Als ich mich gegen sieben am Abend das erste Mal strecke, spüre ich sofort meine schmerzenden Füße. Mit High Heels durch den Wald war anscheinend nicht so ideal... Gähnend reibe ich mir über die Augen, doch als ich aufstehe verziehe ich kurz schmerzvoll mein Gesicht. Blöde Schuhe...
Immer noch total verschlafen bahne ich mir meinen Weg in die Küche hinunter. Dort treffe ich Evan an, der gerade sehr vertieft in seinem Müsli herumstochert.
"Evan?" frage ich, als ich mir ebenfalls ein Müsli herrichte. Als ich mich umdrehe blickt er langsam auf. Er sieht müde aus, aber ich merke, dass ihn etwas beschäftigt. Als er mir nicht antwortet werde ich ungeduldig. "Also? Was ist los? Was beschäftigt dich?" frage ich etwas genervt.
"Zack ist mein Problem und du bist auch mein Problem." fährt er mich an. Im ersten Moment denke ich ich habe mich verhört, doch als ich realisiere was er gesagt hat werde ich wütend. "Du hast kein Recht jetzt wütend zu sein, ich sollte sauer sein." unterbricht er meinen Redeversuch.
"Du? Wieso solltest du einen Grund haben sauer zu sein?" fahre ich ihn an.
"Weil ich dich quasi verloren habe, wie er dir das Herz gebrochen hat. Du warst einfach weg und das mehrere Wochen. Du hast so gelitten und jetzt willst du ihm einfach so vergeben?"
"Ich vergebe ihm nicht einfach so. Du hast gesehen was er durchgemacht hat, wie er ausgesehen hat." ich denke an die Szene in Cass Wohnzimmer, wo er wegen mir geweint hat, aber davon weiß Evan nichts. "Er hat mindestens genau so viel durchgemacht wie ich." kreische ich ihn an.
"Weißt du was aber das schlimmste ist?" schreit er mir ins Gesicht, als ich ihm nicht antworte, fährt er fort. "Immer wenn ich dich gefragt habe wie es dir geht, hast du mir kein Wort von deinen wahren Gefühlen verraten, du hast mich immer nur angelogen und das wegen ihm! Wir waren uns so nahe, doch jetzt könnte nicht mehr Raum zwischen uns sein." seine Stimme wird zum Ende hin immer Schwächer. Kurz blinzle ich verwirrt, aber dann antworte ich doch. Leise und enttäuscht von dieser Anschuldigung.
"Man sagt Menschen nicht, dass es einem nicht gut geht."Tränen treten in meine Augen "Weil es schwer ist ihnen dabei zu zusehen, wie sie nicht wissen was sie tun sollen. Außerdem läuft es dann darauf hinaus, dass man sie tröstet, obwohl man selbst diejenige wäre, die den Trost braucht."
Damit drehe ich mich um und lasse Evan alleine in der Küche zurück. Als ich wieder in mein Zimmer komme, sitzt Cass aufrecht im Bett. Aus ihren waldgrünen Augen blickt sie mich an.
"Es tut mir Leid, wenn wir dich geweckt haben.", sage ich nur leise und lasse mich dann neben sie ins Bett fallen.
"Weißt du ich kann ihn verstehen. Er will einfach nicht noch einmal sehen, dass dir wehgetan wird, aber er hat etwas entscheidendes vergessen."sagt sie, was mich aber wieder wütend werden lässt.
"Wieso glaubt ihr alle zu wissen, was das Beste für mich ist? Vor allem du. Du warst immer davon überzeugt, dass es ein Irrtum war und das es nie Zacks Absicht war und jetzt kommst du mir so?" wütend schnaube ich, doch Cass unterbricht mich bevor ich mich wirklich hineinsteigern kann.
"Stop, runter vom Gas, du Nudel!" mit erhobenen Händen bringt sie mich zum schweigen. "Ich meine zwar, dass ich ihn verstehe, aber er hat da nichts zu melden, außerdem" hinterlistig lächelnd sieht si emir in die Augen. "Kann er sowieso nicht verhindern, dass ihr wieder zusammenkommt und willst du auch wissen wieso?" Ich weiß zwar, dass jetzte eine wirklich dämliche Erklärung kommt, aber sie hat es geschafft. Ich bin neugierig.
"Wieso?"
"Das mit euch geht schon so lange, ihr müsst euch nach so ewig langer Zeit doch schon fast in und auswendig kennen, das kann doch nur gut gehen." Ich wusste es. Ladies und Gentleman hier die dumme Erklärung. "Außerdem liebt er dich wirklich und ich glaube du ihn auch, oder?" Wow, das hat mich überrascht.
"Danke, Cass." wieder treten mir Tränen in de Augen, aber diesmal nicht weil ich enttäuscht bin, sondern ganz einfache Freudentränen. Jeder Mensch braucht jemand der ihn versteht, sonst wird man verrückt. In meinem Fall ist Cass diejenige die mich immer versteht und, Gott, bin ich dankbar dafür. Es fühlt sich an als hätte ich seit langer Zeit mal wieder die richtige Entscheidung getroffen und die war Zack zu vergeben. Das kann nicht an einem Tag geschehen, aber in kleinen Schritten zum Ziel ist für mich auch perfekt.
"So und ich geh jetzt mal runter und verhau Evan." sagt Cass quietschvergnügt und springt keine zwei Sekunden danach aus dem Zimmer. Nur wenig später kann ich von unten Cass aufgeregte Stimme hören, die Ev fertig macht. Wie ich meine beste Freundin liebe.
So kommt es, dass ich mein Leben normal weiterlebe. So normal wie es halt jemals war. Ehe ich mich versehe sind die Ferien vorbei und der alltägliche Schulwahnsinn geht wieder los.
"Hey Leute, heute werden wir eine neue Choereo einstudieren, weil a in wenigen Wochen die Nationals sind." begrüße ich das Team am Montag morgen zum Training. "Außerdem werden wir extra Trainings machen müssen. Mindestens an drei Tagen nach der Schule." Nachdem wir die Tage ausgemacht haben, also ich muss jeden Tag trainieren, da die die neu dazu gekommen sind, an allen fünf Tagen training machen wollten, beginnen wir mit dem Aufwärmen. Wir sind mal wieder im Turnsaal, da es draußen immer noch zu kalt ist um zu trainieren. In der riesen Halle trinieren aber heute nur die Footballer, da die Baskettballer bei einem Wettkampf sind. Heute haben wir viel Platz.
"Heute üben wir die Basket toss'. Also die Stunts wo wir jemanden in die Luft werfen."erkläre ich, während wir Matten herbringen, damit nicht all zu viel passieren kann, wenn man jemanden nicht fängt. Dann können wir anfangen. Mit den Jungs im Team schaffen wir doch recht beachtliche Höhen, die wir mit einer reinen Mädchenmanschaft icht geschafft hätten. Danach probieren wir noch einige Pyramiden, die ohne großartige Probleme funktionieren.
Wie ein kleines Kind freue ich mich über die großen Fortschritte, die das Team macht, als ich neben Cass in Biologie sitze und angeregt Zettelchen mit ihr austausche.
"Miss Adams, Miss Miller. Ich werde Sie heute nur einmal ermahnen, beim nächsten Mal werden Sie dem Direktor einen Besuch abstatten." ermahnt uns unser Biologie Lehrer, also konzentrieren wir uns wieder auf den Unterricht.
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Like Any Other Bad Boy Story?
JugendliteraturLauren und ihr Bruder, Evan, müssen wegen einem Unfall, bei dem ihre Mutter gestorben ist, in die Kleinstadt Shell Ridge ziehen. Die Leute, die Lauren dort kennenlernt, passen in vielen Hinsichten genau zu ihrem Lebensstil. Nur einer scheint sie zu...
