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Noch fünf Minuten. Ich versank in Gedanken an Scar, das Telefonat spielte sich noch einmal vor mir ab. Ich zog scharf die Luft ein und unterdrückte meine Tränen. Ich konnte den Blick von Ash auf mir spüren. Langsam drehte ich mich zu ihm um und starrte an ihm vorbei die Straße runter.
Noch drei Minuten.
Angespannt unterhielten sich alle leise und horchten auf als ein Motor in der Ferne zu hören war. Ich ließ meinem Gehörsinn freien Lauf und tastete mich langsam vor. Der Motor dröhnte in meinen Ohren und ich zugute heftig zusammen als er erneut Gas gab. Ich rutschte von der Motorhaube und viel beinahe hin. „Alles in Ordnung?" Ash sah mich besorgt an. Ich nickte und zog mein gehör zurück. Mit der einen Hand hielt ich mich am wagen fest, mit der anderen fuhr ich mir übers Gesicht.
Noch zwei Min-
Egal, er war schon da. Langsam gingen wir aufeinander zu und ich schüttelte seine Hand. „Also?" fragte ich auffordernd, als wir zurück zum Lieferwagen gingen. Er öffnete die Türen und ersparte mir somit eine Antwort. Ich betrachtete anerkennend die vielen Pakete. „Also! Alle mal hergehört" drehte ich mich um und richtete mich somit an alle anwesenden. „Ihr ladet das Auto so voll wie möglich. Damit wir nur zweimal fahren müssen. Je nach dem wie viele Kisten noch da sind, werde ich nochmal eine kleine Gruppe mitnehmen"  alle nickten verstehend und begannen das Auto voll zu laden. Nach einer halben stunde war der wagen fast lehr und das Auto Rand voll. „Ok, wir gehen jetzt zurück zur schule, bereitet euch vielleicht auf einen Kampf for und seid wachsam". Wir liefen hinter dem Auto her und wieder waren alle in ein leises Gemurmel gefallen. Wieder verlief alles gut und Yoko fuhr entspannt vor uns her. Als wir ankamen besprach ich mich kurz mit Bianca während die anderen das auto ausluden. „Ok, du nimmst Ash und Yoko nochmal mit, nach deinen Berechnungen wird das Auto also komplett voll werden, ihr musstet ja schon zweimal laufen, diesmal könnt ihr euch aufs Auto Dach setzten, dann seit ihr schneller wieder da".

So saßen wir kurze Zeit später schweigend im Auto, während das Radio leise vor sich hin Dudelte. Als wir nach nicht mal 20 Minuten ankamen, wartete der Lieferant schon ungeduldig. Als wir fertig mit ausladen waren fuhr er grußlos davon. Wir würden schreiben, so viel war sicher, vermutlich spätestens nächsten Monat. Das Auto war bis an die decke voll getopft und so sprangen ich und Ash auf das Dach. Yoko hatte das Radio wieder laut gedreht. „Eine wirklich dunkle Nacht" murmelte Ash, automatisch fuhr mein Blick nach oben. Der Himmel war bedeckt und grau, es hätte schon längst anfangen sollen zu schneien, es war immerhin November.wir saßen still auf dem Dach, meine Zöpfe flatterten im kalten wind. Wir hatten den Blick immer noch nach oben gerichtet. Wie in Zeitlupe wurde ich vom Dach gerissen und segelt über die Windschutzscheibe. Yoko starrte mich entgeistert an während ein Lauter Knall ertönte und der Airbag in ihrem Gesicht seine volle Kraft entfaltete. Ash hatte sich wohl besser festgehalten, er gab nur ein aufgeregtes, schmerzliches Quieken von sich. Ich landete schmerzhaft auf dem Boden und rollte über den ausfallt. Mir tat alles weh und in meinen Ohren klingelten mindestens fünfzig Kirchtürme gleichzeitig.

Vollkommen zerkratzt und nur die Hälfte sehend hiefte ich mich hoch. Langsam torkelte ich zurück zum wagen, Ash bewegte seine Lippen und hielt seien Arm, der anscheinend ein weiteres Gelenk bekommen hatte. Ich bedeutete ihm mit meinen Händen das er aufhören sollte z reden. Wir mussten Yoko aus dem Auto holen, ich konnte zwar Lippen lesen, dafür musste ich allerdings jene auch sehn. Und im Moment sah ich nur das auto im Fokus, der Rest war vollkommen verschwommen. Ich riss die Tür auf und zog Yoko aus dem Auto. Ich gab ihr mehrere Klatschen und nach der fünften öffnete sie die Augen. Der wagen wahr in vollem Tempo in einen umgefallenen Baum gerast. Der war dort davor aber noch nicht gelegen, da war ich mir sicher. Ich zog sie über den Baumstamm und legte sie auf die Straße, langsam richtete sie sich auf und sah sich verwundert um, sie musste auch ein Knalltrauma haben. Ich lief zurück zum Auto und öffnete den Kofferraum. Ich wurde halb von einer, mir entgegenkommenden Box erschlagen und fluchte innerlich. Ich stellt sie auf den Boden und riss sie auf, Bingo. Ich zog eine Verbandrolle aus der Schachtel und lief damit zurück zu Yoko und Ash. Ich wickelte ihn Yoko um den Kopf und klatschte Ash ein, als er kurz abgelenkt war und den Kopf wegdrehte, schnappte ich mir seinen Arm und renkte ich kurzerhand ein. Er stieß einen kurzen Schmerzensschrei aus und blickte mich böse an. Ich verpasste ihm eine provisorische Schiene und rollte mit den Augen. Ich konnte immer noch nicht reden und die Glocken in meinen Ohren waren auch nicht weniger geworden. Mir tat alles weh. Langsam machten wir uns auf den weg zurück zur schule. Nach einer gefühlten Ewigkeit erblickten wir das Tor. Bianca kam uns mit Enid entgegen. Als sie uns entdeckten rannten sie auf uns zu, ehe sie uns erreichten kippte ich um. Ich hatte wohl doch mehr abbekommen als ich gedacht hatte, das Adrenalin hatte wohl das meiste verhindert.

Ich bekam so halb mit, das sie mich die letzten Meter zur schule trugen und in den Krankenflügel brachten.

Wednesday~ Addams Sisters Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt