Traum 2.0

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Ja er hatte es leider wieder geschafft mich zu überreden mit ihm zu laufen. Wieder liefen wir zusammen zur Sporthalle, doch dieses Mal, sollte das letzte Mal sein. Dann hätte ich endlich meinen Abschluss und müsste nie wieder mit ihm irgendwohin laufen. Ich hatte ihn, seine Stimme, seine Facetime anrufe und seine Präsenz einfach so satt.
Da war es schon wieder. Er versuchte mich immer irgendwie unauffällig zu berühren, was ziemlich armselig ist, aber vor allem ziemlich ekelhaft. Eine kurze Zeit hat es mit unserer Freundschaft geklappt. Doch dann hatte er die grandiose Idee mir zu sagen, dass er mich liebt. Und das nach so kurzer Zeit. Seitdem war alles anders und jedes Wort, jeder Schritt und jede Berührung waren mir so dermaßen unangenehm. Ich habe auch keine Ahnung über was er mich gerade vollquatschte und ehrlich gesagt interessierte es mich auch gar nicht mehr, was er zu sagen hatte. "Jedenfalls hat er dann so einem Sprint hingelegt, dass er den Ball ins rechte obere Eck befördern konnte und Manchester United den Sieg doch noch in letzter Sekunde holen konnte." Ich nickte nur und lächelte. Plötzlich zog er mich leicht auf einen Parkplatz, bestehend aus drei mickrigen Parkplätzen, vor einem Geschäft in meinem alten Wohngebiet. "Was ist los? Du siehst so gereizt aus." Ich schüttelte den Kopf.

"Nichts ist los." Doch natürlich war ihm das nicht Antwort genug und natürlich war das eine dicke Lüge. Ich wollte ihn nicht sehen und nicht hören. Noch weniger wollte ich ihn spüren.

"Ich glaube ich muss dich einfach mal zum lachen bringen." sagte er und griff sich in einem Augenblick, in welchem ich nicht aufgepasst habe, meine Taille und wirbelte mich in der Luft umher.

"Micheal lass mich runter." sagte ich ernst, doch er ignorierte meine Aussage und drehte sich weiter im Kreis mit mir, als wären wir ein verliebtes Pärchen, was wir aber ganz und gar nicht waren. "Lass mich runter." wiederholte ich, da mir die ganze Situation einfach nur unangenehm war. Ich schämte mich förmlich dafür, wenn uns jetzt jemand sehen würde. Und da er auch nach dem dritten Mal nicht aufhörte mich in der Luft herumzuwirbeln, drückte ich meine Nägel ganz tief in seinen Oberarm, wodurch er mich endlich los ließ. Kurz richtete ich wieder meine Klamotten, schulterte meine Tasche, sah noch kurz in sein entsetztes Gesicht und lief dann davon. Zum Glück schaffte ich das alles, bevor der Bus um die Ecke gefahren kam und alle Mitschüler dieses Debakel mitansehen mussten. Um beschäftigt zu wirken, holte ich mein Handy aus der Hosentasche und beantworte ein paar Nachrichten. Eine davon war ein Video meiner Schwester, wie sie mit der neuen Gondel fuhr, welche über die Dächer der Häuser gebaut wurde. Desinteressiert ließ ich sie einfach auf gelesen und begab mich endlich in die Umkleide der Sporthalle, damit ich mich dort umziehen konnte. Letzten Endes wurde es ein weißes England Trikot mit der Nummer 19 auf meinem Rücken. Dazu kombinierte ich eine kurze weiße Sporthose von Nike und lief dann hinunter in die Halle. Wie immer war ich die erste und setzte mich dann einfach auf eine Bank. Ich war so in Gedanken an Micheal versunken, dass ich gar nicht bemerkte, wie sich die Halle immer mehr mit Leuten füllte, bis sich schließlich unser Lehrer räusperte und ich aufsah. Als ich dann aufsah, traf mich der Schock. Sie linke Seite war total bunt angezogen, meine Stufe eben. Doch die rechte war total dunkelblau - ein mir sehr bekanntes dunkelblau.

"Liebe Schüler. Mr. Norman und ich haben und dazu entschieden euch vor eurem Abschluss noch eine kleine Überraschung zu machen. Wie ihr bereits sehen könnt, ist die Mannschaft vom FC Chelsea heute hier mit uns." Alle fingen an zu applaudieren und auch ich klatschte langsam in die Hände, als sich zwei Blicke trafen - meiner und der von Mason Mount. Mason lächelte mich etwas an, weshalb meine Wangen leicht rot und warm wurden und ich mir die anderen Spieler ansah. Da ich direkt neben meinem Sportlehrer saß, bückte ich mich kurz zu ihm rüber.

"Sir? Wie haben Sie das geschafft?!" rief ich durch den Applaus hindurch.

"Der Schulleiter hat da so seine Kontakte." antwortete er mir und ich lehnte mich wieder gegen die Wand. Als der Applaus wieder leiser wurde, ergriff mein Lehrer wieder das Wort. "Wir haben da ein paar Spiele vorbereitet." Die beiden Lehrer erklärten die Spiele und teilten uns dann in Gruppen auf. Sechs Schüler auf je einen Fußballer. In meiner Gruppe waren unter anderem Micheal und... Mason. Mein Herz machte fast Luftsprünge.

"Wen hast du da hinten auf deinem Trikot?" fragte er dann schließlich. Ich lächelte und drehte mich dann um, damit er seinen eigenen Namen lesen konnte. "Beste Wahl." lächelte er zu mir rüber.

