11. Messerstich

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Ich wollte nicht das Leben das mir gegeben wurde. Nicht vor allzu langer Zeit, stand ich am Ende meines Weges. Ich wollte springen und flüchten. Doch wie könnte ich meine Mutter und Harry allein lassen? Sie brauchten mich. Also zwängte ich mich jeden Tag in den bedrückenden Tag. Ich wollte nicht. Aber ich musste. Und jetzt? Da war einmal Logan der in meinen Armen lag und immer noch fest schlief, und Harry der mit Bob auf seiner Schulter ins Zimmer gestürmt kam. "Dean?" Seine Augenbrauen nahmen eine seltsam fragende Form an. "Würdest du bitte kurz das Zimmer verlassen? Ich erkläre dir später alles." Er nickte verwirrt und verschwand wieder hinter der Tür. Sofort rüttelte ich Logan wach und sprang aus dem Bett. Meine Klamotten hatte ich noch an, Logan hingegen lag nur mit seiner Boxer im Bett. Langsam öffnete er seine Augen und blinzelte einige Male. "Dean? Was...?" Und die Erinnerung an vorher ließ ihn aufschrecken. "Verdammt." Wimmerte er. Ich schmiss ihm seine Kleidung rüber. "Du musst dich für nichts schämen. Und jetzt komm es gibt Essen." Das Essen meiner Mutter konnte man immer durch die ganze Wohnung riechen. Als Logan fertig angezogen war zog ich ihn mit in die Küche. Der Tisch war bereits gedeckt und anscheinend hatte Harry erzählt, dass ich Besuch hätte, denn für Logan war auch gedeckt. "Hey ich bin Sophia. Setzt dich doch." Logan bedankte sich und fing an zu Essen. Es gab Nudelauflauf. "Mum das ist Logan." Sie nickte wissend und sah mich mit diesem Blick an. Wusste sie etwas, dass sie nicht wissen sollte? Typisch Mütter. "Danke für das Essen, Sophia." Bedankte sich Logan erneut als er fertig gegessen hatte. "Hat's denn geschmeckt?" Er nickte sofort. "Sie kochen besser, als unsere Köche." Meine Mutter lachte geschmeichelt auf. "Ach jetzt übertreib doch nicht." Ich legte meiner Mutter eine Hand auf die Schulter. "Siehst du? Nicht nur ich denke so." Sie lächelte wieder und wurde rot um die Wangen. "Ihr seit mir welche." Mein Blick fiel auf Harry, der schweigend zu Ende aß. "Harry? Was ist los? Du bist so still." Meinte ich dann. "Ich habe Mathe verhauen." Dabei warf er seine Gabel auf den Teller und verschrenkte die Arme vor der Brust. "Du brauchst dich da echt nicht drüber zu ärgern. Denn du bist nicht der einzige. Ich hatte damals eine F und dürfte schön ein Jahr wiederholen." Besänftigte meine Mutter ihn. "Beim nächsten mal machst du es besser." Fügte ich hinzu. Meine Mutter widmete sich wieder Logan. "Wie lange willst du bleiben?" Er antwortete mit einer Gegenfrage. "Wie lange darf ich denn?" "Solange du willst." Meinte sie, stand auf und fing an den Tisch abzuräumen. Ich half ihr und verschwand mit Logan in meinem Zimmer. Ich lag auf meinem Bett und kraulte Bob, der zu schnurren begann. "Wo ist dein Vater?" Zerbrach es gewaltig die Stille. Von allen Fragen, warum diese? "Weg." Ich hoffte inständig er würde nicht weiter fragen. "Und wo?" Warum wollte er es so sehr wissen? "Wüsste ich auch gern." Er starrte mich mit diesem durchdringenden Blick an. "Verstehe." Ich wechselte schnell das Thema. "Du bist also von der Treppe gefallen." Er machte sich auf meinem Drehstuhl klein und senkte den Blick. "Nein. Ich bin nicht gefallen." Wusste ich es doch. "Wer hat dir das angetan?" Er machte sich noch kleiner als zuvor und sein Blick verschwand in seinem Pullover. "Kann ich dir nicht sagen." Ich setzte mich auf, ging auf ihn zu und meine Hände fanden ihren Platz auf den Lehnen. "Jetzt sag schon."

Er hob seine von Tränen getränkten Augen und mit einem Mal, traf mich sein ganzer Schmerz, seine Trauer und all die Qualen die ihn begleiteten, wie ein Messerstich ins Herz.

"Dean, im Leben gibt es Dinge in die du dich niemals einmischen darfst. Ich bin einer dieser Dinge. Das einzige, das uns verbindet, ist unser Deal. Ich halte mich an meinen Part. Halte du dich an deinen."

Love ya❤

o0KaktusPups0o

Xx

Red Nails (BoyxBoy)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt