>Ich stehe in einem hellen Raum. Aber es ist kein Raum, es ist eher wie ein nicht endendes weißes Licht das mich umgibt. Ich schaue an mir herunter. Ich trage noch das selbe Nachtkleid, das ich mir angezogen habe. Aber wo bin ich? Wo ist Bruchtal und wo ist
Legolas? Ich drehe mich im Kreis und die Angst steigt in mir hoch.
"Liavenna...."
Erschrocken drehe ich mich um.
Nichts
"Liavenna...."
Ich höre wieder diese Stimme. Sie ist leise und sanft, ist aber doch angsteinflößend für mich.
"W...Wer ist da?" frage ich langsam und vorsichtig.
"Deine Mutter, Liavenna"
Ich schaue ungläubig ins Leere. "M...meine Mutter?" murmle ich vor mich hin. "Aber wie kann das sein?"
Ich bin sehr verwirrt von alldem.
"Liavenna. Beruhige dich. Sei nicht verwirrt es ist alles gut. Höre mir zu mein Kind. Es wird sich jetzt nur noch mehr verwirren, aber das was ich dir jetzt sage ist sehr wichtig und muss als Geheimnis bewahrt werden. Du bist etwas ganz Besonderes und das warst du nicht nur für seinen Vater und mich sondern für die ganze Welt."
Das verwirrt mich wirklich noch mehr. "Etwas ganz Besonderes? Aber wieso? und... Wieso für die ganze Welt?" frage ich. "Es ist an der Zeit, dass du es erfahren musst... Du bist eine Gwâna." Mir bleibt die Luft weg. "Eine Gwâna? A..aber wie kann das sein? Ich habe doch keine weißen Haare und keine besonderen Gaben" sage ich. "Da hast du etwas missverstanden, mein Kind. Eine Gwâna muss keine weißen Haare besitzen und die besonderen Gaben muss sie nicht von Geburt an besitzen. Sie kommen zum richtigen Zeitpunkt und bleiben dann für ewig. Und nun ist es soweit. Du sollst das Zeichen der Gwâna bekommen, aber du musst selbst herausfinden welche Gaben du besitzt" Ich will gerade etwas erwiedern. "Aber...." " Du musst nun gehen, wir werden bald wieder sprechen können" ich spüre einen kurzen Schmerz an meinem rechten Handgelenk dann wird alles schwarz<
Ich öffne langsam meine Augen und blinzle ins Zimmer. Es ist lichtdurchflutet und ich höre die Vögel singen. Neben mir höre ich Legolas gleichmäßig atmen. Ich schaue mich noch einmal im Zimmer um und entdecke ein hellblaues Kleid über einer Stuhllehne. Langsam stehe ich auf und gehe zum Stuhl. Ich nehme das Kleid und begebe mich ins Badezimmer. Dort lasse Wasser in das große Becken und nehme dann ein Bad. Danach ziehe ich mich an und mache mir meine Haare. Ich sehe in den Spiegel. Ich trage ein knielanges, hellblaues Kleid, das oben eng ist und leicht nach unten fällt. Die Ärmel gehen nur bis zu den Ellenbogen und liegen eng an den Armen an. Ich spüre wieder einen Schmerz an meinem rechten Handgelenk und schaue es an.
Es ist keine Wunde zu sehen. Doch als ich meine Hand umdrehe erschrecke ich. Da ist ein schwarzes, geschwungenes "G" zu sehen. Ich streiche vorsichtig darüber, doch es verblasst nicht. Ich versuche es mit Wasser und Seife, doch es möchte nicht verschwinden. Da erinnere ich mich an die Worte meiner Mutter in meinem Traum.
> Du wirst das Zeichen der Gwâna bekommen, doch du musst selbst herausfinden welche Gaben du besitzt...es muss als Geheimnis bewahrt werden<
Ich blicke nochmal auf das Zeichen und streiche mit den Fingern darüber. Dann bemerke ich, dass ich das Zeichen nicht verbergen kann, da ich zu kurze Ärmel habe. Ich entdecke ein hellblaues Haarband auf einem Schränkchen und binde es um mein Handgelenk. Dann gehe ich wieder ins Zimmer und stelle mich ans Fenster. Ich schließe die Augen und atme die frische Morgenluft ein.
Herrlich. Ich lausche noch den Gesang der Vögel und genieße den Moment. Ich höre wie Legolas aufwacht und versucht so leise wie möglich aufzustehen. Er schleicht sich von hinten an mich heran und will mich erschrecken, doch als ich merke, das er direkt hinter mir steht drehe ich mich blitzschnell um.