"Ich weiß." gab ich selbstbewusst von mir zurück und fing im nächsten Moment einen Ball auf. Der kam von Micheal, was heißt, dass ich meinen Platz mit ihm tauschen musste. Zu meinem Glück war dieser direkt neben Mason. Als ich mich dann neben ihn stellte, tackelte Mason mit seiner Schulter leicht meine und lächelte mich an. Das ganze ging so lange, bis ich wegen eines wichtigen Termins die Sporthalle eine Viertelstunde früher verlassen musste. Ohne mich von irgendjemandem zu verabschieden, lief ich durch die Umkleide hinaus und machte mich auf den Weg. Doch mitten im Weg dachte ich an Mason. Dachte daran, dass ich nicht mit dem Gedanken leben konnte nicht mein bestes gegeben zu haben ihn besser kennenzulernen. Nicht mein bestes getan zu haben um ein Foto mit ihm zu machen. Ihn nie wieder sehen zu können... Also drehte ich mich noch auf der selben Stelle um und rannte los zurück in Richtung Sporthalle. Auf meinem Weg kam ich an einem Laden vorbei, dessen Parkplatz fast leer war. Und ein Auto war sehr scharf darauf mich einzuholen. Da ich sowieso nicht vor einem Auto wegrennen konnte, blieb ich stehen. Als ich dann sah, wer da ausstieg, blieb nicht nur ich stehen, sondern auch mein Herz.

"Mason?" stieß ich fassungslos hervor.

"Lexi! Ich wollte dich nochmal sehen. Ich konnte nicht gehen ohne -"

"Ohne dein bestes getan zu haben mich besser kennenzulernen? Ja, ich auch nicht." Mason lächelte und holte vom Beifahrersitz aus einen Blumenstrauß bestehend aus bunten Blumen und einen pinken Teddy, auf dessen Bauch ein Herz war.

"Ich hatte wirklich gehofft dich nochmal zu sehen." sagte er und hielt mir beides hin. Mein Mund öffnete sich und ich konnte es nicht fassen. Ohne den beiden Sachen auch nur etwas Aufmerksamkeit zu schenken, lief ich in Masons Arme und drückte meinen Kopf so eng es ging an seine Brust. Seine Arme legten sich direkt schützend um mich und drückten mich ebenfalls fest. Es fühlte sich an, als würden wir uns schon ewig kennen und uns zum ersten Mal seit langem wieder sehen. Mason ist das komplette Gegenteil von Micheal. Mason ist groß, gut gebaut, riecht gut und ein Gentleman. Bei ihm fühle ich mich sicher und geborgen... ich fühle mich zuhause angekommen. Micheal ist das genaue Gegenteil - er ist kleiner als ich, obwohl er behauptet 1,80m groß zu sein, fülliger, riecht streng und denkt mehr an sich als an andere. "Wollen wir etwas herumfahren und sehen, wo es uns hintreibt?" schlug Mason vor und ich willigte ein, setzte mich auf den Beifahrersitz und Mason fuhr los. Nach einem langen unterhaltsamen Gespräch kamen wir an einem mir bekannten Restaurant an und aßen dort gemütlich etwas. Dann ging es auch schon weiter, wobei Mason mich nach Hause fuhr. "Unser Team hat immer Probleme was die öffentlichen Verkehrsmittel in anderen Städten angeht. Hast du irgendwelche Tipps?"

"Naja... ich habe jetzt meinen Abschluss und nichts zu tun. Also sagt mir wo ihr hinwollt und ich kann euch das organisieren." schlug ich vor. Für diesen Mann und sein Team würde ich wirklich alles tun.

"Das wäre echt nett! Am besten gebe ich dir einfach mal meine Nummer, dann können wir auch, abgesehen von den organisatorischen Angelegenheiten, in Kontakt bleiben." Mein Herz setzte einen Schlag aus und Mason reichte mir sein entsperrtes Handy, damit ich seine Nummer übertragen konnte.
Zuhause angekommen, stieg ich aus seinem Auto und verabschiedete mich nochmal mit einer engen Umarmung von ihm. Im Hintergrund sah ich Micheal, welcher wohl auf mich gewartet hat und uns nun eifersüchtig ansah. Mason sah meinen Blick und sah Micheal an. "Wer ist das?" raunte er in mein Ohr, damit nur ich es hören konnte.

"Niemand." flüsterte ich augenverdrehend zurück.

"Ist er eifersüchtig?" fragte er. Ich nickte. "Wollen wir ihn noch eifersüchtiger machen?" fragte er grinsend und ich wusste sofort worauf er hinaus wollte. Also nickte ich wieder, ebenfalls grinsend. Kurz darauf nahm er mit einer Hand mein Kinn und zog es näher zu sich, damit er seine Lippen auf meine legen konnte. Seine andere Hand wanderte an meine Taille und zog mich näher zu ihm. Ich verschränkte meine Hände hinter seinem Kopf und genoss den Kuss in vollen Zügen.

(1477 Wörter)

Heyy,
Ja, ich lebe noch hahaha. Am Mittwoch habe ich meine letzte Prüfung und dann schreibe ich auch wieder bei meiner Hauptgeschichte „My one in a million" weiter. Das hier war mal wieder ein Traum den ich hatte und unbedingt teilen musste. Ich hoffe es hat euch gefallen!

Küsse eure Augen🤍

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⏰ Letzte Aktualisierung: Jun 27, 2022 ⏰

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Mason Mount OneshotsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt