Kapitel 25: Eine traurige Geschichte

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"Verdammt, Levi", hörte ich Hanji schockiert sagen, die mit beiden Händen vor ihrem Mund neben mir stand und, genauso wie ich, überhaupt nicht wusste, was zu tun war. Eigentlich wäre jetzt der Moment gekommen, in dem Levi Reue zeigen würde. Doch von Reue war keine Spur. Ganz im Gegenteil. Sein Blick war immer noch finster.
"Komm jetzt mit!", keifte Reiner und zog Levi von seinem Vater runter. "Lass gut sein!"
"Aaaaargh! Seid ihr eigentlich alle noch ganz sauber? Ihr dreht mit richtigen Waffen!", sagte Lucius schmerzerfüllt.
"Nun...soll ja auch alles so echt wie möglich rüberkommen", sagte Hanji. "Es hat ja auch niemand damit gerechnet, dass hier jemand wirklich mit den Waffen auf jemanden losgeht." In der Zeit kam der Notarzt und brachte Lucius erst mal ins Gebäude. Levi schaute dem Spektakel schwer atmend hinterher. Und ich...stand einfach nur da. Ich wusste nichts mit mir anzufangen.
Doch die Action ging weiter. Denn unerwarteter Weise tauchte plötzlich noch jemand auf.
"Was ist denn hier passiert?"
Da war sie. Die Person, der ich nicht begegnen wollte. Denn diese Person war die Freundin...oder Ex-Freundin von Levi. Petra.
Dort stand sie mit ihrem Arm im Gips und schaute dem verletzten Lucius hinterher. Ein Blick zu Levi und alles war gesagt. Voller Unglaube schaute er Petra an. Seine Augen wurden plötzlich ganz glasig, so sanft. So fassungslos. Eine Reaktion, die alles sagte. Oder zumindest sehr viel.
"Petra..."
"Huch, Petra! Was machst du denn hier?", fragte auch Hanji, die wieder ein seltsames Zittern in ihrer Stimme bekam.
Petra schaute überrascht zu Levi. "Warst...du das etwa?", fragte sie ihn. Und er wusste genau, was sie meinte. Auch ihr Blick glitt kurzzeitig zu mir. Und ich meine, eine Art Ärgernis in ihren Augen aufblitzen zu sehen. So als hätte sie ein Problem damit, dass ich da war.
"Wie gehts deinem Arm?", fragte Hanji dann.
"Es wird schon wieder", war ihre Antwort.
"Was...machst du hier?", fragte Levi vorsichtig.
"Dich besuchen, weil du mir nicht mehr antwortest", sagte sie.
"Ich...hatte zu tun."
"Ach. Das sehe ich. Du warst gerade dabei deinen Vater zu zerfleischen."
Levis Blick wurde wieder ein wenig dunkler. "Er hat dir deinen Arm gebrochen."
"Nicht er, sondern ich. Ich habe ihn zu schnell entrissen."
"Tch, du nimmst ihn in Schutz?"
Okay, das war eigentlich keine Unterhaltung, die wir mitbekommen sollten, jedoch war es erstens, total spanend, und zweitens, wusste sowieso keiner wohin mit sich.
"Leute, das ist nicht für eure Ohren bestimmt, sucht euch eine Beschäftigung, hehe", sagte Hanji, doch Levi hielt sie auf.
"Du bleibst", sagte er scharf, woraufhin sie abrupt stehen blieb. "Warum nimmst du diesen Wichser in Schutz? Ist das dein scheiß ernst?", wandte er sich dann wieder an Petra. Diese schaute daraufhin zur Seite. Viel es ihr nun schwer, ihm in die Augen zu sehen?
"Weil er... eben nicht Schuld ist."
"Tch, lächerlich! Was ist los? Erpresst er dich ebenfalls? Du kannst es mir nun sagen, Petra. Das Ding hier ist ohnehin gelaufen."
"Wie meinst du das? Wir der Film nicht zu Ende gedreht? In ein paar Wochen bin ich bestimmt wieder bereit und-"
"Für dich ist das Ding definitiv gelaufen. Wir haben bereits einen Ersatz für dich." Nun schaute Petra direkt zu mir. Und sie schien nicht gerade erfreut. Doch zu aller Freundlichkeit hob ich sachte meine Hand. "Hey..."
"Ihr...habt mich ersetzt?", war sie ganz fassungslos. Aber was genau hatte sie sich gedacht?
"Petra, so ein gebrochener Arm braucht 6-8 Wochen, wenn nicht länger, um komplett zu heilen. Wir haben einen straffen Zeitplan und mussten eine Lösung finden", mischte sich Hanji ein.
"Na klar doch", grinste sie belustigt. "Das war doch sowas von klar. Kaum bin ich weg, schnappst du dir die Nächste, was? Ich hätte es besser wissen müssen", giftete sie.
"Bitte was?", fragte Levi. Daraufhin brach Petra in Tränen aus.
"Vermutlich hat dein Vater mir extra den Arm gebrochen, weil er nicht wollte, dass wir zusammenspielen! Er wollte uns trennen! Was ein mieses Arschloch...und das hat er wohl auch geschafft."
"Also gibst du zu, dass mein Vater es war?"
"Also gibst du zu, dass du eine Neue hast?"
Schweigen.
"Petra, das mit uns..."
"Dein Vater hat mich schon immer gehasst. Mich und meine Mutter. Als meine Mutter ihm an den Kragen wollte, weil er Geld von ihr veruntreut hat, hat er daraufhin damit geantwortet", sie zeigte auf ihren Arm und ihr Ausdruck wurde traurig. "Du weißt, wie schwer die Beziehung zwischen ihnen war. Und das haben wir oft genug zu spüren bekommen. Es ist nicht das erste Mal, dass dein Vater versucht hat uns auseinander zu bringen. Tja...", sie setzte ein müdes Grinsen auf. "Er hat bekommen, was er wollte, oder? Mich hat er aus dem Verkehr gezogen und...wurde durch ein wunderschönes Mädchen ersetzt. Ich kann verstehen, wenn du dich in sie verliebst, aber...du hättest mir das vorher sagen müssen."
"Petra, hör jetzt auf", sagte Levi. "Du redest...wirres Zeug..."
Und ich verstand nur Bahnhof. Worum genau ging es hier überhaupt? Anscheinend hatte Levis Vater seine Hände im Spiel. Anscheinend war er der Grund, warum Petra nicht mehr spielen sollte. Weil er Krieg mit ihrer Mutter hatte und ihr zeigen wollte, wer am längeren Hebel saß. Ein furchtbarer Mensch, wie ich fand. Einem Mädchen so etwas anzutun, nur um ein Statement zu setzen. Warum hatte ich Anfangs gedacht, dass Hanji und Erwin nur so taten, als hätte Petra sich den Arm gebrochen? Warum dachte ich, sie würden wirklich in der Sache verwickelt sein? Irgendwo waren sie es auch. Zumindest Erwin.
"Nein, ich rede kein wirres Zeug. Levi, wir sollten...es einfach dabei belassen. Meine Mutter hält sich nun von deinem Vater fern. Und auch ich werde mich fernhalten, bevor mir noch irgendwas anderes gebrochen wird..." Nun ging sie langsam auf Levi zu, der immer noch dort stand, bis sie dann knapp vor ihm zum Stehen kam. Traurig schaute sie ihn an, und er zu ihr herab. Dann umarmte sie ihn mit ihrem gesunden Arm. Und Levi tat es ihr gleich. Es war schön und bedrückend zugleich. Doch das vor uns war gerade ein Abschied. Und den sollte man mit Respekt behandeln.
Als Petra dann das Set verließ, blieb Levi kommentarlos stehen und schaute ihr hinterher. Erwin kam hinzu, legte einen Arm um seine Schultern und drückte ihn sanft an sich. Ein Wunder, dass Levi es zuließ, nachdem rausgekommen war, dass Erwin für Geld alles getan hätte, um Levi wohlmöglich noch zu schaden. Was das anging, war ich ebenfalls sehr interessiert.
"Okay...wir sollten ein paar Tage Pause machen, hm?", wandte sich Hanji an uns. "Um diesen Schock zu verdauen."
"Es ist wohl besser so. Ich muss einige Sachen klären", sagte Erwin daraufhin und verließ damit das Set.
"Tja, dann werde ich wohl auch gehen, hehe..."
"DU bleibst", betonte Levi noch mal und Hanji schluckte schwer. "Du hast vielleicht von dem Geld nichts gewusst. Aber...", er machte eine kurze Pause, "...du bist mitgezogen. Du wusstest, dass Petra nicht mehr am Set sein sollte. Dass sie es wirklich nicht würde, weil man ihr etwas antut, konnte keiner ahnen. Jedoch wusstest du, dass es deine Aufgabe war, jemanden für sie zu finden." Sein Blick huschte kurz zu mir und dann anschließend wieder zurück. "Und damit bist du genauso schuldig, wie alle anderen."
"...ja...und es tut mir wahnsinnig leid, Levi. Du hast recht", bedauerte Hanji es. "Auch ich kenne nur die halbe Wahrheit. Ich werde mit Erwin reden. Jedoch...musst du wissen, dass ich dir niemals absichtlich etwas Böses wollen würde."

Attack on Titan - Wie im Film ( Levi X Reader)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt