-ELLA-
Die Tage hier in Eutin bei meiner Familie vergingen wie im Flug. Am Abend des 5. Januars kuschelte ich mich mit Wincent auf das Sofa, denn wir wollten gemeinsam die Fotobücher, die ich mitgebracht hatte ansehen. Angela und Shayenne sind zum Abendessen zu Wincents Großeltern gefahren, so hatten wir den ganzen Abend das Haus für uns allein. „Kommst du?", rief ich in die Küche. Daraufhin erschien mein Vater mit zwei Pizzakartons in der Hand im Türrahmen. „Komme schon", erwiderte dieser und trat zu mir. Er ließ sich neben mich fallen und öffnete beide Schachteln. Wir machten es uns mit der Pizza in der einen Hand und den Alben voller Fotos in der anderen, gemütlich in Decken gewickelt, auf der Couch bequem. Ich schlug das erste Album auf. Es handelte von meiner Geburt bis hin zu meinem zweiten Geburtstag.
„An diese Jahre kann ich mich leider kaum oder gar nicht erinnern. Mum hat es damals probiert aufzuschreiben. Doch wegen ihrem Job hatte sie nicht so viel Zeit, wie sie eigentlich wollte. Das meiste was ich von damals weiß hat sie mit erzählt.", ich schlug die ersten Seiten auf. Die ersten paar Seiten zierten Fotos von meiner Geburt. Leicht lächelte Wincent als er diese Bilder sah. „Ich wäre gerne dabei gewesen, jetzt wo ich weiß dass ich Vater bin, weißt du" Ich nickte und lehnte mich an ihn. Auf den nächsten Seiten befanden sich Fotos von meinen Versuchen, eigenhändig zu krabbeln oder wie ich verschiedene Komische Dinge anstellte. Meine ersten Ausflüge zu den Ziegen, die bis heute noch auf der kleinen Farm meiner Großeltern standen. Wincent blätterte weiter. Fotos meiner Familie und meines Ersten Geburtstages, in denen ich frech in die Kamera grinste. „Das lächeln hast du eindeutig von mir", meinte mein Vater. Zusammen sahen wir uns noch das Album fertig an. Als ich nach dem dickstem griff, flog ein Foto heraus. Es zeigte mich und Mum an ihrem Sterbebett. Sofort stiegen mit Tränen in die Augen. „Es ist das letzte Foto, das von mir und Mum gemacht wurde. Wir waren im Krankenhaus, kurz danach wurde sie von den Geräten losgemacht. Die Chemotherapie hat ihr nicht geholfen. Ungefähr 2 Stunden später ist sie dann gestorben." Mittlerweile flossen die Tränen wie ein Wasserfall über mein Gesicht. Wincent drückte mich an sich und auch über sein Gesicht flossen Tränen. Wiederwillig schlug ich das Album auf und fing an zu erzählen. Von meinen Großelter, der Farm, meinen ersten Ausflügen nach Orléans und Paris, Besuche von meiner Familie und auch als wir hier einmal in Eutin waren, als Mum ihn eigentlich sehen wollte, er aber nicht da war. „Hier", sagte ich und deutete auf ein Foto, bei dem ich ins Meer rannte, „da war ich in hier in Eutin. Mum wollte uns bekannt machen. Das war vor zwei Jahren. Ich kannte dich nicht, hatte deinen Namen noch nie gehört geschweige denn irgendein Foto von dir gesehen" Wincent blätterte um. Das Foto erstreckte sich über beide Seiten. „Oh, das ist eine der schönsten Erinnerungen. Mum hat mir das Designen beigebracht oder es zumindest versucht. Damals hat sie die Kollektionen für Adidas gemacht und ich habe am Boden gelegen und auf verschiedene alte Skizzen bekritzelt", sagte ich und deutete auf mein kleineres Ich, das mit einem breiten Grinsen auf verschiedenen Blättern ihre Buntstifte testete. Auf den nächsten Seitenfolgten noch mehr Fotos, die mich zum Lächeln brachte. Dieses Lächeln erstarb jedoch als ich die ersten Fotos aus dem Krankenhaus sah. Wincent merkte das und schloss das Album. Ich kuschelte mich noch dichter an ihn und schloss langsam die Augen. Müdigkeit machte sich in mir breit und schnell war ich in das Land der Träume abgedriftet.
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Pläne
Fan-FictionWas ist wenn deine Mutter an Krebs stirbt? Was ist wenn du deinen Vater nicht kennst? Was ist wenn du noch ein Versprechen einlösen muss? Der 11 Jährigen Ella geht es so. Durch einen Unfall und Krebs stirbt ihre Mutter. Dank des Jugendamts lebt Ella...
