9.

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Als ich kurz über meine Schulter sehe, sehe ich Josh in der Tür stehen hinter ihm stehen viele der anderen Jungs, sogar Zack kann ich sehen, auch wenn er etwas grimmig aussieht. Joshs blauen Augen weiten sich als ich unbeeindruckt weiterspiele, dann drehe ich mich wieder zu meinen Noten. Völlig entspannt ende ich 'Here's to Never Growing Up'. Dann drehe ich mich ganz um.

"Ja?" Frage ich, mit einem leichten grinsen im Gesicht, wegen den überraschten Gesichtsausdrücken der Jungs.

"Was kannst du eigentlich nicht?" Fragt nun Sean.

Huuh?

Ich muss sie ziemlich seltsam ansehen, denn er erklärt es mir.

"Du hast eine menge guter Turnübungen drauf, hast einen der härtesten Footballtritte, die ich in diesem Jahr gesehen habe, einfach weggesteckt, bist deswegen von einer Pyramide genau auf den Boden geknallt, hast dich nicht mal aufgeregt, dein Bruder sagte, dass du gut in der Schule bist, außerdem bist du eines der charismatischten Mädchen, die ich jemals gesehen habe und du KANNST KLAVIER SPIELEN UND SO SINGEN?" Fragt er ungläubig. Dann entdeckt er meine Gitarre "und Gitarre spielen?" Nun ruhen die Blicke auf mir.

"Was ist daran so ungewöhnlich?" Frage ich leicht verwirrt.

"Das sind eine Menge Talente." Sagt Josh und kratzt sich am Hinterkopf. "Kannst du noch etwas spielen?"

"Was denn?" Frage ich sie während ich meine Finger lockere.

"Say something?" Ertönt eine Stimme die ich nicht genau zuordnen kann.

"Na gut..." damit suche ich die Noten und beginne zu spielen.

Als ich geendet habe läuft mir eine Träne über die Wange. Dieses Lied erinnert mich daran was ich verloren habe. Schnell versuche ich sie wegzuwischen, sodass sie die Jungs nicht bemerken. Zum Glück kommt Ev plötzlich in mein Zimmer gestürmt.

"Lu, das sind meine Freunde. Komm schon, muss das sein?" Sagt er lachend.

"Hey es ist nicht so, als hätte ich sie gebeten hier herein zu spatzieren." Damit wende ich mich an die Jungs die nun auf meiner Fensterbank und meinem Bett sitzen, einige sitzen auch am Boden. Nur Zack steht genervt in der Tür. Ich hasse diesen Jungen!

"Ja wir wollten sowieso gerade gehen. Wir sehen uns morgen." Sagt ein Junge mit hellblonden Haaren und ebenfalls blauen Augen, außerdem überzieht eine für Kalifornien nicht ungewöhnliche Bräune seine gleichmäßigen Gesichtszüge. Ich glaube mich zu erinnern, dass er Kyle heißt. Dann stehen alle auf und machen sich auf den Weg nach draußen und mein Bruder bringt sie zur Tür.

Kurz darauf steht er wieder in meinem Zimmer.
"Hey, Lu. Ich habe vorher einen Anruf bekommen." Beginnt er leise zu sprechen. Gespannt höre ich ihm zu.
"Wir sind beide nicht volljährig, das heißt, dass wir jemanden brauchen der auf uns Acht gibt und sie meinen Dad ist wieder vollkommen gesund."
Was? Nein! Panik überkommt mich und ich springe von meinem Bett auf, auf dem ich gessesen bin.

"Keine Sorge Lu! Ich werde auf dich aufpassen." Versichert er mir, doch ich beruhige mich trotzdem nicht. "Bei einem Fehltritt rufen wir die Polizei. Dann müssen wir ihn nie wieder sehen."

"Das beruhigt mich trotzdem kein Stück, schon nach einem Fehltritt, wie du es nennst, ist schon wieder zu viel Schaden angerichet." Werfe ich ihm an den Kopf.

"Er wird morgen in der Früh kommen. Ich kann nichts dagegen tun." Damit schließt er mich in seine starken Arme.

Na das könnte spannend werden, ich bezweifle, dass sich mein Vater auch nur ein bisschen geändert hat.

Trotzdem gehe ich danach gleich ins Bett und schlafe tief und fest, bis mich am nächsten Tag das laute zuschlagen einer Tür weckt.

"Evan!" Höre ich die Stimme, des Mannes den ich so sehr hasse und schon lange nicht mehr gesehen habe. "Wo ist die kleine Lauren?" Fragt er verwirrt. Schnell springe ich auf und laufe hinunter, ich will ihn nicht in meinem Zimmer haben.

"Hallo, Walter." Begrüße ich ihn kühl, als er auf mich zukommt und mich umarmen will, weiche ich zurück. Augenblicklich bleibt er stehen und sieht mich böse an. Aber selbst nach Jahren spüre ich noch die zahlreichen Schläge die ich einstecken musste. Ein Schauder überläuft meinen Körper.

"Ich gehe mich fertig machen." Sage ich trocken und wende mich zum gehen.

Als ich wenig später mit einem leichten Blumenkleid, einer kurzen Strickjacke , Kniestrümpfen, Keds und fertig geschminkt wieder nach unten gehe, höre ich leise Worte aus der Küche.
Ich kann nur vereinzelt Worte verstehen wie: "verzeihen...Zeit... Wird schon."

Oh nein, das wird sicher nicht einfach so wieder gut.

Ich gehe laut die letzten Stufen hinunter , sodass sie wissen das ich komme. Ich gehe in die Küche, schnappe mir einen Apfel und gehe wieder hinaus. Dann rufe ich: "Evan, kommst du? Wir müssen los." Und gehe ohne ein Abschiedswort an meinen Vater vor die Tür.

"Kannst du nicht freundlicher sein, Lu?" Fragt mich mein Bruder. Mit einer hochgezogenen Augenbraue sehe ich ihn an. "Er bereut es, versteh doch, es tut ihm leid." Setzt er nach.

"Das soll er zuerst beweisen.", sage ich kühl.

"Wie denn wenn du ihn nicht lässt?"

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