„Wie siehst du denn aus?" Was ist denn passiert? Jürgens Mutter hatte die Tür aufgemacht und schaute nun besorgt auf ihren Sohn, welcher komplett durchnässt vor dem Haus aufgetaucht war. „Bin hingefallen", gibt dieser nur trocken vor sich. Seine Mutter scheint ihm nicht besonders zu glauben und runzelt die Stirn. „Komm erstmal rein und zieh dich um", seufzt sie. Jürgen kommt dieser Bitte nur zu gerne nach. Sein ganzer Körper zittert wegen der eisigen Kälte. Damit er nicht das ganze Haus volltropft, zieht er seine Klamotten schon auf der Fußmatte aus und stopft sie in einen Korb, der vor dem Waschbecken im Badezimmer steht. Schnell bemerkt er den Blick seiner Mutter, die es gar nicht gut zu heißen scheint, dass er seine Klamotten nicht vernünftig sauber macht. Leise murmelt er: „Ich kümmere mich gleich darum, Mama." Diese sagt nur: „Ist schon okay, ich mach das schon." „Zieh dir erstmal was an." Dankend schenkt Jürgen seiner Mutter ein Lächeln. Anschließend rennt er um die Ecke durch den Flur in sein Zimmer. Dort angekommen zieht er sich ein weißes Unterhemd an. Darüber zieht er sich noch einen blauen Wollpullover. Langsam spürt er, wie die Wärme in seinen Körper zurückkehrt. Trotzdem kramt er noch nach einer kurzen Hose und zieht sie sich an. Anschließend verkriecht er sich unter seiner Decke. Als er kurz davor ist einzuschlafen, platzt seine Mutter ins Zimmer herein. „Wo hast du denn das ganze Geld her?" Mit nur leicht geöffneten Augen antwortet Jürgen mit müder Stimme: „Ich habe mir das Geld durch meinen Auftritt verdient." „Bist du denn nicht stolz auf mich, Mama?" „Wirklich das eine ganze Menge Geld?" Besorgt schaut sie Ihren Sohn an. Innerlich steigt in Jürgen langsam Wut auf. „Wo soll denn das Geld sonst herkommen?" „Denkst du, ich habe jemanden ausgeraubt?" Der Blick seiner Mutter hellt sich schnell auf. „Nein, mein Sohn, ich wollte nur sicher gehen." Ich weiß doch, dass du niemals etwas Illegales machen würdest. Außerdem weiß ich ja, dass du dir mit deinen Auftritten gelegentlich Geld verdienst. „Aber soviel war es eben noch nie." Jürgen greift nach dem Geld, doch seine Mutter zieht die Hand weg. Seine Gesichtszüge verändern sich schlagartig. Schnell vergisst er die Müdigkeit und stellt sich wütend vor seiner Mutter auf. „Was soll das, Mama?" Für das Geld habe ich lange gearbeitet. Seine Mutter schaut ihn ohne die Miene zu verziehen an. „Komm schon, Jürgen, wir wissen doch, wofür du das Geld ausgeben willst." Darüber wollen wir nochmal mit dir sprechen. Ich denke, wir haben dir eben Unrecht getan, deinen Willen so strickt abzulehnen. „Am besten ist es, wenn du jetzt gleich runterkommst und wir darüber sprechen können."

DU LIEST GERADE
Jürgen Ohlsen - Mythen über Mythen aber keine Antworten
AdventureZunächst will einmal gesagt sein, dass diese Geschichte weder die Taten der Nationalsozialisten im Dritten Reich verherrlichen oder verharmlosen, noch die vielen Toten entwürdigend darstellen soll. Jürgen Ohlsen wurde am 15. März 1917 in Berlin gebo...