"Buh!" sage ich und fange an zu lachen. Legolas zuckt zusammen und fängt dann ebenfalls an zu lachen. Als wir uns beruhigt haben fragt er.
"Wie hast du mich bemerkt?" Er schaut mich so süß an, dass ich schmunzeln muss.
"Ich habe gehört wie du dich bemüht hast leise aufzustehen und dich an mich heranzuschleichen" sage ich grinsend. Überrascht schaut er mich an.
"Was ist los?" frage ich und schaue ihn fragend an.
"Du hast mich wirklich gehört?" fragt er ungläubig.
"Ja, was ist denn so komisch daran?" frage ich ihn etwas verwirrt.
"Eigentlich nimmt das ein Elbenohr überhaupt nicht wahr. Denn ich war viel zu leise. Du hättest mich überhaupt nicht hören können" Jetzt bin ich vollkommen verwirrt. " Aber ich habe dich deutlich gehört"
"Du hast ein sehr gutes Gehör. Und du siehst sehr hübsch aus." sagt Legolas dann und hält mir deine Hand hin. Ich lege lächelnd meine rechte Hand in seine und er sieht auf das Band an meinem Handgelenk.
"Was ist das?" fragt er und sieht mich an. Erschrocken ziehe ich meine Hand zurück "Oh..Ähm...Garnichts"
Legolas sieht mich an "Das glaube ich dir nicht. Komm zeig es mir." Verzweifelt stottert ich vor mich hin "I..Ich kann nicht"
"Wieso nicht Meleth nîn? Du kannst mir alles sagen, das weißt du."
~Irgendjemandem muss ich es sagen. Ich halte das nicht aus. Ich kann Legolas nicht belügen. Das kann ich nicht.~
"In Ordnung... aber du musst versprechen es als Geheimnis zu wahren sonst.... sonst bin ich verloren..." sage ich leise.
"Liavenna. Du kannst mir vertrauen." sagt er und schaut mich liebevoll an.
"Ich weiß..." Ich und greife nach dem Band um meinem Handgelenk. Ich schaue ihn noch einmal an und seufze. Dann ziehe ich das Band von meinem Handgelenk hinunter und drehe meine Hand um, damit Legolas das Zeichen sehen kann. Als Legolas das Zeichen sieht, schaut er mich überrascht an.
"Du bist eine Gwâna" sagt er fassungslos und nimmt meine Hand.
"Legolas...Meine Mutter hat im Traum zu mir gesprochen und mir gesagt ich solle es als Geheimnis bewahren...Wer bin ich? Was ist eine Gwâna und wieso ich?" sage ich und lege meinen Kopf an seine Schulter.
"Liavenna... beruhige dich. Komm wir setzen und erst einmal" sagt er und wir gehen zum Bett. Wir setzen uns darauf und er legt mir seine Hände an die Arme.
"Eine Gwâna ist etwas ganz Besonders bei den Eldar. Sie ist die Wächterin der Elben und trägt eine große Verantwortung. Es gibt nicht viele von den Gwâna. Es heißt das sie besonderst gute Sinne haben und besondere Gaben besitzen. Deswegen konntest du mich hören. Deine Ohren nehmen die Geräusche viel stärker wahr als die der anderen Elben."
Ich lehne meinen Kopf an seine Schulter und schaue ins Leere. "Und was soll ich jetzt tun?" frage ich nach einiger Zeit.
"Ich denke vorerst nichts. Lass den Dingen ihren Lauf." Er streicht mir sanft übers Haar.
"Danke" sage ich leise und hebe meinen Kopf. Ich schaue ihm tief in die Augen und wir kommen uns näher. Unsere Lippen berühren sich und ich spüre ein leichtes Kribbeln. Wie schön es ist in seiner Nähe zu sein. Nach einer Weile lösen wir uns voneinander und schauen uns liebevoll an.
"Ich gehe mich dann umziehen ok?" sagt Legolas dann und streicht mir sanft über die Wange bevor er aufsteht und ins Badezimmer geht. Ich schaue ihm noch hinterher bis sich die Tür geschlossen hat und lasse mich dann seufzend in sein Kissen fallen.
♢Eldarhen♢
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Ich liebe Dich, Legolas
FanfictionLiavenna ist eine junge Waldelbin die alleine im Düsterwald wohnt. Eines Tages trifft sie jemanden, dem sie ihr Herz für Ewig schenken wird. Legolas Doch eines Tages erfährt sie wer sie wirklich ist. Nun liegt eine schwere Entscheidung vor ihr. Was...
