Kapitel 13

164 11 0
                                        

Nach dieser Nacht fühlte sich Link anders als zuvor gegenüber dem Prinzen. Schlafen konnte er in dieser Nacht nicht mehr. Jede Bewegung des Zoras erweckte ihn aus seinem Schlaf. Schon am Morgen stand er früher auf als sonst. Er wusste, dass es keinen Sinn mehr machte es zu versuchen, weshalb er sich anzog und nach unten ging. Was ihn jetzt ablenken würde, war die Jagt für das Frühstück. Link zog sich seine Hyliahose und das passende Hyliagewand dazu an. Mit dem Schwert auf seinen Rücken und dem Bogen in der Hand ging er nach draußen. Zielstrebig ging er auf den kleinen Stall zu und sattelte sein Pferd. Er wirkte etwas durcheinander. Die neuen Gefühle machten ihm zu schaffen. Nachdem er den Hengst ausreichend gestreichelt hatte, führte er ihn aus dem Stall und stieg auf. Er ritt die Brücke entlang, aus dem Dorf hinaus. Dort befand sich ein kleines Wäldchen, welches er durchritt. Er öffnete seine Augen, ob er ein Tier entdecken konnte. Tatsächlich beobachtete er ein Wildschwein, welches in diesem Moment einige Pilze fraß. Link stieg ab und zückte seinen Bogen. Er spannte ihn mit einem Pfeil und nahm das Tier ins Visier. Der Ritter zielte genau auf den Kopf und atmete ruhig, um es genau treffen zu können. Er ließ den Pfeil in seiner Hand los. Dieser glitt an ihm vorbei und traf den Kopf des Tieres, genau in der Mitte. Sofort fiel das Wildschwein zu Boden.

Link befestigte den Bogen an seinen Rücken und nahm das Seil an seinem Sattel. Mit diesem band er das Tier fest, während er das Ende des Stricks am Sattel befestigt. Langsam ritt er so wieder in das Dorf zurück. Das Tier glitt über dem Boden mit. Diesen Anblick sind die Dorfbewohner bereits gewöhnt, denn Link ging oft in Hateno jagen. An seinem Haus angekommen entfernte er das Seil und sattelte das Pferd ab. Nun konnte dieses in ruhe grasen. Der Ritter legte sich sein Hyliagewand ab und nahm ein Beil zur Hand. Mit diesem erlegte er das Tier. Zuerst die Beine und den Kopf. Danach folgten die Innereien und das Fell. Durch das Schlagen des Beiles erwachte der Prinz aus seinem Schlaf. Er ordnete das Geräusch automatisch dem Ritter zu, weshalb er sich seinen Schmuck anlegte und nach draußen ging. Er erkannte den verschwitzten Helden, welcher das Tier erlegte.

Sidon hielt den Atem an. Dieser Anblick war atemberaubend. Link hatte seine Haare offen und war am Oberkörper nicht bekleidet. Schweiß lief ihm von der Anstrengung die Brust hinunter. Die starken Arme schwangen das Beil und zertrümmerten die Knochen. Mit einem Messer schnitt der Ritter das frische Fleisch zurecht. Er hatte den Prinzen unlängst bemerkt, doch wollte seiner Tätigkeit nachgehen, bis er sich wieder in sein Gefühlschaos stürzen würde. Sidon unterbrach die Stille. „Guten Morgen, Link!" Der Ritter sah auf. „Morgen." Der Prinz ging auf ihn zu. „Kann ich dir etwas helfen?" Link schnitt das letzte Stück Fleisch zurecht und legte sein Messer auf die Seite. „Du kannst ein Feuer machen." Der Ritter zeigte auf eine Ecke, in der es gut wäre und legte einige große Fleischstücke auf die Seite. Diese machte er für das Räuchern und das Frühstück fertig. Den Rest legte er in einen Korb, denn dieses spendete er, wie schon so oft, dem Dorf. Der Prinz machte das Feuer, welches ihn Link darum gebeten hatte.

