen gepackt also hab ich dann nicht als so viel zu tun morgen. Wie lange brauchen wir eigentlich bis wir angekommen sind? ".

,, So ungefähr 3 Stunden brauchen wir bis dort hin. Ich möchte aber das du immer in meiner Nähe bleibst, wenn wir angekommen sind. Manche Schattenwesen gehen oftmals über die Grenze und besuchen diese Stadt", erklärte er mir ernst.

,, In Ordnung, aber was ist an den Schattenwesen so schlimm das sie und wir in getrennten Welten leben? ",fragte ich neugierig.

,, Nun ja sie werden schnell sauer und zerstören alles was ihnen in den Weg kommt. Sie haben früher auch Elfen und Feen gefangen genommen, um ihre Kräfte zu stehlen. Sie sind sehr rechthaberisch und gleichgültig, sie nehmen kaum Rücksicht auf andere Wesen. Sie haben keine wirklichen Gefühle nur böse oder ihnen ist alles egal. Das kommt aber daher das ihr Herz nicht schlägt. Nur wenn sie ihren Gefährten finden, fängt es wieder an zu schlagen. Da es mit der Zeit zu gefährlich für uns wurde beschlossen wir eine Grenze zu ziehen.. ".

Ich höre ihm aufmerksam zu, da mich dieses Thema doch sehr interessierte.

,, Und warum schlägt ihr Herz nicht?".

,, Das weiß ich leider auch nicht aber vielleicht werden sie so geboren... ".

Da müsste man wohl ein Schattenwesen persönlich fragen..

,, Andere Frage, was ist eigentlich mit Mum passiert? ".

Er hielt erst inne und sprach dann wieder. ,, Ein Jahr nach deiner Geburt gab es ziemliches Chaos im Schloss. Die Schattenwesen hatten die Grenze überschritten und kamen auf unser Land. Wir wissen nicht warum sie das Taten, aber sie kamen aufs Schloss zu gerannt. Vater und Mutter hatten uns versteckt, sodass sie uns nicht finden konnten. Als alles vorbei war und sie sich zurückgezogen hatten, war unsere Mutter verschwunden. Vater ließ alles nach ihr absuchen fand sie aber nicht. Alle ihre Wertgegenstände, darunter die Kette waren hier, aber sie war weg ". Zum Ende hin wurde er immer leiser und schaute auf seine Hände.

,, Das bedeutet ja das sie noch am Leben sein könnte". Innerlich machte ich mir Hoffnung, die aber ins schwanken kam.

,, Ja schon, aber Vater hatte sie Jahre lang gesucht und hat nicht mal eine Spur gefunden... ", sagte er traurig.

Ich ging zu ihm und nahm ihn in den Armen. ,, Wir sollten schlafen gehen. Es ist schon spät und morgen müssen wir früh aufstehen", sagte er.

,, Du hast Recht. Bis morgen ".

,, Gute Nacht".

So gingen wir ins Bett und schliefen recht schnell ein.

Warum getrennte Welten? (bxg)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt