Da waren wir nun also auf dem Weg ins Ungewisse.
Nachdem wir unsere Koffer eingecheckt und uns auf dem Weg zum Gate gemacht hatten, blühte in mir ein Gefühlschaos der ganz anderen Sorte auf. War es richtig, was ich hier gerade tat? Mein Studium pausiert hatte, nur um hier zu sein? Noch nie hatte ich mich je sowas gewagt. War noch nie in einen Job gerutscht, von dem ich keine Ahnung hatte. Würde ich das alles hinkriegen? Und was war, wenn ich mich mit meinen Kollegen überhaupt nicht verstand?
"Alles gut bei dir? Du wirkst so betrübt", grinste mir Hanji liebevoll entgegen. Ich klärte meinen Blick und versicherte ihr, dass es mir an nichts mangeln würde. Das jedoch war mehr als gelogen.
Als wir dann zu unserem Flug aufgerufen wurden, stellten wir uns alle brav in die Reihe, um Person für Person einzuchecken, um dann endlich auf unseren Plätzen zu landen. Levi war einer mit der ersten, die sich angestellt hatten und ich grummelte erneut in mich hinein. Er wirkte so passiv, so mürrisch, so...gar nicht lustvoll in diesem Leben zu sein. Und erneut fragte ich mich, was eigentlich sein verdammtes Problem war.
"Mach dir keinen Kopf um ihn", hörte ich dann eine Stimme sagen, die immer noch zu Hanji gehörte. "Er wirkt immer schlecht gelaunt und genervt, aber innerlich ist er glücklich. Irgendwo." Verwundert schaute ich in ihr Gesicht und sah ihr an, dass sie sich vermutlich selber nicht glaubte.
"I-Ich habe nicht...", wollte ich ansetzen, weil sie mich ertappt hatte, ihm hinterher gestarrt zu haben.
"Natürlich hast du nicht", grinste sie frech. "Glaub mir - jeder, einfach jeder, der das erste Mal mit Levi zu tun hat, überfragt sein Leben. Ich kann dir nur so viel sagen: Lass dich nicht von ihm einschüchtern. Eigentlich ist er ne echt coole Socke. Man muss nur mit ihm warm werden."
Ohne einen weiteren Kommentar zu erwidern, nahm ich es so hin und wir passierten das Flugzeug. Ich schaute auf meine Bordkarte. Reihe 17, Platz B. Oh nein, dachte ich. Denn das war ein Mittelplatz. Warum zur Hölle konnte ich nicht am Fenster oder am Gang sitzen? Innerlich betete ich, dass ich wenigstens coole Sitznachbarn hatte. Doch als ich den engen Gang mit meiner riesigen Schultertasche entlangschliff, überkam mich ein ganz seltsames Gefühl. Und plötzlich stand ich vor meinem Platz...und erstarrte.
Dort vor mir, genau auf dem Platz am Gang, mit einer Zeitung in der Hand, saß Levi. Innerlich bekam ich Schweißausbrüche. Das durfte doch alles nicht wahr sein! Dieses Flugzeug besaß genug Plätze und ausgerechnet ich muss neben ihm sitzen?
"Willst du dich nun langsam setzen, damit die Schlange hinter dir auch mal vorbeikommt?!", fragte er mürrisch, ohne seinen Blick von der Zeitung zu nehmen. Er holte mich damit aus meiner Trance.
Leicht schüttelte ich den Kopf, um wieder klar zu werden. "Dafür müsstest du ja erst mal aufstehen und mich durchlassen", konterte ich genauso schlagfertig.
"Stimmt. Aber gewöhnlich hat man einen Mund zum Reden", entgegnete er monoton.
Der Typ machte mich schon wieder aggressiv. "Jetzt bin ich schuld? Du hast doch gesehen, dass ich durch wollte."
"Ich habe gar nichts gesehen. Denn wie du siehst", er hielt seine Zeitung ein Stück nach oben, "lese ich gerade."
Ich grummelte und überlegte mich schon den nächsten Spruch, als sich hinter mir ein Donnerwetter ausbreitete.
„Können Sie mal hinne machen und sich setzen? Hier wollen einige auch noch durch!", motzte ein Typ und lenkte damit die ganze Aufmerksamkeit auf mich. Ich lief rot an wie eine Tomate, richtete meinen Blick wieder zu Levi, der dann auch mal die Güte bewies und aufstand, nachdem er mich noch fünf Sekunden zappeln ließ. Penner!
Als ich meine Tasche nach oben in die Ablage gelegt und mich dann hingesetzt hatte, nahm er wieder Platz und faltete seine Zeitung erneut aus. Dabei kam ein kleiner Windzug zustande, der mir einen angenehmen Duft rüberwehte. Levi roch gut. Zumindest war das eine positive Eigenschaft. Vermutlich sogar die einzige.
Ich linste unauffällig zu ihm rüber und begutachtete ihn. Gleichzeitig fragte ich mich wirklich, was mit ihm los war, dass er sich wie ein Arsch verhielt.
"Was glotzt du so?!", kam es dann prompt von ihm und schaute mich wieder nicht dabei an. Allerdings fühlte ich mich ertappt. Wie konnte es sein, dass er mich gerade nicht wahrgenommen hatte, jetzt aber sofort bemerkte, dass ich ihn anstarrte? Der Typ nahm mich doch Hops!
"Ich habe mich lediglich gefragt, warum du in diesem Jahrhundert noch Zeitung liest. Sowas machen nur alte Leute."
Chaka! Jetzt hast du es ihm so richtig gegeben!
"Tja", sagte er langsam, aber in einem, mir völlig überlegendem Ton. "Alte Leute sind klug und sehr weise. Und das kommt sicher nicht dadurch, dass sie sich tagtäglich hirnverbrannte Videos reinziehen."
Okay, jetzt hat ER es mir gegeben.
"Da sind auch Videos bei, bei denen man was lernen kann", antwortete ich nur trotzig, weil ich sonst nichts Besseres wusste. Und am Besten hätte ich es dabei belassen sollen.
"Tch", machte Levi nur.
"Jetzt mal ernsthaft: Hast du überhaupt sowas wie ein Handy?"
Levi schloss die Augen, für ungefähr zwei Sekunden und machte sie nur langsam wieder auf. So als wolle er seinen Zorn blockieren, den ich in ihm hervorbrachte.
"Und wenn schon", antwortete er dann. "Was geht dich das an?"
Also fein. Der Kerl war wirklich ein absolutes Arschloch! Und ich bekam jetzt schon zu viel, wenn ich nur daran dachte, einige Stunden nun neben ihm zu verweilen.
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Attack on Titan - Wie im Film ( Levi X Reader)
FanfictionIm einen Moment stehst du noch im Laden, um ein paar Besorgungen zu machen, im anderen Moment bist du plötzlich Schauspielerin! Wo gibt es denn sowas? Und was hat Hanji damit zu tun, die dich mit dem Argument "Ich habe auch eine ganz hinreißende Übe...
