Kapitel 7

268 7 1
                                        

-ELLA-

Sonnenstrahlen kitzelten leicht meine Nase. Langsam öffnete ich die Augen. Alle Emotionen von gestern holten mich wieder ein. Ich probierte mich in Richtung des Fensters zu drehen, jedoch wurde die Sicht von braunen, wuscheligen Haaren versperrt. „Morgen", nuschelte ich leise, doch er bewegte sich keinen Zentimeter. Selbst als ich ihn wach rütteln wollte bewegte er sich nicht. Wie kann man nur einen so tiefen Schlaf haben?, fragte ich mich. Mit einem Blick auf die Uhr wunderte es mich noch mehr, es war bereits halb 11 (10:30). Vorsichtig befreite ich mich aus den armen, die mich umklammerten und stieg leise aus dem Bett.

Zum ersten Mal konnte ich mich in dem Zimmer umsehen. Es war eher schlicht in schwarz-weiß gehalten. Möbliert war es recht wenig, dafür stand ein E-Piano in einer Ecke. Direkt unter dem Fenster befand sich ein schwarzer Schreibtisch, der an einen weißen Kleiderschrank gelehnt war. Auf der Seite standen links und rechts das E-Piano und ein weißer Schrank. Sein Bett war provisorisch einfach an eine Wand gestellt. An der Tür hingen ein paar Jacken und auf dem Schreibtisch lag mein Skateboard mit Rucksack.

Langsam bewegte ich mich darauf zu, nur bedacht nicht auf die vielen Klamotten und anderen Dinge zu treten, die hier herum lagen. Bei meinem Rucksack fischte ich einen neuen Hoodie heraus, natürlich lila, und kramte nach meiner Jogginghose, die ich zum Glück auch schnell fand. Ich drehte mich zu meinem Vater um, der immer noch seelenruhig schlief und zog mich kurzentschlossen einfach schnell hier um. Spätestens wenn er oder seine Familie meinen Namen Googlen würden ihnen tausende Fotos von mir in Bikini oder anderen knappen Kleidungstücken ins Auge springen, somit konnte ich mich auch einfach schnell hier umziehen. Meinen Pyjama wechselte ich also noch gegen meine Alltagsklamotten, die ich auch an Weihnachten anzog und danach begann ich mich auf die Suche nach dem Badezimmer., welche sich nach ein paar Anläufen recht schnell fand. Ich blickte einmal kurz in den Spiegel und grinste mein verschlafenes ich an. In der Tasche meiner Jogginghose fand ich zum Glück noch eine Packung meiner Kontaktlinsen, da ich sonst recht wenig sah. Umrisse konnte ich in der Ferne zum Glück noch recht gut sehen, jedoch bei vielen Alltagssituationen halfen Kontaktlinsen schon deutlich. Zu meinem Pech waren diese lila. Schnellsetzte ich sie ein und trat dann wieder aus dem Badezimmer.

Langsam stieg ich die moderne Treppe hinunter. Aus einem Raum, wahrscheinlich die Küche, hörte ich leises klappern, außerdem duftete es leicht nach frischen Croissants vom Bäcker. Hinter mir, auf der Treppe, vernahm ich leise Schritte, weshalb ich mich ruckartig herumdrehte. „Guten Morgen", gähnte da schon Shayenne. „Morgen", nuschelte ich zurück. „Komm ruhig mit in die Küche", meinte sie und ging verschlafen an mir vorbei. Langsam folgte ich ihr und landete in einem einladenden modernen Raum. „Guten Morgen ihr Langschläfer!", rief Angela mir fröhlich entgegen und meinte damit wohl auch Shay, die im Türrahmen stehen geblieben war.


PläneGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt