"Komm schon, Y/N! Hau ihm eine rein!"
"Die linke, die rechte, DREHUNG!"
"Autsch, jetzt hat er sie in der Mangel."
Nein, wir befanden uns hier nicht gerade in einem Boxwettkampf, wenn du das gedacht hast. Jedoch gab es eine Gemeinsamkeit: Es war ein Battle.
Ich trainierte Capoeira, den tanzenden Kampfsport. Wenn man das las, konnte man sich vermutlich nicht viel darunter vorstellen und würde sich fragen: Tanzen und kämpfen? Wie soll das aussehen? Wie soll das funktionieren?
Vertraut mir, dass funktionierte.
Weil Capoeira eher ein "spielen" mit dem Gegner war, als wirklich zu kämpfen, was aber damals viel für Kämpfe genutzt wurde und deswegen verboten war, kombinierte ich dies gerne mit Kickboxen.
Der Sport half mir, mich auf mich selbst zu konzentrieren und meinem lächerlichen Alltag zu entfliehen, wenn meine Eltern mich mal wieder triezten, ich solle mir doch endlich einen vernünftigen Job suchen, statt sinnlos zu studieren, bis mir endlich der Groschen fallen würde. Aber ich liebte diesen Sport, denn ich war ziemlich gut darin.
Jedoch kam mir mein Trainer wie immer zuvor und hatte mich im Schwitzkasten. Mit seiner rechten Hand hatte er meine Handgelenke in der Mangel, mit seinem linken Arm meinen Kopf an seine Brust gedrückt. Ich hatte absolut keine Chance.
"Gibst du auf?", raunte Duke in mein Ohr, während ich mich noch mit aller Kraft versuchte zu wehren.
"Niemals", krächzte ich, holte mit meinem rechten Bein aus, um ihm gegen sein Schienbein zu treten, doch er hatte meinen Plan durchkreuzt und nun lag ich mit dem Rücken auf dem Boden. Die Arme über meinem Kopf fixiert.
Schwer atmend trafen sich unsere Blicke.
"Joa, Duke hat gewonnen. Mal wieder", seufzte meine Freundin Flo und wurde durch das starke Nicken von Mick bestätigt (ein Kumpel vom Training).
"Du kannst jetzt wieder von mir runtergehen", sagte ich zu Duke, der immer noch über mich gebeugt war und triumphierend zu mir runtersah.
"Ach, kann ich das?", sagte er verführerisch und grinste. "Warum versuchst du nicht, dich zu befreien? Stell dir mal vor, dass hier würde dir auf der Straße passieren. Mit so leeren Worten kommst du nicht wirklich voran."
Ein Schwall von Wut bahnte sich an, den ich auch wenige Sekunden später entweichen ließ. "Duke, ich liege hier, völlig fertig, bekomme kaum Luft, und du sagst mir, ich soll mich befreien? Hast du schon mal 'nen Bullen umgeschubst? Ich bin total entkräftet und habe Hunger, also würdest du jetzt bitte die Güte besitzen und mich endlich hochlassen?"
Duke grinste, doch dann löste sich die Last von meinem Körper. Sofort setzte ich mich auf, nahm die Flasche Wasser entgegen, die mir Flo reichte und trank ein paar ordentliche Schlücke. Danach reichte mir Duke die Hand, die ich zunächst nicht annehmen wollte, mich dann aber doch dafür entschied. Und als ich dann stand, zog er mich ein Stück an sich heran und flüsterte mir ins Ohr: "Baby, wir müssen unbedingt an deinem Können feilen. So wird das nichts."
Ich schloss meine Augen, holte Luft und stieß mich von ihm, während ich sagte: "Hör auf, mich ständig Baby zu nennen."
Kaum Zuhause angekommen, ging mir auch schon die nächste auf den Keks.
Meine Mutter stand mit verschränkten Armen im Türrahmen der Küche und musterte mich von oben bis unten. "Wie siehst du denn aus?", kam es abfällig von ihr. "Warst du schon wieder in dieser zeitverschwenderischen Schweißbude?"
Ruhig bleiben, Y/N. "Ich hasse es, wie du mein Hobby in den Dreck ziehst", sagte ich nur und ging ohne ihr einen Blick zu schenken an ihr vorbei. Doch die Rechnung hatte ich wohl nicht mit ihr gemacht.
