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"Lamia?" drang es dumpf durch die Tür. Steif setzte ich mich auf, ich war vermutlich eingeschlagen, jedenfalls behauptete das Lumiels Uhr. Ich hievte mich hoch und ging zur Tür, die unter dem gehämmer von der anderen Seite beinahe aus den Angeln sprang. „Jaja" grummelte ich genervt während ich die Tür öffnete. Ich duckte mich noch rechtzeitig unter den Fäusten von Ash weg, der peinlich berührt schnell die Hände sinken lies. „Du hast deinen Rucksack vorhin vergessen" meinte er während er mir mein Schwarzes Eigentum entgegenstreckte. Von hinten kam Yoko angerannt, keuchend stützte sie sich gegen den Tür Rahmen. „Bianca schickte mich, wir brauchen dich unten, du kennst dich als einzige damit aus". Verwirrt blickten ich und Ash uns gegenseitig an. Was war jetzt los? Wir folgten ihr nach unten. Schon von weitem konnte ich Bianca hören, sie gab verschiedene Anweisungen an die Schüler. „Wir schneiden ihm den Bauch auf, so kommen wir an die Pakete" meinte sie gerade. „Ah Lamia, gut, eines der Monster ist durch die Barriere und hat einen teil unsere Vorräte gefressen. Wir versuchen von außen dran zu kommen. Du kennst dich allerdings besser mit der Anatomie von diesem Ding aus, was meinst du? Schaffen wir es so?" ich schüttelte den Kopf. „Nop, man muss von innen oder zumindest beiderseits rann" ich überlegte kurz und übernahm kurzerhand mit einem Seitenblick auf Bianca das Kommando. In den Augen befinden sich heilsame Kristalle, schneidet sie draus und bringt sie in den Krankenflügel, die wissen hoffentlich was zu tun ist, falls nicht helfe ich denen später" ich teilte mit den Händen die kleine Gruppe vor mir in zwei und schickte sie zu jeweils einem der Augen. „Ok, ich gehe mit einem weiteren Team rein, Wednesday, Ash, Lumiel, Enid, Minka, Kent und.." ich blickte mich um eine Hand schoss in die höhe. „Divina, ihr kommt mit mir ins innere" wir schnappten und schrie Gegenstände und versammelten uns vor dem maul der Bestie.

„Also, ihr folgt mir, da drinnen ist es verdammt rutschig, wenn einer aussteigen will kann er das gerne noch machen. Wir müssen vom Hals zum Magen". Ich hob eine Zeichnung hoch auf der das Monster grob abgebildet war. Ich fuhr mit dem Finger den weg nach den wir nehmen würden. „Es gibt verschiedene Abzweigungen, lasst euch also nicht irritieren und biegt unter keinen umständen falsch ab. Auch wenn das Ding tot ist, kann es immer noch gefährlich sein, es ist rutschig und schleimig, wir müssen uns teilweise kriechend fortbewegen da wir zu wenig sehen, auch mit Taschenlampen, die bringen da drinnen nichts". Ich blickte erwartungsvoll in die runde ob jemand aussteigen würde. Eine Hand erhob sich „ja? Minka" fragte ich belustigt da ich genau wusste was kommen würde. „Ich steige aus, sorry Leute aber das is mir zu heikel" sie ließ ihr Werkzeug fallen und ging davon. „Sonst noch wer? Nein? Niemand? Ok dann los" meinte ich und drehte mich zum Maul um.

Wir kletterten durch die Zähne und standen nun, etwas wackelig, auf der leblosen, feuchten Zunge den Ungetüms. Ich blickte mich etwas unsicher um und umklammerte meine Taschenlampe fester. Ich atmete tief durch und bewegte mich weiter ins innere, dabei ignorierte ich so gut es ging, das mir des Sabber und schleim in die Schuhe sickerte und meine Socken inzwischen ziemlich durchweicht waren. Hinter mir schilderten alle durch die Gegend und beschwerten sich über alles und jeden. „Pass doch auf!", „mannn, du Trampel", „iiiih was ist das!!" schallte durch den großen, einer Höhle ähnelnden Mund.

Wir tasteten uns vor und irrten umher, die Taschenlampen spendeten nur spärlich Licht. Vor mir tat sich ein Tunnel auf der nach Unten führte und somit ins nichts. „Gruselig" murmelte Enid und spähte über meine Schulter.  „Also, ich rutsche vor und wenn ich unten halbwegs heil ankomme, kommt ihr nach" meinte ich zu der Gruppe hinter mir, ich wartete nicht auf eine Antwort und sprang mit Schwung in den Tunnel. Ich versuchte mir das ganze als Wasserrutsche vorzustellen. Hinter mir kreischte jemand und ich bekam einen schlag auf den Hinterkopf. „Was zum.." ich blickte nach oben und Enid schlitterte knapp hinter mir mit zusammen gekniffenen Augen nach unten. Hinter ihr konnte ich wage noch jemanden erkennen.

Plötzlich viel ich im freien fall. Hart und mit einem matschig dumpfen Geräusch schlug ich auf einem harten und gleichzeitig weichen Untergrund auf. Um mich herum landeten auch die anderen aus der Gruppe.
Nachdem wir alle halbwegs unversehrt aufgestanden waren, blickten wir uns um. Es war wie eine riesige halle mit einem Untergrund See, in dem mehrere braune Päckchen schwammen, zusammen mit allerlei anderem Zeugs. „IIIIIIIH!!" kreischten Divina und Enid. Sie hatten sich vor einem herum schwimmenden Skelett erschrocken. Überall Augen halb verdaute Überreste herum und es roch säuerlich nach Blut und Fleisch. Ich schnappte mir eines der großen Küchenmesser und tastete mich vor bis ich an einer glitschigen wand ankam. Ash folgte mir und gemeinsam begannen wir damit Fleisch Stücke heraus zu schneiden, wobei er umständlich mit nur einer Hand arbeitete. Die anderen kamen uns zu Hilfe und zusammen schnippelten wir uns einen weg nach draußen. Ein paar von uns holten die Pakete und stapelten sie hinter uns auf.

Ein dünner Lichtstrahl  fiel durch den Schlitz wo soeben noch das Messer gesteckt hatte. Stimmen von der anderen Seite waren zu hören. Dann, endlich strömte frische Luft herein und wir stürmten nach draußen, hustend und keuchend ließen wir uns in den Schnee fallen. Wir waren vollkommen verdreckt, an uns klebte überall schleim. Ich freute mich schon ziemlich auf eine heiße Dusche. Bevor wir auf unsere Zimmer durften mussten wir uns noch durchchecken lassen. Dann vielen wir alle in unsere Betten und schliefen ein.

Wednesday~ Addams Sisters Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt