Unkontrollierbar

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LOKI POV:

Nachdem Safira gestern in ihr Gemach gestürmt war, hatte auch ich mich zurück gezogen. Am nächsten Morgen klopfte Thor am frühen Morgen an meine Tür und ich gewährte ihm etwas überrascht Einlass. "Was willst du, Bruder?" "Ich wollte zu dir oder störe ich?" antwortete er mit seiner üblichen sorglosen Art. Am liebsten hätte ich ja gesagt, hielt mich jedoch zurück und gab dem Hundeblick meines Bruders nach. "Nein. Also, was gibt es für ein Problem?" Thor setzte sich wie selbstverständlich und begann auch schon mich mit seinem Gerede in den Wahnsinn zu treiben." Also...dieses Mädchen ist sehr stark. Und sie scheint dich zu mögen. Sie vertraut dir, das sollten wir nutzen, Loki. Im Kampf wäre ihre Macht sehr nützlich." Ein genervtes Seufzen war von mir zu vernehmen. Als ob mich seine Anwesenheit nicht schon genug störte, musste er nun natürlich so etwas dreistes von sich geben. Er und Odin wollten sie als Waffe benutzten. Deswegen hatte Odin auch meiner spontanen Idee zugestimmt. Sie wollten nicht nur die unschuldige Safira ausnutzen, sie nutzten auch mich aus. Dieser Gedanke machte mich rasend vor Wut. Ich hatte das starke Verlangen ihn an zu schreien, meinen Gefühlen Platz zu machen, aber hielt mich dann doch zurück. Mein Bruder jedoch schien nichts von meiner schlechten Stimmung zu bemerken und redete unbeirrt weiter "Vater denkt das selbe und deshalb sollst du mit ihr nach dem Essen in den Thronsaal kommen Er will sich selbst von ihr überzeugen."
Selbstverständlich wollte er das und wenn der Allvater etwas wollte mussten natürlich alle sofort springen. Oh wie sehr brachte mich das in Rage, doch ich wäre nicht ich selbst, wenn ich mich nicht perfekt im Griff hatte. Dieses Weib machte mich auf seltsame Weise schwach, doch ich würde niemals zulassen, dass dies jemand erfuhr. Also sagte ich ihm das wir kommen würden, stand auf und machte mich auf den Weg zu Safiras Gemach.

Safira POV :

Für einen Moment sah ich die Tür an und überlegte was jetzt zu tun war. Im Endeffekt war es zwar eh egal, da die Tür verschlossen war und ich keine Entscheidungsgewalt über deren Öffnung hatte, doch letztenendes überwandt ich mich dazu, den Besuch herein zu bitten. Ich überraschte mich selbst mit der plötzlichen Höflichkeit gegenüber anderen die ich hier aufbrachte, Gestern sah das schießlich noch ganz anders aus. Als die Tür sich öffnete trat ein zögernder Loki ein und sah zu mir hinüber. "Schön das du schon wach bist. Ich soll dich zum Allvater bringen."

Ich seufzte und setzte mich gerade in Bewegung um den Raum zu verlassen, da hielt Loki mich mit einem leichten Schmunzeln auf "Warte, willst du dich nicht erst umziehen?" "Wie meinst du das?" Verwirrt sah ich zu ihm auf. Ich wusste zwar das meine Kleidung nicht gerade dem asischen Standart entsprach, doch es handelte sich ja schließlich nicht um irgendeinen feierlichen Anlass. Meine Verwirrung schien den Prinzen allerdings nur noch mehr zu amüsieren und die Auseinandersetzung des letzten tages schien wie vergessen. "Du willst dich uns doch anpassen, oder? Also komm." Er ging in den Raum und ich folgte ihm grummelnd. Er forderte mich auf mir etwas auszusuchen, doch die Auswahl war einfach viel zu groß. Als ich mich nach einigen Minuten immer noch ratlos umsah, begann Loki zu grinsen und man sah in seinen Augen ein wenig Mitleid. Mir sah man auf jeden Fall an, dass ich überfordert war undso beschloss Loki mir zu helfen "Wie wäre es mit diesem hier?" Er nahm ein knöchellanges dunkelgrünes Kleid in die Hand und hielt es mir hin. Ich nickte erleichtert und nahm es dankend an. Schnell verschwand ich in dem kleinen Badezimmer und zog mich um, kämmte noch meine Haare und flocht sie zu einem Zopf über meine Schulter und wusch mein Gesicht. Als ich wieder raus kam schien Loki überrascht von meinem Auftreten. "Du siehst gut aus." stellte er fest und ich spürte die Röte in meine Wangen schießen. Verwirrt hielt ich inne. Seit wann wurde ich denn rot? Schnell schüttelte ich die verwirrenden Gedanken ab, ehe ich noch einen erneuten Zusammenbruch erlitt und konzentrierte mich auf das hier und jetzt. " Können wir nun gehen?" " Ja, natürlich." Und so gingen wir Richtung Thronsaal. Auf dem Weg dorthin, sah ich mich neugierig um. Der Palast war gigantisch, etwas sehr protzig für meinen Geschmack, doch ich musste zugeben, das es bestimmt schön war hier aufzuwachsen. Jedoch konnte ich mir genauso gut vorstellen, das diese goldenen Gänge und Hallen nach tausend Jahren dann doch langsam ihren Glanz verloren.

Wir näherten uns gerade dem Thronsaal und wollten eintreten, da hielt uns plötzlich eine Wache auf. Verwirrt sah Loki zu der Wache hinüber. "Lasst uns hinein." "Nein." "Ach und wieso nicht?" Ich spürte, dass Loki langsam aufbrausend wurde. Er schien ziemlich leicht reizbar zu sein, auch wenn er es niemanden sehen ließ. Doch genau aus diesem Grund ließ die Wache sich auch nicht von ihrer Aufgabe abbringen und verweigerte uns pflichtbewusst den Zutritt. "Der Allvater ist in einer Besprechung mit den Jägern das Wolfsproblem betreffend." Plötzlich zuckte ich merklich zusammen und mein Blick schnellte zu der Wache. Stocksteif starrte ich ihn an und spürte wie meine Atmung plötzlich schwerer wurde. Ich spürte wie meine Macht meinen Körper durchströmte und meine Wut mich langsam übermannte. Niemand, absolut niemand durfte meine Familie als Problem bezeichnen und erst recht würde sie niemadn verletzten, solang ich es zu verhindern wusste.

Ich hörte Loki auf mich einreden, er hatte gemerkt was in mir vor sich ging, doch meine Verstand konnte seine Worte nicht verarbeiten. Und als die Wache mich nur misstrauisch musterte und darauf beharrte, wir sollen doch später wieder kommen, übernahmen meine Emotionen auch den letzten Rest meines Verstandes. "Fahr nach Hel!"

Ich schleuderte ihn mit einer Handbewegung zu Boden und drückte ihn dann mit meiner Magie gegen die Wand, ehe ich ihn selbst an der Kehle packte und ihn mit einem wütenden Funkeln in den Augen anstarrte. Die Wache versuchte meine Hand von seiner Kehle zu lösen, erfolglos, auch seine Waffe war außer Reichweite. Dann schritt Loki ein. Er legte vorsichtig seine Hand auf meinen Arm mit dem ich die Wache festhielt und drückte ihn sanft runter, während er mir die ganze Zeit über tief in die Augen sah. Es schien als wüde er mich hypnotisieren und so gab ich nach und ließ die Wache fallen. Aber dafür stürmte ich jetzt in den Thronsaal ohne weitere Rücksicht auf die Wachen zu nehmen. Ich musste zugeben, ich hatte einen sehr aufbrausenden Charakter. Ich schleuderte in meinem Wahn jeden beiseite, der mir in den Weg kam. Ich hatte bereits den halben Saal durchquert, da dröhnte Odins laute Stimme durch den Raum. "HALT!" Von der Macht dieser Stimme völlig überwältigt blieb ich sofort schwer atmend stehen und Loki trat eilig neben mich. "Was hat das hier zu bedeuten?!" Odins Stimme erfüllte den ganzen Raum und ein unwohles Gefühl der Unterlegenheit erfüllte meinen Körper und bließ die ganze Wut davon. "Vater- " "ES REICHT! Nicht genug das sie meinen Sohn und deinen Bruder verletzt", Ich musste bei dem Gedanken an den am Boden liegenden Thor beinahe schmunzeln, "erwürgt sie beinahe eine Wache und ignoriert meine Anweisungen. Ich hatte dir in dieser Sache vertraut Loki, doch scheinbar warst du noch nicht bereits dafür. Sie darf erst wieder ihr Gemach verlassen wenn sie ihre Kräfte unter Kontrolle hat. Und das habe nur ich zu bestimmen. Verstanden?!" Loki zeigte keine Regung, nickte nur stumm, packte meinen Arm und ging mit gesenktem Kopf. Ich war zwar wütend über die Art wie der Allvater mit seinem Sohn umging, wollte die Lage aber nicht noch schlimmer machen. Also folgte ich Loki widerstandslos und er brachte mich in mein Gemach. Auf dem Weg beherschte Schweigen unsere Umgebung und als wir unser Ziel erreichte hatten, wandt der Schwarzhaarige sich mit einem distanzierten Gesichtsausdruck zu mir. "Das Essen wird dir gebracht und ich werde manchmal kommen um zusehen wie weit du gekommen bist." Ich nickte eingeschüchtert und Loki schloss stumm die Türen hinter sich. Jetzt war ich allein. Nachdenklich betrat ich den Balkon, die Sonne stand hoch und ich ließ meinen Blick über Asgard schweifen. Mein Rudel fehlte mir und ich wusste, ich würde sie so schnell nicht wieder sehen. Ich hatte Angst, was die Jäger nun tun würden, da ich nicht da war um meine Familie zu beschützen. Und es war meine Schuld, dass ich nun hier fest saß. Ich hatte nicht nur mir, sondern auch meinem Rudel und Loki unnötigen Ärger beschert.

Ich musste es wieder gut machen, alles gerade biegen. Ich konnte mich kontrollieren und das würde ich ihnen beweisen!

Unique! (Loki FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt