Er beschäftigte mich die ganze Zeit. Aber warum? Ich wollte nicht die Nacht damit vergeuden an ihn zu denken. Morgen war zwar Samstag, aber ich wollte etwas mit Harry unternehmen, der nebenbei bemerkt an meiner Brust schlief. Ich hielt ihn fest im Arm und streichelte ihn ein wenig mit den Daumen. Unsere liebe war mehr als nur eine einfach Bruderliebe. Natürlich führten wir keine Inzestbeziehung. Aber wir waren von Anfang an Seelenverwandte und niemand würde jemals seinen Platz erobern. Obwohl. Logan? Nein. Auf keinen Fall! Oder? Ach was dachte ich da bloß. Harry war mein Bruder, mein ein und alles. Wohingegen Logan ein Spiel war, dass ich niemals zu Ende bringen könnte. Wie ein Künstler niemals zufrieden mit seinen Bildern sein wird. So ist das nun mal im Leben. Nichts wird jemals vollendet sein. Und in Sachen Liebe war ich nun wirklich kein Experte. Ich starrte Löcher in die Decke, die mir auf einmal so interessant vorkam. Was war bloß los mit mir? "Dean?" Harry blickte mir in die Augen und blinzelte mehrmals, wohrauf kleine Schmatzer folgten. "Warum schläfst du nicht?" Diese klaren Grünen Augen. Woher er sie bloß hatte? Wahrscheinlich von seinem Vater. Ich erinnerte mich kaum an ihn, aber unsere Mutter tat es. Ob es ihr wehtat Harry anzuschauen. Die braunen Locken, die glasklaren grünen Augen, die süßen Grüppchen, die entstanden wenn er grinste. Er war ein Ebenbild von unserem Erzeuger. "Ich kann nicht schlafen. Da gibt es etwas, das nicht aus meinen Gedanken will. Warum bist du denn wach?" Er seufzte und ich fing an ihn am Kopf zu kraulen. "Dieses etwas ist auch in meinem Kopf?" Wir beide seufzten gleichzeitig. "In Sachen Liebe hat die Familie McKay kein großes Glück, was?" Er schüttelte seinen Kopf, soweit dies wegen unserer Position möglich war. "Nein." Und dann fragte ich ihn, ein Gespräch entstand den ich nie für möglich zwischen uns gehalten habe. "Wer ist sie?" Er brauchte etwas um eine Antwort zu geben. "Nathan." "Seltsamer Name für ein Mädchen...warte, der Nathan? Nathan James?" "Ja." Nein. Nicht er auch noch. "Dann sieht es also schlecht mit Nachwuchs aus." Er sah mich fragend an. "Logan Kowalski. Wir haben einige Kurse zusammen und ich kam hinter etwas, sein Geheimnis weißt du? Jetzt ist es unseres. Und wir haben einen Deal geschlossen. Jetzt erzähl du mir wie es dazu kommen konnte, dass du dich ausgerechnet in Nathan verguckt hast." Harry atmete tief ein. "Du weißt ja, dass er mich gehänselt hat." Anscheinend kannten die Kinder in der Elementar Schule noch nicht das Wort mobben. "Wir sind in einer Klasse und unsere Lehrerin hat sich vorgenommen die Klasse zur Ruhe und Arbeit zu bringen. Ich Harry, das Opfer der Coolen sitzt jetzt neben Nathan, den Chef der Coolen. Ich dachte es würde die schlimmste Zeit meines Lebens werden, dabei ist es die schönste Zeit die ich je hatte. Dean? Ich fühle mich ganz komisch bei ihm. Mein Herz rast auf einmal und meine Wangen brennen. Er ist nicht mehr fies zu mir, sondern nett. Wir schreiben immer von einander ab und...ach keine Ahnung. Ich glaube ich mag ihn. Ja ich mag ihn sogar sehr." Er kuschelte sich an mich und gähnte laut. "Was denn für ein Deal?" Ich hielt inne. "Nicht so wichtig. Schlaf jetzt, Kleiner" "Mhm." Und weg war er. Raus aus der Realität. Er mit seinen 10 Jahren sollte nicht wissen, das ich einen Unschuldigen wund gefickt habe. Dafür war er noch zu jung. Nathan also. Süßer ging es nicht oder? Mein kleiner Bruder war verliebt.
Am nächsten Morgen frühstückten wir schnell und machten uns auf den Weg in die Stadt. Wir hatten extra einen Helm für ihn gekauft. Harry saß vor mir und genoss wie immer die Fahrt. In der Stadt stellte ich mein Gefährt neben einen Café ab. Café in Wonderland. Der Name passte wirklich, denn die Atmosphäre im Raum war einfach nur wie in einem Traumland. Die Tisch- und Stuhldecken waren selber bestickt. Die Wände waren Mindfarben und das Besteck passte perfekt dazu. Ich und Harry waren Stammkunden hier. Zack, der Sohn des Leiters, brachte uns zwei heiße Schokoladenbecher, zwei Blaubeermuffins und zwei Pfannkuchen mit Puder und Zimt. Wie gesagt, Brüder die seelenverwandt waren. "Willst du mir noch etwas von Nathan erzählen?" Harry nahm einen Schluck von seiner heißen Schokolade. "Seine Füße berühren immer meine, aber mit Absicht weißt du? Wenn wir zweier-Reihen machen müssen, geht er zu mir und wir halten Händchen. Seine sind immer so warm und weich, wohingegen meine immer kalt sind." Ich grinste ihn dreckig an und schwieg. Er fing an zu verzweifeln und zappelte auf seinem Stuhl herum. "Deeeaan..." Wimmerte er wie ein Mädchen. "Mund zu sonst fliegt ein Flugzeug rein." Sofort klappte er seinen Mund zu. "Süß ihr beiden." "Süß? Dein Ernst? Dean ich bin am verzweifeln. Was soll ich tun...Du bist keine Hilfe weist du das?" Ich prustete los und wuschelte ihm durch die Haare, um ihn anschließend in die Wangen zu pieksen. "Oh mein Gott, da ist er." Harry machte sich klein. "Wo?" Ich schaute wild umher. "Na da. Maan Dean nicht so auffällig." Das mit dem auffällig ging nicht gut aus. "Ich sehe kein Nathan." "Na da, du Depp." Ich fand ihn einfach nicht. "Da ist nur Logan." Ich drehte mich wieder zu Harry. "Ja Logan, der mit dem hübschen Lächeln." Ich zeigte mit dem Finger in seine Richtung, obwohl dies keine so höfliche Geste war. Und als ich realisierte, dass der Typ dahinten wirklich Logan war, ich wie ein Verrückter auf ihn zeigte und seine Augen so groß wurden, dass ich beinahe Angst hatte sie würden ihm rausfallen, wurde mir nur eines Klar: Sein T-Shirt war wirklich schön.
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Red Nails (BoyxBoy)
AcakLogan Kowalski sprüht nur vor Optimismus. Man kann ihm nicht böse sein und jeder muss ihn wegen seiner freundlichen und süßen Art einfach lieben. Er führt ein perfektes Leben in San Francisco, hat Eltern die ihn lieben und außergewöhnliche Geschwist...
