•Kapitel 5•

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Unruhig spielte ich mit meinen Fingern, während die Bäume nur so an unserem Auto vorbei flogen.

Diesmal saß ich auf dem Platz des Beifahrers neben Soley, weshalb der Ausblick diesmal besser war.

Man konnte sagen was man wollte, aber das Revier dieses Rudels war einfach nur wunderschön. Oder zumindest der Wald, durch den man hier permanent fuhr.

Auch wenn man über die Alphafamilie und das Rudel etwas anderes sagte.

In den letzten Jahren war allgemein wenig über das Halfmoon Pack bekannt gewesen. Es hatte einen Alpha wechsel gegeben, so viel wusste ich, doch alle anderen Infos entstammten einer unseriösen Gerüchteküche.

Bald schon kam eine große Einfahrt in Sicht, die den Blick auf ein stattliches Anwesen frei gab.

Wow... Dieses Herrenhaus war einfach nur gigantisch und stand in keinem vergleich zu dem Alphahaus meines Rudels. Mein Vater hatte einfach irgendwo ein Haus gekauft und das war es gewesen.

Dieses hier war atemberaubend. Die Mauern des zweistöckigen Gebäudes waren weiß und von Efeu und Rosen bewachsen, was mich sofort an ein Schloss erinnerte.

Es war relativ groß, jedoch ohne dabei protzig zu wirken und doch ließ die düstere Aura erahnen welche Macht der Alpha, dem es gehörte besaß.

Wo wir wieder beim nächsten Problem wären...

Ich ließ meinen Blick wieder über die Umgebung schweifen, um nicht an das denken zu müssen, was mir gleich bevor stand.

Um das Haus war ein riesiger Garten mit vielen alten Bäumen darunter auch Nadelbäume, welche mir während meines Aufenthaltes in diesem Revier nun mehrfach ins Auge gefallen waren.

Sie gaben dem ganzen irgendwie eine leicht düstere Atmosphäre und schienen das Markenzeichen des Halfmoon Gebiets zu sein.

Soley parkte den Wagen auf einem dafür vorgesehenen Platz, am Rand eines Rondells, welches eine Art Einfahrt oder Parkplatz vor dem Haus bildete.

Verdammt. Irgendwie war das doch schneller gegangen als erwartet.

Egal, ich musste da jetzt durch.

Mit entschlossener Miene stieg ich aus dem Auto aus und sah abwartend zu Soley. Ohne sie konnte ich schließlich schlecht wissen wohin ich musste und ungefragt einfach durch das Anwesen des Alphas zu spazieren wäre ziemlich respektlos.

Soley schloss noch ab, bevor sie kurz Richtung Eingangstür deutete und sich auch in diese Richtung in Bewegung setzte.

Mit gemischten Gefühlen folgte ich ihr und machte mich innerlich schon für meinen Tid bereit.

Ohne zu zögern öffnete Soley einen Flügel der großen Doppeltür und trat ein. Wohl oder übel musste ich ihr folgen, auch wenn eigentlich alles in mir danach schrie mich umzudrehen und schreiend wegzulaufen.

Wie schaffte ich es nur immer in solche Situationen zu geraten.

Als ich durch die Tür trat erwartete mich eine große Eingangshalle, die ziemlich edel zu wirken schien.

Es war wieder eher dezent, mit einem weinroten Teppich auf dem Boden und mintfarbenen Wänden, die zum Teil getäfelt waren und nur von ein paar Bildern geziert wurden.

Nur der Kronleuchter an der eigentlich viel zu hohen Decke und die aufwendigen Skulpturen von heulenden Wölfen in jeder Ecke sprengten das Bild ein wenig.

In der Mitte des Raumes führte eine Treppe mach oben, ebenfalls mit dem roten Teppich ausgelegt und ein Teil des Gangs im ersten Stock war zur Eingangshalle hin offen und mit einem Geländer abgegrenzt, sodass sich eine Art kleine Empore bildete. Das Geländer war aus dem selben fast schwarzen Holz wie die Täfelung an der Wand und besaß ähnliche Verzierungen wie die Skulpturen.

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