Schmetterling

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Meine Reise zu dem Punkt, an dem ich heute bin und an dem ich sein möchte, gleicht der Transformation eines Schmetterlings. Geboren als Raupe, verwandle ich mich schließlich in einen wunderschönen Schmetterling. In meinem Leben habe ich viele Fehler gemacht und meine Entscheidungen oft mit einem Risiko getroffen – so verlief mein Leben stets. Ich erinnere mich daran, dass ich, um zu überleben, viel ertragen und oft Risiken eingehen musste. Ab etwa meinem 20. Lebensjahr bin ich häufig umgezogen, weil ich einfach weg wollte. Bei dieser Art und Weise habe ich erkannt, dass ich nur nach der Freiheit suchte, nach der ich mich sehnte. Ich glaubte, irgendwo in Deutschland diese Freiheit finden zu können und wollte es mit eigener Kraft schaffen, das zu werden, was ich sein wollte: ein prachtvoller Schmetterling. Doch alles kam anders als gedacht.

Ich verlor meinen Glanz, weil jemand meine Flügel berührt hat und diesen Glanz für sich selbst ausnutzte. Mein freier Fall war somit besiegelt und ich bin hart auf dem Boden des Lebens aufgeprallt. Es tat sehr weh – nein, es war fast ein todbringender Schmerz, meine Flügel waren zerbrochen, ihr Glanz war verschwunden. Der Mensch, der mir dies angetan hat, war ich selbst; niemand sonst. Ich hatte einfach geglaubt, dass es mir an dem Ort, an dem ich mich befand, gut ging und mir nichts passieren könnte. Ich liebte diese Frau über alles; sie war die erste, bei der ich erkannte, was ich wirklich wollte, und gleichzeitig sollte sie einen großen Teil meines Sturzes ausmachen. Sie hatte etwas an sich, das mich vergessen ließ, was mein eigener Wert war. Obwohl mir stets bewusst war, was ich tat, fühlte ich mich wie betäubt und konnte nicht einschätzen, was gut und was schlecht für mich war.

Diese Erkenntnis kam erst an dem Tag, als mir klar wurde, dass ich am Ende meiner ganzen Geschichte angekommen war. Heute verstehe ich, was ich mit „Schmetterling" meine: Man muss manchmal fallen, um den wahren Wert eines Menschen zu erkennen. Mir wurde Zeit gestohlen, ohne dass ich es wahrhaben wollte. Letztlich hätte ich in dieser Zeit auch andere, wertvolle Dinge unternehmen können. Doch das, was mir widerfahren ist, soll mir nicht noch einmal passieren.

Gleichzeitig muss ich sagen, dass sie für mich eine wichtige Lektion war, denn sie hat für mich das Wort „Liebe" auf eine ganz andere Ebene gehoben. Sie wollte eigentlich Liebe geben, verwechselt es jedoch mit Selbstignoranz. Diese Tatsache wurde mir erst spät bewusst; an diesem Punkt war ich einfach nur blind. Wer will schon erkennen, dass es etwas Besseres geben könnte, wenn man vor sich das Schönste sieht? Ich war verloren in mir selbst und dachte, es sei nur eine Phase der Liebe, von der so oft gesprochen wird.

Meine Welt schien am Ende zu sein, und ich fragte mich, was ich jetzt tun sollte. Ich war ein Schmetterling, dessen Flügel an Glanz verloren hatten. Ich musste mich wieder reparieren und den Glanz zurückfinden. Doch genau diesen Glanz werde ich früh genug wiederentdecken, denn unbewusst trat eine Person, die ich lange kannte, in mein Leben und wird mir meinen Glanz zurückgeben – nicht weil sie es musste, sondern weil ich die Chance erkannt habe und sie ergriffen habe.

Ich wurde mir wieder darüber bewusst, was mein Sinn im Leben ist: nicht zu fallen und der Welt zu zeigen, dass ich ein wunderschöner Schmetterling sein kann, der sich nicht an seinen größten Niederlagen zerbrechen lässt. Im Gegenteil, ich habe mich durch eigene Kraft wieder zu dem Menschen gemacht, der ich sein möchte: ein Mensch mit klaren Zielen, der sich danach sehnt, geliebt zu werden, und vielleicht endlich im Leben anzukommen. Nur so konnte ich erkennen, was das Schönste an einem Schmetterling ist: sein Glanz in vielen Farben und vor allem seine leichten Bewegungen durch das Leben.

Wir alle können Schmetterlinge sein, aber nur, wenn wir diese Fähigkeit endlich erkennen und zu unserem Vorteil nutzen.

Das verlorene LebenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt