Erzählersicht
In Levis Kopf herrschte pures Gefühlschaos. Die letzten Wochen waren zu viel für ihn gewesen. Die Sache mit seiner Mutter, mit Petra, mit Y/N und mit seinem Vater. Er konnte nichts mehr richtig zuordnen, wusste nichts mit sich anzufangen. Und umso schöner es doch war, dass er nun endlich das Geld beisammenlegen konnte, um seiner Mutter zu helfen, desto verkrampfter wurde er, wenn er daran dachte, was sein Vater ausheckte. Er kannte ihn viel zu gut, wusste, dass noch etwas passieren würde. Diese Auseinandersetzung würde er nicht ungeschehen bleiben lassen, so viel war klar. Sein Vater war wohl lange wieder entlassen worden, doch war seine Schulter immer noch gelähmt. Aber das würde ihn niemals von irgendeinem Plan abbringen.
All das sorgte dafür, dass Levi nicht wirklich Lust auf Party hatte. Dass Auruo das Fass zum Überlaufen gebracht hatte, sorgte also dafür, dass er sich nun zurückzog. Zunächst nach draußen, um frische Luft zu schnappen, und letztendlich dann, um auf sein Zimmer zu gehen. Er wollte nichts mehr hören und sehen. Einfach die Augen schließen und...
"Argh!", gab Levi nur noch von sich, derweil hatte sein Gesicht schon seitlich die Wand geknutscht, wobei sein Kopf feste dagegen gedrückt wurde. Seine Hände wurden ihm auf dem Rücken zusammengedrückt. Er konnte nichts machen. Und was war das für ein Gefühl an seinem Hals? Kalt und spitz...und Levi wusste sofort, es war ein Messer.
"Psssscht....", machte die Person hinter ihm.
"...tch", machte Levi nur wissentlich. "Als hätte ich es gewusst. Dein Tag X war also heute, was, Vater ?!", betonte er scharf.
Dieser lehnte seine Lippen an Levis Ohr. "Halt den Mund und wehre dich nicht! Geh einfach stillschweigend in Richtung Verlies..."
Plötzlich veränderte sich Levis Ausdruck. Sein wütend aggressiver glich nun einem schockiertem. Seine Augen weiteten sich, seine Pupillen zuckten, sein Mund stand leicht geöffnet um gewisse Worte zu formen, die ihm allerdings erst fehlten.
"...was zum Fick...Erwin?"
"Sei still! Mach, was ich dir sage!"
Ohne ein weiters Wort presste er Levi voran, bis sie unten bei den Verliesen ankamen, wo er Levi dann in eines sperrte.
"Tch, das ist ja wohl ein Witz!", keifte Levi und trat gegen die Stangen. "Du kleiner verlogener Bastard, du-"
"Es tut mir leid, Levi" unterbrach Erwin ihn, woraufhin Levi nur spottend lachte.
"Es tut dir leid ? Was denn genau? Etwa, dass du dich hast von meinem dämlichen Erzeuger erpressen lassen, um an Geld für meine Mutter zu kommen, oder etwa, dass du dich nun komplett auf seine Seite geschlagen hast, um weiß Gott was mit mir zu machen?"
"...ich weiß, beides war nicht richtig..."
"Tch, von "nicht richtig" kann hier ja wohl nicht die Rede sein! Verdammt, Erwin. Du bist mein..." Er konnte das Wort Vater nicht aussprechen. Aber das war er für ihn. Sein Vater. Ein völlig Fremder vor ein paar Jahren, doch mehr Familie als es sein richtiger Vater je gewesen war. Doch dieser Moment sorgte dafür, dass etwas in Levi zerbrach. Ein weiteres Stück seines Herzens wurde ihm entrissen.
"Du musst mir zuhören, Levi. Alles, was ich dir jetzt sage, ist die Wahrheit."
"Du kannst mir alles erzählen, Erwin. Aber auch du bist nun für mich gestorben. Und ich werde alles dafür tun, dass du meine Mutter nie wieder zu Gesicht bekommst. Ohnehin lässt du sie gerade im Stich, oder? Wer kümmert sich um sie? Die beschissenen Ärzte?"
"Hör doch auf", sagte Erwin dann. "Du bist doch, genauso wie ich, hier an diesem Ort. Weil wir unserer Arbeit nachgehen. Weil wir Geld brauchen, um es für deine Mutter zu nutzen. Was also willst du gerade von mir? Wir beide sitzen absolut in der Scheiße, und wenn du dir jetzt nicht anhörst, was ich zu sagen habe, dann wirst du in ein paar Stunden nicht mehr auf dieser Erde sein."
"Pah, du drohst mir, mich umzubringen?"
Erwin kam näher an die Stangen und stand nun Face to Face mit Levi, der ihn grimmig betrachtete.
"Hör zu, was ich zu sagen habe. Mehr verlange ich nicht von dir. Bitte."
Y/N
Sofort überschlugen sich meine Gedanken. Levi war schon lange weg...zwei männliche Stimmen...ich zählte Eins und Eins zusammen. Plötzlich reagierte ich nur noch und holte aus unserer Rüstungskammer ein Schwert. Damit rannte ich in Richtung Verliese, gefasst auf alles, was nun kommen mochte. Ob ich aber jemals irgendwem eine Klinge in den Körper rammen konnte? Ob ich sowas schaffte, um meiner Liebe zu helfen? Um Levi zu helfen? Auch wenn ich der Meinung war, dass Levi sich selbst helfen konnte, mein Körper reagierte einfach.
So rannte ich nach unten, immer den Stimmen entgegen, bis ich dann an dem Raum angelangte, wo Levi mit seinem Vater wohlmöglich war. Völlig ausser Atem horchte ich, während ich wie ein Spion an der Wand lehnte.
"...umbringen", hörte ich nur und mein Herz schlug um einiges schneller. Er wollte ihn umbringen! Jetzt oder nie!
"LASS IHN IN RUHEEEE!", schrie ich und raste mit meinem Schwert auf Lucius zu, doch ehe ich erkennen konnte, dass dort kein Lucius aufzufinden war...
"Y/N! WARTE!", schrie Levi, doch da steckte mein Schwert schon in Erwins Arm.
Moment Mal. In...Erwins?
"FUCK!", schrie dieser nur und ich taumelte schockiert nach hinten.
"Scheiße!!! Erwin!!! Levi? Ich..."
"Lass mich raus!"
"W-Womit...."
"Hier...", krächzte Erwin, der mir den Schlüssel zuwarf, und sich in der Zeit schon das Schwert aus dem Arm gezogen hatte. Moment, er warf mir den Schlüssel zu, um Levi rauszulassen...was?! Aber er hatte ihn doch offensichtlich eingesperrt?
Sofort schnappte ich mir den Schlüssel und ließ Levi raus, der sich sofort die Wunde von Erwin anschaute.
"Scheiße, ein Zentimeter weiter und du hättest eine lebenswichtige Ader getroffen", sagte er kühl zu mir. Ich hielt mir vor lauter Erschaudern nur die Hände vor dem Mund.
"Gott, es tut mir so leid...ich wusste nicht, dass..."
"Alles gut", ächzte Erwin. "Vermutlich hast du nicht damit gerechnet, dass ich es bin, sondern Levis Vater. Beachtlich, dich in solch eine Situation zu begeben."
Levi kam nun auf mich zu, schaute mir tief in die Augen und drückte meinen Kopf gegen seine Brust. "Du bist lebensmüde, weißt du das?"
"Ja...aber...ich musste dir doch helfen..."
"Wenn mein Vater dort gestanden hätte, dann..." Er wollte die Worte nicht aussprechen. Aber das musste er auch gar nicht. Ich löste mich von Levi und hakte nach, was eigentlich hier los war.
Doch vorerst zog Erwin sein Shirt aus, damit Levi es um seinen Arm binden konnte. Ein wirklich wirrer Anblick, Erwin so halbnackt zu sehen, aber gut.
Dann erklärte er, was hier vorgefallen war. "Ich habe Lucius einen Besuch abgestattet, um ihm zu bitten, mir das Geld für Kuchels Therapie zu geben, jedoch, und das war mir auch klar, verneinte er sofort."
"Wie kann er nur so sein? Interessiert ihn denn gar nicht, wie es ihr und Levi geht?"
"Tch, offensichtlich nicht", zischte Levi.
Und auch Erwin schüttelte den Kopf. "Keine Chance. Doch...er machte einen Vorschlag, wobei ich mir sein Geld verdienen könnte."
"Und der Vorschlag lautete?", fragte ich gespannt.
"...er lautete, ich solle Levi...zur Strecke bringen."
"Du solltest ihn UMBRINGEN?", fuhr es wütend aus mir heraus.
"Ich sollte ihn foltern...ihn demütigen...und dann...nun ja. Aber das konnte ich natürlich nicht übers Herz bringen. Ich liebe Kuchel. Und ich liebe Levi, egal, was er nun dazu sagt."
"Tch."
Die Geschichte war erschaudernd und ich war einfach nur fassungslos. Erwin sollte seinen eigen Sohn foltern? Ihn gegebenenfalls ermorden? Für Geld? Für die Gesundheit seiner Mutter?
"Entweder Kuchel....oder Levi. So lautete seine Antwort."
"Dieser Kerl ist ein fürchterlicher Mensch!", fauchte ich.
"Ich sagte dir es schon mal. Dieser Typ ist kein Mensch. Er ist ein Monster", sagte Levi. "Er hat keinerlei Gefühle mehr. Und er geht über Leichen, wie du unschwer erkennen kannst."
"Aber Erwin...was passiert jetzt? Wenn Levis Vater rausfindet, dass du dich ihm widersetzt hast...", fragte ich ihn.
Er schwieg einen Moment, ehe er antwortete. "Das möchte ich so genau gar nicht wissen", sagte er. "Ich habe zugesagt, um Levi zu schützen. Denn ich wollte ihn warnen. Meine Aufgabe ist getan. Was jetzt geschieht...weiß ich nicht."
"Unser Flieger geht bald zurück. Wie sah Lucius Plan aus?"
"Tja, nun...er erwartet Levi halb tot geprügelt in der Zelle...und mich davor. Wir sollten schleunigst hier weg. Ich werde zusehen, dass wir unseren Flug vorziehen können. Ich muss mit Hanji reden."
"Du musst eigentlich deinen Arm verarzten lassen", sagte ich unschuldig, doch Erwin schüttelte nur den Kopf.
"Ist schon okay. Das andere ist jetzt wichtiger."
Und somit geschah es, dass wir schon gleich Morgen den Flieger zurück nach Hause nehmen würden. Plötzlich ging alles so schnell. Unsere Koffer waren gepackt. Ich schrieb meinen Eltern noch eine kurze Nachricht, dass wir uns bald wiedersehen würden. Und dann saßen wir auch schon im Flugzeug.
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Attack on Titan - Wie im Film ( Levi X Reader)
Fiksi PenggemarIm einen Moment stehst du noch im Laden, um ein paar Besorgungen zu machen, im anderen Moment bist du plötzlich Schauspielerin! Wo gibt es denn sowas? Und was hat Hanji damit zu tun, die dich mit dem Argument "Ich habe auch eine ganz hinreißende Übe...
