"Also, wie ich dir ja bereits erklärt habe, drehen wir einen Film über die Titanen", fing Hanji erneut an, um diesen dämlichen Scheißmove von Levi zu überspielen, der mir absolut ein Rätsel war. Hanji war damit anscheinend vertraut, denn sie kommentierte daraufhin nichts mehr. Stattdessen erklärte sie mir bis ins kleinste Detail, worum es in dem Film wirklich ging. Und nachdem ungefähr eine Stunde vergangen war, staunte ich nicht schlecht. Es klang wirklich danach, als ob dieser Film ganz groß rauskommen könnte. Aber zunächst mussten wir ihn ja erstmal drehen.
"Und ja, Levi hat recht. Wir haben hier schon viele Knallköpfe rumlaufen, aber du bist kämpferisch sehr begabt und kannst ihm vielleicht sogar das Wasser reichen. In seinem Squad fungieren oder so", erklärte sie weiter. Und ich wurde das Gefühl nicht los, dass sich eigentlich was ganz anderes hinter ihrer Idee verbarg. "Um den Film richtig drehen zu können, werden wir nächste Woche in eine andere Gegend fliegen. Dort gibt es eine riesige Festung, die unser Hauptquartier darstellen wird. Außerdem gibt es dort Unmengen an Grünflächen und Wälder, damit wir alles super umsetzen können. Aaaaaah, ich raste aus! Das wird so toll! Und....und der Verlauf der Geschichte erst...", quietschte sie und es kam mir ziemlich spanisch vor.
Eine andere Gegend also. Ich stockte. "Und wohin fliegen wir genau? Ist es weit?", hakte ich nach.
"Hmmmm", grübelte Hanji. "Nach Irland. So knapp zwei Stunden, oder so. Und bleiben werden wir da natürlich solange, bis das Ding in der Kiste ist. Also nimm genug Sachen mit."
Bis dato wusste ich noch nicht wirklich, was auf mich zukommen mochte. Jedenfalls konnte ich sagen, dass sich mein Magen mehr als drehte. Und das vor Aufregung und Nervosität.
Nachdem Hanji mir dann von Weitem den Rest der Leute erklärte, weil es sicherlich zu aufwändig war, um ihnen allen persönlich die Hand zu schütteln, schwirrte mir die ganze Zeit dieser komische Muffel im Kopf herum. Er und seine Worte. Ich würde dir raten, mir nicht auf die Nerven zu gehen. Tzäh! Wer ging hier wem auf die Nerven? Der Typ strotzte nur so vor mieser Laune.
"Hanji, was genau hast du damit gemeint, dass ich in seinem Squad sein werde?"
"Na, in seiner Gruppe. Aber zunächst wirst du dich beweisen müssen. Als Rekrut, ja ja."
"...oh mein Gott", stieß ich nur aus und mir grauste es jetzt schon. Denn Hanji hatte mir erzählt, dass er als Hauptgefreiter fungieren würde, was so viel bedeutete wie, er hatte das Sagen. Aber sowas von. Und wenn das Angebot von Hanji in dem ersten Moment noch verlockend geklungen hatte, so klang das Ganze jetzt nach wirklich harter Arbeit.
Der Tag der Tage kam. Ich hatte viel zu viele Sachen dabei und fragte mich gerade, wie ich das alles mitschleppen sollte. Der Treffpunkt war unser Airport, zudem mich mein Vater persönlich kutschierte. Dort trafen wir uns dann in der Eingangshalle.
"Ich wünsche dir alles Gute, ganz viel Spaß und gib alles!", sagte mein Vater und zog mich in eine Umarmung. Ich würde vermutlich Monate weg sein. Hatte keine Chance abzubrechen, wenn ich es denn wollen würde. So viel zum Thema: Du kannst es dir ein paar Tage angucken und dann einfach das Weite suchen!
Ja nee. Das war wohl nichts. Der Vertrag war wirklich für die Katz.
"Ich werde euch auf dem Laufenden halten", versprach ich, gab ihm noch einen Kuss auf die Wange und stolzierte dann mit zwei fetten Koffern und einer riesigen Schultertasche zu Hanji, die mir schon fröhlich entgegen winkte. Wer mir allerdings gar nicht fröhlich entgegen winkte, war Levi, der gelangweilt auf einen der Wartestühle saß und in einer Zeitung blätterte.
"Sind die anderen schon alle da?", fragte ich nach, denn bis jetzt konnte ich nur Levi und einen Teil von dem Aufklärungstrupp erkennen, die mir Hanji letztens schon vorgestellt hatte.
"Nein, aber es werden auch nicht alle mitfliegen. Die kommen nach und nach. Sonst passen die ja alle nicht ins Flugzeug, hehe. Wie cool das doch wäre, wenn wir mit unseren 3D Manöver Apparaten einfach selbst hinfliegen würden? Oder einen Titanen benutzen! Boah! Das muss ich mir sofort notieren!"