Sie hielt mich am Handgelenk fest und drehte mich zu ihr. "Dass würde ich nicht, wenn du dir endlich mal einen Job suchen würdest."
"Ich studiere. Dass macht man manchmal, um danach einen Job auszuüben."
Sie lachte abfällig. "Was studierst du denn? Sport? Weil du damit ganz viel erreichen wirst? Such dir endlich etwas Vernünftiges."
Ich riss mich aus ihrem Griff, schenkte ihr noch ein Augenrollen und lief weiter.
"Ach, Y/N, ich wollte heute Gemüselasagne machen und mir fehlen noch ein paar Zutaten. Würdest du so freundlich sein und einmal in den Laden springen." Nein, der Punkt stand nicht zufällig da, denn es war keine Frage, die sie mir freundlich stellte, sondern ein Befehl. Aber das war mir ganz recht. Ich musste hier raus. Auch wenn einkaufen jetzt nicht gerade das war, worauf ich sonderlich Lust hatte.
Somit landete ich eine halbe Stunde später im Supermarkt. Mit einem Einkaufszettel in der Hand, der ungefähr zwanzig Sachen bereithielt. Mir fehlen noch EIN PAAR Zutaten, hallten die Worte meiner Mutter in meinem Kopf, jedoch mit einer Menge Wut. Sie mochte es anscheinend, mich zu ärgern. Und hatte ich schon erwähnt, dass ich Hunger hatte?
Nachdem der Einkaufskorb vollgepackt war, stand ich nun an der endlos langen Schlange. Es war nur eine Kasse geöffnet, was meinem Magen überhaupt nicht Zugute kam. Denn der Hunger wurde immer größer.
"Machen Sie doch eine verflixte Kasse auf!", brüllte ein breiter Kerl die Kassiererin an, die ihm nun schon zum zweiten mal zu Verstehen gab, dass keine weitere Kasse geöffnet werden kann. "Das kann doch wohl nicht wahr sein!"
"Sir, schreien Sie bitte nicht so rum. Ich gebe bereits mein Bestes", versuchte es die Kassiererin in einem freundlichen Ton, aber man hörte raus, dass ihr Geduldsfaden kurz vorm Platzen war.
"Ich muss zur Arbeit! Ich habe es eilig! Machen Sie schneller!"
Unmöglicher Drecksack, dachte ich mir nur, während er weiterhin etwas in seinen nicht vorhandenen Bart brabbelte.
Nach ein paar Sekunden brüllte er dann weiter. "Meine Fresse, warum kaufen Menschen für mindestens ein halbes Jahr ein? Warum haben Sie mich nicht vorbeigelassen? Sowas wie Freundlichkeit kennen Sie offenbar nicht", feixte er die Frau vor ihm an, die überhaupt nicht damit umzugehen wusste. Jetzt reichte es...
Mir war total egal, was jetzt alle von mir dachten und ich eventuell Hausverbot bekommen würde, aber der Typ ging mir gewaltig auf die Eier. "Und Ihre Eltern haben Ihnen vermutlich nie beigebracht, wie man sich zu benehmen hat, oder?"
Der Kerl drehte sich, genau wie manch andere Kunden, zu mir um. Während die einen verhalten durch die Gegend schauten und plötzlich die Kaugummis im Regal super spannend fanden, waren die anderen umso gespannter, wie der Kampf zwischen dem Muskelheini und mir zu Ende gehen würde.
"Was mischt du dich denn ein, Kleine?!", graulte er nur.
"Was gibt es daran nicht zu verstehen, dass die Dame alleine kassieren muss? Nur weil Sie jetzt hier einen auf oberwichtig machen, muss jeder spurten, oder was? Dann gehen Sie Ihre Sachen nicht einkaufen, sondern bestellen Sie alles nach Hause! Sie sind vermutlich nicht der Einzige mit Zeitdruck, den habe ich nämlich auch, weil mich sonst meine beschissene Mutter einen Kopf kürzer macht. Und wenn Sie jetzt noch irgendwas sagen, werde ICH Sie einen Kopf kürzer machen, weil ich habe verdammt noch mal HUNGER und werde gleich zur Furie, wenn es wegen Idioten wie SIE nicht vorangeht!"
Ich musste wohl Selbstbewusstsein ohne Ende ausstrahlen, denn mit einem Mal wusste der Kerl nichts mehr darauf zu sagen. Oder es lag daran, weil sich das Monster, welches sich in meinem Bauch befand, sichtbar gemacht hatte. Was mir aber egal war, denn er war verdammt noch mal nicht Pontius Pilatus.
"Entschuldigen Sie...ich habe nur ein Teil, dürfte ich...", fragte mich eine kleine, nette Omi. Eigentlich hätte ich jetzt aus Prinzip Nein gesagt, jedoch wollte ich dem Muskelprotz zeigen, was Freundlichkeit eigentlich bedeutete.
Also setzte ich das schönste Lächeln auf, was ich besaß. "Aber gerne doch, gehen Sie nur", sagte ich freundlich und schenkte dem Idioten meinen Mittelfinger entgegen. Als ich dann mit dem Bezahlen fertig war, bedankte sich die Kassiererin bei mir. Ich tat es jedoch mit einem "Alles gut. Sie müssen sich wahrscheinlich jeden Tag mit solchen Arschlöchern abgeben", ab und verließ den Supermarkt.
Gerade ein paar Schritte gelaufen, meine Wut immer noch nicht ganz abgebaut und tief in meinen Gedanken verschwunden, tippte mir dann jemand auf die Schulter. Aus Reflex drehte ich mich um und wollte erneut losschreien, weil ich immer noch so aufgebracht war, doch das Gesicht, welches mir gegenübertrat, war sehr freundlich. "Halli Hallo, entschuldige bitte, hihi", kicherte die Frau mit braunem Pferdeschwanz und Brille. Weil ich so perplex war, starrte ich sie nur an, anstatt ihren Gruß zu erwidern. "Deine Aktion gerade war ziemlich cool. Ziiiiemlich cool. Ziemlich. Ja ja. Bist total schlagfertig, dass ist genau das, was wir suchen."
Noch immer schaute ich die Frau an, wusste diesmal nicht, wo meine Schlagfertigkeit hin war.
"Oh, Verzeihung, wie dumm von mir", sagte sie dann und reichte mir euphorisch die Hand. "Ich bin Hanji. Hanji Zoe, Producerin, und immer auf der Suche nach neuen Talenten."
Endlich kamen meine Worte wieder. "...hi, Hanji, ich bin-"
"Y/N, ja ja, weiß ich bereits, hehe. Gruselig, oder? Aber keine Sorge, ich erkläre dir, woher ich das weiß. Vorausgesetzt, du willst nicht."
Schweigen, weil ich immer noch perplex war.
"Willst du nicht?"
"Äh, doch doch", beeilte ich mich zu sagen.
Ihr Grinsen wurde breiter. "Wunderbar! Was hältst du von der Idee: Treffen wir uns einfach auf einen Kaffe, Tee, Kakao, oder was auch immer, und ich werde dir erzählen, wer genau ich bin, was genau ich mache und warum genau ich dich angesprochen habe."
Ich schluckte nervös, wusste nicht genau, was ich von der Idee halten sollte, weil ich gerade echt Besseres zu tun hatte. Aber...
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Mordsfreunde! Ahoi! 🌺
Lange haben wir nichts mehr voneinander gelesen. Leider fehlte mir die Zeit, die jetzt nächste Woche wieder weniger wird, aber vielleicht interessiert euch ja die neue Story !
Das erste Kapitel ist noch ein wenig schleppend, ich verspreche aber, dass sich das ändern wird (hoffentlich)
Deswegen gibt es hier schon mal das erste Kapitel und ihr könnt gerne eure Meinung da lassen. Btw habe ich jetzt einen Discord Server eingerichtet, den ihr, wenn ihr Bock habt, gerne nutzen könnt, um euch gegenseitig auszutauschen, über was auch immer :)
Den füge ich noch mal ganz unauffällig ein:
https://discord.gg/wqMpekcU
Vielleicht wächst der Server ja und wir sind bald eine ganz tolle Familie (höhö)
Bis bald, eure LittleNinji.
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Attack on Titan - Wie im Film ( Levi X Reader)
FanfictionIm einen Moment stehst du noch im Laden, um ein paar Besorgungen zu machen, im anderen Moment bist du plötzlich Schauspielerin! Wo gibt es denn sowas? Und was hat Hanji damit zu tun, die dich mit dem Argument "Ich habe auch eine ganz hinreißende Übe...
