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Die nächsten Tage verbringe ich damit zu Essen, fernzusehen und Sport zu treiben. Außerdem habe ich Cass vorübergehend das Amt des Cheercaptains überlassen. Die Mädels können es total verstehen. Jedoch lenkt mich kaum etwas von meiner inneren Unruhe ab.

Cass hat mir erzählt, dass Evan Zack ein blaues Auge geschlagen hat, als Zack erzählt hat was passiert ist. Ich stehe über solchen Dingen, jedoch konnte ich nicht anders als mich ein wenig besser zu fühlen, als mir Cass das erzählt hat. Cass ist die einzige zu der ich Kontank habe, regelmäßig und ohne Einschränkungen. Wieder mal stehe ich an der Haustür und rufe in das Haus hinein, dass ich jetzt laufen gehe und bald zurück bin, dass sich Misses Graham keine Sorgen macht, doch als ich einige Minuten nichts höre, außer ihr leises reden, gehe ich tiefer ins Haus, als ich sie entdecke sitzt sie am Esstisch und hält das Haustelefon an ihr Ohr. Kurz winke ich ihr zu, woraufhin sie leicht lächelt, doch plötzlich wird ihr Gesicht wieder ernst und sie streitet etwas ab. Da ich sie nicht belauschen will gehe ich leise zurück zur Tür, dann fällt mir ein, dass ich meinen Ipod vergessen habe. Auf der Suche danach durchwühle ich mehrer Minuten meine kleine Tasche, die ich für den Notfall immer im AUto habe. Gerade will ich mir die Kopfhörer in die Ohren stöpseln, damit ich mal wieder etwas Ablenkung finden kann, beim laufen, als mein Telefon klingelt.

Cass *-* ruft an...

"Hey, Cass." mit so viel überzeugungskraft wie ich aufbringen kann, versuche ich ihr eine positive Stimmung vorzutäuschen, statt der Leere die in mir herrscht.

"Heeeey." sagt sie gedehnt. Irgendetwas läuft hier falsch.

"Was ist los?" frage ich sie plötzlich aufmerksam.

Dann sprudelt sie so schnell und leise los, sodass ich nur einzelne Worte verstehe, wie 'Jungs' 'wissen' 'Großmutter'. Waaas?
Ich fordere Cass auf langsamer zu reden und sie wiederholt was sie zu sagen hat.

"Die Jungs wissen, dass du bei Zacks Großmutter bist. Er hat eben mit ihr telefoniert und hat dich gehört, dass du Laufen gehen willst. Evan hat versucht sie aufzuhalten, doch sie machen sich gerade bereit wegzufahren." sagt sie mit gedämpfter Stimme.

"Cass was machst du da?" höre ich Josh vertraute Stimme.

"Nichts. Ich erzähle den Mädels aus dem Squad wo Lu ist und, dass
 ihr sie hohlen werdet." sagt sie mit einem fast perfektem unschuldigen Ton, doch ich kenne sie nun gut genug um die leise Unsicherheit zu hören, die darin mitschwingt.

"Okay, wir fahren dann in ein paar Minuten. Bis später Cass."

"Cass hast du was dagegen wenn ich bei dir einziehe, bis ich in ein paar Tagen
 wieder zur Schule gehen werde? Bis sich alles etwas beruhigt hat, meine ich."
 Als Cass mir zustimmt, verabschiede ich mich und lege auf, dann beginne ich wie eine wilde meine wenigen Habseligkeiten, die ich mitgenommen habe, zusammenzusuchen und werfe sie in meine kleine Notfalltasche.

"Ach, du weißt es schon?" fragt mich plötzlich eine vertraute Stimme hinter mir. Mises Graham hat leise das Zimmer betreten.

"Ja, ich werde gleich zurückfahren und bei einer Freundin bleiben." sage ich lächelnd. "Dankeschön für alles." sage ich und drücke die alte Dame an mich.

"Immer wieder, Schätzchen. Vor allem nachdem was passiert ist." antwortet sie mir, während sie beruhigend durch meine Haare fährt. "Ich weiß, dass du das alles wieder hinbiegen kannst. Zeig ihm, wie dumm er war." damit verabschiede ich mich von der alten Frau und steige wenig später in mein Auto.

Nach drei Stunden fahrt, komme ich an unserem Haus an. Ich will ein paar Sachen holen, bevor ich zu Cass aufbreche. Kurz nachdem ich die Tür aufmache höre ich die Stimme meines Bruders, der sich mit einem der Jungs unterhält. Oh. Nein. Was soll ich jetzt machen? Ich entschließe mich dazu, durch den Flur näher zum Wohnzimmer zu schleichen und um die Ecke zu lugen. Evan sitzt, mit in die Hände gestütztem Gesicht, auf dem Sofa. Neben ihm sitzt Josh und redet beruhigend auf ihn ein. Ich kann nur Bruchstücke verstehen, aber ich bekomme etwas in die RIchtung mit, dass Evan fürchtet, dass ich einen Wutanfall bekomme, wenn ich Zack sehe und er sich Sorgen macht, wie es mir geht. Leise räuspere ich mich, woraufhin sich zwei sehr geschockte Jungs zu mir umdrehen und mich mit großen Augen  mustern.

"Lu. Was machst du hier?" Josh fängt sich als erster.

"Misses Graham hat mich gewarnt, darum bin ich früh genug abgehauen." flunkere ich, sodass sie nicht Cass verdächtigen. Kaum habe ich diese Worte ausgesprochen wickelt mich Evan in eine feste Umarmung, soass mein Gesicht hart gegen seine Brust gedrückt wird. Zum ersten Mal seit Tagen fühle ich eine wohlige Wärme, die sich in mir ausbreitet. Wie ich meinen Bruder vermisst habe.

"Wehe, du haust nochmal einfach ab, du Gartenzwergsammler." er hat sich wirklich Sorgen gemacht, er hat mich das letzte Mal so genannt, als ich als Kind in eine Grube gefallen bin und mich ewig keiner gefunden hat. Damals ist ihm auf die schnelle wohl kein gemeineres Wort eingefallen,seitdem zieht er mich mit diesem Wort auf. Doch jetzt ist es schon länger nicht mehr gefallen.

"Ich weiß, dass es blöd war, aber ich wusste nicht was ich tun sollte..." sage ich während ich mich näher an ihn drücke und seinen vertrauten Geruch einatme.

"Mit mir reden, zum Beispiel?" schlägt er vor. "Bleibst du jetzt hier?" fragt er hoffnungsvoll.

"Nein. Ich bin hier um ein paar Sachen zu holen, dann ich bleibe noch etwas bei Cass, aber keiner von euch zweien sagt es den anderen, auch nicht dass ich hier war. Verstanden? Ich brauche ein wenig Abstand von ihm." sage ich, als ich mich von Evan löse. Dann sehe ich beide streng an.  Als ich ihr Wort habe, bitte ich Evan das Auto in die Garage zu fahren und dann laufe ich in mein Zimmer und packe einen kleine Rucksack, mit allem was ich brauchen könnte. Dann gehe ich nach unten verabschiede mich und gehe zu Cass Haus.

Etwas unsicher halte ich vor dem blau gestrichenen Haus, doch meine Unsicherheit ist unbegründet. Kurz darauf springt eine begeistert quietschende Cass aus dem Haus und umarmt mich so fest, dass ich kurz meine zu ersticken.

"Ich freu mich ja so, dass du wieder da bist." ruft sie und zieht mich ins Haus. "Und ich hab schon eine Idee, wie du mit der Situation fertig werden könntest und zugleich kannst du Zack zeigen wie stark du bist." Das diabolische Grinsen das ihre grünen Augen aufleuchten lässt, steckt mich an, sodass sie mir wenig später den Plan erleutert, den sie die letzten Tage in ihrem Kopf angelegt haben muss.

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