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„Was zum Teufel willst du hier? Musst du nicht in deinem Stripclub sein und ein paar Püppchen flachlegen?", fragte ich und verschränkte die Arme vor meiner Brust.

„Dir ist schon klar, dass es ein Gay Stripclub ist. Da sind überhaupt gar keine Mäd-"

Ich schnitt ihm das Wort ab. „Beantworte mir meine Frage. Was zum Teufel willst du hier?", wiederholte ich und taumelte einen Schritt zurück, um Abstand zwischen uns zu schaffen.

Er jedoch trat einen Meter auf mich zu. „Was ist passiert? Was habe ich falsch gemacht?"

Ich zuckte mit den Achseln und schwieg. Ich war ihm keinerlei Antwort schuldig.

„Siehst du, Lou. So benimmst du dich seit einer Woche. Du ignorierst mich, gibst mir keine vernünftigen Antworten. Ich will doch bloß wissen, weshalb die Situation zwischen uns so komisch ist.", erklärte er mir und sein Blick wich zu Boden.

„Ich kann darüber-"

Nun war er derjenige, der mich unterbrach. „Nein, Lou. Keine Ich kann nicht darüber reden-Floskel.", imitierte er mich mit einem Augenrollen. „Sprich verdammt nochmal Klartext mit mir. Wenn du das zwischen uns nie wolltest, dann sag es mir. Wenn du mich hässlich und ekelig findest, dann sag es mir. Aber tue nicht so, als existiere ich nicht,... als sei ich bloß Luft. Du verletzt mich damit, verstehst du das nicht? Es tut weh, dich-"

Ich unterbrach ihn, in dem ich meine Lippen auf seine presste und wir gegen die Wand taumelten. Ich legte meine Hände an seine Hüften und vertiefte den Kuss, in dem ich seiner Zunge Einlass gewährte.

Ein Stöhnen entwich meinen Lippen, als seine Finger auf meiner Brust lagen und sich einen Weg nach unten suchten.

„Ihr solltet euch ein Zimmer nehmen. Das ist ja nicht auszuhalten.", ertönte eine Stimme in meinem Nacken. Wir fuhren sofort auseinander. Ich erkannte Zayn, der uns mit einem amüsierten Blick musterte. „Geht in die Wohnung und hört auf die Nachbarn zu belästigen. Ich bin so lange weg. Ihr habt sicherlich etwas zu klären."

Er zwinkerte uns zu und ehe er die Treppen runterlief, lehnte er sich zu mir und wisperte mir ins Ohr: „Neue Kondome sind in deinem Nachttisch." Er grinste diabolisch und rannte davon.

Ich lachte, doch Haz sah mich verwirrt an. Ich schüttelte bloß den Kopf und schickte ihn in die Wohnung. Die Nachbarn mussten nun mal nicht alles mitbekommen, da hatte Zayn recht. Ich schloss die Tür hinter uns und wir gingen gemeinsam ins Wohnzimmer.

Als ich versuchte Haz zu küssen, drückte er mich von sich. „Ich möchte zuerst reden. Ich möchte wissen, wieso du dich so verhältst."

„Haz, ich habe gesagt, ich kann darüber nicht reden."

Er rollte seine Augen. „Ja ja, schon klar. Du kannst es aber. Du hast es eben bewiesen. Also benutze deine verdammten Worte und erkläre mir, was zum Teufel geschehen ist, nachdem alles gut zwischen uns gewesen ist."

Ich nickte. Ich musste ihm die Wahrheit erzählen, aber dafür musste ich ganz von vorne beginnen. „Ich war damals nicht einfach so in dem Stripclub, denn eigentlich ist es gar nichts für mich. Ich halte von Strippern nicht viel und schon gar nicht von den Betreibern."

„Das nehme ich mal nicht persönlich.", kommentierte er und richtete seinen Kopf mit hochgezogener Augenbraue zu mir.

„Wie auch immer. Ich habe zu diesem Zeitpunkt einen Typen gedatet, der in dem Club arbeitet. Caden... aber er war ziemlich touchy und kam mir sehr oft sehr nah. Näher als ich es nun mal wollte. An diesem Abend habe ich auch dich kennengelernt. Mein bester Freund, den du eben kennengelernt hast, hat mich von ihm weggeschliffen, da er sah, dass ich mich unwohl fühlte. Damit zog er mich quasi in deine Arme. Was dann zwischen uns passiert ist, weißt du ja. Der Lapdance, der Sex... danach die Tage bin ich oft im Club gewesen, um dich zu sehen, aber irgendwann hat Caden gesehen, dass ich im Club war, aber nicht zu ihm gekommen bin. Ich war bei dir. Nur bei dir. Er hat herausgefunden, dass ich mit einem Stripper schlafe und lange hat es nicht gebraucht, um zu wissen, dass du es bist. Er- nun am Donnerstag ist er bei mir aufgetaucht und hat mir gedroht. Du bist in Gefahr, Haz, wenn du dich um mich herum aufhältst.", erklärte ich ihm und atmete das erste Mal seit Minuten richtig durch.

Er sog scharf die Luft ein. „Caden? Der Theken Caden?", fragte er mit großen Augen, woraufhin ich nickte. „Der kleine, unschuldige, blonde Junge von neben an, der nie ein Wort rausgekriegt hat, als ich mit ihm sprach."

Ich lachte auf. „Da sprechen wir aber nicht über denselben Caden. Er war alles andere als schüchtern und unschuldig, als ich ihn datete."

„Ich habe oft versucht Kontakt zu ihm aufzubauen. Ich wollte ihm besser kennenlernen, da ich nicht leugnen kann, dass er heiß ist. Aber das er so ein Kaliber ist, hätte ich nicht gedacht."

Tja, so konnte man sich in Menschen täuschen.

„Ist noch etwas mit ihm passiert? Du wirkst sehr verängstigt." Er rückte auf der Couch näher an mich und legte eine Hand auf meinen Oberschenkel.

Ich schüttelte den Kopf. Über seinen Versuch, mit mir gegen meinen Willen zu schlafen, ließ ich lieber weg aus diesem Gespräch. Denn ich erkannte, dass Haz kurz vor einem völligen Wutausbruch war. Da war diese Falte auf seiner Stirn, die ihn verriet.

„SO EIN ARSCHLOCH!", schrie er und ich zuckte zusammen. „Was fällt ihm ein, dich zu bedrohen?", fragte er fassungslos und seine plötzliche Stimmlage erschreckte mich.

„Bitte beruhig dich. Zum Glück ist Zayn nicht da. Ihr zusammen würdet ihn vermutlich zerstückeln."

„Wer ist Zayn?", fragte er beiläufig.

„Mein bester Freund"

„Der von eben, mit den schwarzen Haaren?", fragte er und ich nickte. „Oh ja, der hat selbst mir Angstzustände bereitet. Ganz schön furchterregend der Typ."

Ich lachte. „Jep, manchmal ist er das."

Haz lächelte schwach. „Ich würde Caden am liebsten umbringen, aber mein menschlicher Verstand sagt, dass ich mich jetzt um dich kümmern muss, und nicht um ihn.", sagte er und nahm mein Kinn zwischen zwei Finger. Er drückte mir einen Kuss auf die Lippen und ließ mich dabei alles vergessen.

Gone For Love - Larry StylinsonWo Geschichten leben. Entdecke jetzt