"Maus! Wo bist du?", höre ich meine Mutter rufen.
Einfach zusammen reißen, nichts ist passiert, dir geht es gut, sage ich zu mir selbst. Ich hole noch einmal tief Luft und setze mein wie immer, beziehungsweise sehr oft, vorgetäuschtes Lächeln auf.
"Hier bin ich!", rufe ich und komme meinen Eltern entgegen gelaufen.
"Wir haben eine Überraschung für dich!"
"Los erzählt!"
Was mag das sein? Darf ich doch mit nach Malta? Kann das wirklich sein? Haben sie es geschafft? Und wenn wie?
"Du darfst mit nach Malta!"
Ich kann es nicht fassen was meine Mutter da sagt. Ich falle vor ihr auf die Knie und fange an zu weinen. Vor Freude!
"Wieso aufeinmal? Wieso darf ich doch mit?", frage ich.
"Bevor wir in die Schule gefahren sind, waren wir noch bei deinem früheren Psychiater. Den haben wir darum gebeten deine Lehrer und besonders dem Direktor zu bestätigen, dass von dir keine Gefahr aus geht. Das du dich nicht umbringen wirst und du dich auch nicht verletzen wirst. Das hat er dann gemacht, weil er wirklich überzeugt davon ist."
"Wow! Ich kann es kaum fassen! Ich liebe euch!", danke ich beiden und umarme sie. Ich bin wirklich glücklich!
Besonders weil ich weiß, dass der Psychiater ein guter Freund von meinem Direktor ist und ich selbst vorher nicht auf die Idee gekommen wäre, ihn um Hilfe zu bitten.Was war das nur für ein Tag heute. Ich liege schon früh im Bett und denke wie immer nach. Ich denke über Malta nach, wie die Fahrt wohl wird? Was werden wir alles machen? Wie werden die Lehrer mich behandeln?
Bei den ganzen Gedanken kann ich gar nicht einschlafen. Denk an was anderes Moni! Du möchtest doch irgendwann einschlafen... einschlafen... schlafen...
Und schon fange ich an zu weinen. Gerade zu dem ungünstigsten Zeitpunkt erinner ich mich an heute Nachmittag. Ich erinner mich an IHN! Schon empfinde ich nur noch Scham, kauer mich zusammen und empfinde tiefen, inneren Schmerz, der kaum aushaltbar ist! Dieser Schmerz verfolgt mich anscheinend und ich weiß nur eine Möglichkeit, wie ich den Schmerz los werden kann:
Ich stehe auf, gehe zu meinem Geheimversteck und suche nach meiner Klinge, Taschentücher und Pflaster. Alles ist noch da!
Im Bett mache ich mein kleines Nachtischlämpchen an und erlöse mich von meinen Schmerzen! Es tut so gut das Blut fließen zu sehen, diese Wärme zu spüren und die Freiheit über mich und meinen Körper bestimmen zu können, zu spüren.
Wie in Trance führe ich, die für mich schon zum Ritual gewordene Erlösung, fort und schlafe irgendwann ein.
----------------------------------------------------------Hey ihr fleißigen Leser! Ich habe eine Frage an euch: Wie soll ich meine nächsten Kapitel gestalten? Wollt ihr ein wenig über die Fahrt nach Malta erfahren oder soll ich erst zeitlich danach wieder einsteigen?
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Hungerliebe
Ficção Adolescente18, weiblich, Schülerin. Das ist Moni. Sie kämpft mit sich selbst und gegen ihre innere fremde Stimme, die sie in den Abgrund trägt. Am Anfang merkt noch niemand, wie sehr sie leidet, bis es schließlich fast zu spät ist. Ich möchte davor warnen...