Während er das tat, ging Link in den Verkaufsladen und brachte ihnen dort das frische Fleisch. Die Knochen und das Fell verbrannte er danach im Feuer, ebenso die Innereien. Sidon hielt sich die Nase zu, als er dies roch. „Urgh, das stinkt!" Der Ritter schmunzelte, denn er war dies schon gewohnt. „Es ist gleich vorbei." Link brät das Fleisch für das Frühstück an der Feuerstelle an. „Sollen wir nach dem Essen duschen?" Der Prinz strahlte wie immer. „Das ist eine tolle Idee!" Nachdem die Überreste vollständig verbrannt waren, löschte der Held das Feuer und gab dem Zora die Fleischspieße, welche er zubereitet hatte. Das restliche Fleisch hängte er in der Kammer, die sich außerhalb des Hauses befand, auf. Sidon genoss das Essen, welches der Ritter zu bereitet hatte.

Nachdem Essen holte Link sein Pferd, ohne Sattel, und ging zu dem Zora. „Bist du soweit?" Sidon lächelte. „Ja, aber warum hast du dein Pferd dabei?" Der Ritter stieg auf das Ross. „Er darf auch mit." Der Prinz grinste. „Super, ich folge dir!" Er trug Links frische Kleidung in der Hand und folgte ihm den Weg entlang. In Hateno selbst befand sich ein großer Teich und ein Wasserfall. Sidon erkannte ihn bereits und strahlte. Der Ritter ließ das Pferd mit ins Wasser steigen, damit er es ebenfalls waschen konnte. Die Verbindung zwischen den beiden war stark, weshalb der Hengst ihm vertraute, und es genoss von seinem Besitzer gewaschen zu werden. Sidon stellte sich unten den Wasserfall und ließ das Wasser auf seine Haut prasseln, während Link sich dem Pferd widmete. Die Bewohner des Dorfes beobachteten die drei dabei und begannen zu schmunzeln. Seit Link nach Hateno zog wurde es nie langweilig und es gab immer etwas Neues. Frischer Wind wehen zu sehen genossen die Ältesten des Dorfes.

Die Älteste, welche oft neben dem Steg ihren Platz einnahm, beobachtete den jungen Ritter und lachte. So etwas zu sehen und das auch noch mit einem Tier empfand sie als amüsant. Als Link mit seinem Hengst wieder aus dem Wasser stieg schüttelte dieser sich und spritzte dabei alle nass. Schützend die Arme vor sich haltend lachte die Dame. „Dein Pferd hat das wohl sehr genossen, junger Ritter." Link stieg wieder auf und lächelte. „Ja, das ist wahr. Sind Sie sehr nass geworden?" „Nicht doch, es ist alles in Ordnung. Wirst du schon bald das Dorf wieder verlassen und auf Reisen gehen?" Der Mann nickte. „Ja, ich werde mit Prinz Sidon in das Zoradorf reiten." Die Älteste lächelte liebevoll und streichelte den Hengst. „Gib auf dich acht, Link." Er nickte und sah zu Sidon, welcher ebenfalls aus dem Wasser stieg. „Vielen Dank!" Der Prinz nahm die Hand der Dame und bedankte sich außerordentlich. Nun machten sich die Beiden wieder auf dem Weg zurück zum Haus. Da sich das Pferd so sehr geschüttelt hatte, wurde die mitgebrachte Kleidung des Helden ganz nass.

Angekommen hängte der Held die nasse Kleidung auf und rieb das Ross mit einem Handtuch trocken. Nachdem er es gesattelt hatte, packte er seine Tasche und war aufbruchbereit. Sidon hatte selbst überprüft, ob er alles angelegt hatte. Nun ging die Reise wieder zurück in das Dorf der Zoras. Auf dem Weg dorthin erzählte der Prinz wieder einmal viele Geschichten der Zoras, während Link eher in sich gekehrt war. Zu viel ist passiert. Er wollte seine Gedanken ordnen, um auf solche Fälle erneut vorbereitet sein zu können. Jedoch hatte er das Gefühl, dass etwas in ihm tatsächlich mehr wollte. 

----------------------------------------------

Ich hoffe euch gefällt die Gesichte bisher :)

Sidon x LinkWo Geschichten leben. Entdecke jetzt