"Eyyyooooo Gogsymaaaaan! Wie geht's wie steht's? Alles fit im Schritt?"
Noch nie zuvor habe ich mich so benommen. Ich weiß nicht was mich in dem Moment geritten hat, aber was ich weiß, ist dass mich zu diesem Zeitpunkt längst alle guten Geister verlassen haben...
George sah mich mit einem verstörten und zugleich verwirrten Blick an. Er legte seinen Kopf schräg und sah mich an ohne etwas zu sagen. Ich kratzte mich peinlich berührt am Hinterkopf.
George drehte sich einfach um und lief los. Ich rannte ihm hinterher. "Lass mich meine Entscheidung dich zu unterrichten nicht bereuen!" sagte er. Ich war zwar nicht der größte Fan von Nachhilfe, doch etwas in mir wollte unbedingt diese Nachhilfe. Ich hatte das Gefühl es könnte mit George witzig werden. "Keine Sorge! Ich werde mich ab jetzt benehmen, versprochen!"
Es herrschte für einen Moment Stille.
„Hey, George, hör mal... es tut mir leid, dass ich so dumm war und nicht bemerkt hab, dass du die ganze Zeit über in meinem Kurs warst. Ich sollte mehr auf die Menschen in meinem Umfeld achten." George sah mir tief in die Augen. Nach ein paar Sekunden senkte er den Blick wieder. "Schon gut, das passiert öfter mal. Es ist sogar praktisch! So kann man sich mehr auf bestimmte Dinge konzentrieren, statt die ganze Zeit von Menschen abgelenkt zu werden." Mir fiel ein Stein vom Herzen. „Okay gut", sagte ich und lachte.
Wir waren am Café angekommen und George und ich gingen rein. "Ist es nicht komisch, in das Café zu gehen wo du arbeitest?" "Nein es ist hier wie in der Schule. Keiner weiß, dass ich hier arbeite. Auch meine Kollegen nicht. Das macht es angenehmer für mich".
Wir setzten uns in die Couchecke und holten unsere Bücher raus. George konnte ziemlich gut erklären. Ich verstand alles überraschend schnell und George schien auch beeindruckt zu sein. "Wieso machst du dich so schlecht in der Schule? Du bist eigentlich echt schlau. Du checkst das alles im Nichts!" "Ich weiß es nicht. Irgendwie hab ich mich nie auf Schule konzentriert. Niemand hat je auf meine Noten geachtet, also wurde es mir egal. Warum sollte ich aufpassen aufpassen, wenn es keinen interessiert? Egal ob ich dumm bin oder nicht, alle achten nur auf mein Aussehen und darauf, dass ich super heiß bin", antwortete ich. "Nimm den Mund mal nicht zu voll!", er kicherte vor sich hin. "Aber falls es dich motiviert, mich interessiert es. Du bist viel interessanter, wenn du nicht dumm wirkst! Und dich zu unterrichten ist so viel einfacher!", George lächelte mich an. Noch nie hatte jemand so etwas nettes zu mir gesagt.
George riss mich aus meinen Gedanken. "Na dann, wir sind fertig für heute!", er fing an seine Sachen einzupacken. Ich packte meine auch ein. Wir verabschiedeten uns voneinander, ich holte mein Motorrad und fuhr nachhause.
Angekommen schmiss ich mich auf mein Bett. Mir fiel ein, dass ich Nick noch schreiben wollte und holte mein Handy aus meiner Tasche.
(Chatverlauf zwischen Nick(N) und Clay(C))
C: Hey
C: Bin grad zuhause
angekommen
N: Wie war Nachhilfe ;)
C: Es war besser als
erwartet
C: George war mega nett
und ich bin tatsächlich
gar nicht mal so schlecht in Mathe
N: War irgendwas besonderes
mit Georgeeeee
C: Ach halt die Klappe
C: Wie läuft es denn bei
dir, Karl und Alex?
N: Relativ gut aber ich hab
noch keinen der beiden
wegen Ball gefragt
C: Schaffst du schon noch
N: Mal sehen
N: Ich muss jetzt Schluss
machen meine Mom will
dass ich den Geschirrspüler
einräume 🙄
N: Wenn ich das nicht
gemacht hab bevor sie
wieder kommt bin ich am
Arsch
C: Okay bye
N: bye
(Ende des Chatverlaufs)
Ich konnte den ganzen Tag nichts anderes tun als über George nachzudenken. Er ging mir nicht aus dem Kopf. Noch nie hat sich irgendjemand um meine Noten gekümmert oder eine Sekunde damit verschwendet, drüber nachzudenken was ich mal werde mit diesen Noten.
Ich wusste einfach er lügt mich nicht an und meint es ernst. Dieses Lächeln dabei war zu ehrlich und nett und... süß. Abends schlief ich gedankenversunken mit seinem Lächeln vor meinen Augen ein.
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Falls ihr Ideen für die ff habt könnt ihr diese übrigens gerne in die Kommentare schreiben —>
Vielleicht setze ich sie um (und gebe natürlich Credits)
(713 Wörter)
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Sechseinhalb ~DreamNotFound
FanfictionEin Ball, Sechseinhalb Möglichkeiten. Wie wird sich Clay entscheiden? Bei der verzweifelten Suche nach einem Date verdreht ihm ein Junge namens George den Kopf und vieles geht drunter und drüber. George entfernt sich, wegen eines Outings und es zer...