Hanji tippte wild in ihrem Handy rum. Währenddessen blieb mein Blick immer wieder an Levi hängen, der mittlerweile auch einen Blick zu mir gerichtet hatte. Kurz hatte ich das Gefühl, seine Augen strahlten einen Momentlang noch düsterer, als sie es vor einigen Sekunden taten. Und das nur, weil ich die Person war, die ihn musterte. Dann fiel sein Blick zu Hanji.
"Ey, Brillenschlange. Wir müssen allmählich zum Gate, wenn wir unseren Flug nicht verpassen wollen", sagte er und sie schaute direkt auf die Uhr.
"Hoppala, er hat recht. Aber das hat er immer, wenn du ihn fragst", sagte sie. "Aber es fehlen noch drei Leute! Hach, bestimmt wieder Jean, Conny und Sasha. Die drei sind wirklich eine Katastrophe." Sie zog mich mit sich mit. Näher an Levi heran. "Warten wir halt noch einen Moment. Ich gehe mal eben gucken, wo die bleiben", sagte sie und verschwand. Und ließ mich mit Levi alleine.
Kurz verspürte ich das Gefühl von Unbehagen, als er sich plötzlich wieder seiner Zeitung widmete, um ja kein Gespräch mit mir führen zu müssen.
"Und? Steht was Spannendes drin?", fragte ich dann trotzdem, und die Frage hätte nicht dämlicher sein können. Warum sollte Zeitung lesen spannend sein?
Genau so reagierte Levi auch, ohne seinen Blick zu heben. "Oh ja, ich platze vor Spannung", kam es nur trocken über seine Lippen, was mich zu einem Duell einlud.
"Entschuldige. Ich wollte nur ein wenig Smalltalk führen."
"Wie überaus erfreulich", antwortete er nur. Der Kerl brachte mich wirklich zur Weißglut. Schön! Er wollte nicht reden? Konnte er haben!
Ich setzte mich neben ihn, und zwar mit so viel Karacho, dass die ganze Sitzreihe anfing zu beben. Ich kassierte daraufhin einen genervten Blick von ihm, kramte dann mein Handy raus und schaute mir TikToks an. In guter Lautstärke. Ich lachte auf, als ein Typ gerade versuchte, vorsichtig den Fluss über ein paar Steine zu passieren und dabei kläglich ins Wasser fiel. Ich machte erstaunte Geräusche, als ich sah, wie jemand eine 26 Meter hohe Welle ritt. Und ich fluchte, als ich ein Video von einem Fußballspieler sah, der absichtlich von seinem Gegner ausgeknockt wurde. "Was ein Penner!"
Wutentbrannt legte Levi seine Zeitung auf seinen Schoß, sein Kopf wirbelte zu mir herum. "Kannst du deinen Scheiß mal leiser machen? Nicht alle wollen von deiner dämlichen Zeitverschwendung belästigt werden!"
Dämliche...Zeitverschwendung?
Auch, wenn ich seiner Meinung war, denn TikTok hielt einen schon manchmal Stundenlang davon ab, eigentlich was sinnvolleres zu tun, aber sein Tonfall ging mal gar nicht.
"Das kannst du auch netter sagen, dann überlege ich es mir", versuchte ich ruhig zu bleiben.
"Netter?", fauchte er schon fast in meine Richtung. Seine Augen strahlten so viel Gift aus, dass ich mich wunderte nicht zu erblinden. Allerdings fiel mir in dem Moment auf, wie besonders sie waren. Grau-blau. Oder Blau-grau? Jedenfalls hatte ich selten so eine Augenfarbe gesehen. Und dazu diese langen, dichten, schwarzen Wimpern. Warum mussten die schönen Menschen eigentlich meistens solche Arschlöcher sein?
"Ich sag dir jetzt mal was, Püppchen", feixte er und bei dem Wort Püppchen hatte er auf jeden Fall verschissen. Wenn ich eines hasste, dann waren es dämliche Kosenamen. Aber wenn ich eines noch mehr hasste, dann waren es dämliche Kosenamen, die man von jemanden verpasst bekam, die einem fremd waren. "Leg dich nicht mit mir an, verstanden? Mach deinen Job und ansonsten geh mir nicht auf den Piss!"
Die Ansage war klar und deutlich und sehr einladend, ihm ebenfalls etwas entgegen zu pfeffern, jedoch blieb ich gelassen. "Ich mach ja schon leiser!" grummelte ich nur zurück. Daraufhin folgte ein Kichern hinter uns.
"Hach, ich liebe es. Ihr harmoniert ja jetzt schon super", grinste Hanji. Levi brummte nur, währenddessen ich mich fragte, warum zur Hölle wir harmonieren mussten.
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Attack on Titan - Wie im Film ( Levi X Reader)
FanfictionIm einen Moment stehst du noch im Laden, um ein paar Besorgungen zu machen, im anderen Moment bist du plötzlich Schauspielerin! Wo gibt es denn sowas? Und was hat Hanji damit zu tun, die dich mit dem Argument "Ich habe auch eine ganz hinreißende Übe...
