Saints

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«I wanna fall inside your ghost, and fill up every hole inside my mind, and I want everyone to know, that I am half a soul divided.»



«I've known you for some time, whole life changed while, bones like yours and mine, go dance in the woods and we go down.»

I've known you for some time. You never walked alone.

***


Cloverfield war ein düsterer Ort. Totes Laub und längst vergessene Schauergeschichten dunkler Tage in der Geschichte der Menschheit lagen unter einer matschigen Schicht Schnee begraben und fanden dort ihre letzte Ruhestätte. Körper, von Kanonen und Gewalt zerfressen schlummerten unter der frostigen Erde.

Gemeinsam mit Aimee, die mir stumm wie ein Schatten folgte, durchquerte ich die Pforte des Todes.

Ein Teil des Friedhofes war ein riesiges Arsenal, gefüllt mit weißen, unpersonifizierten Kreuzen. Eines glich dem anderen genau, Reihe um Reihe, mit exakt demselben Abstand nach vorne, hinten, rechts und links. Dieser Teil des verlassenen Geländes nannte sich „National Cemetery, Cloverfield Memorial" und war ein Militärfriedhof für Veteranen des ersten und zweiten Weltkrieges, sowie des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Der andere Teil des Geländes flachte leicht ab und wurde durch ein reich verziertes Tor von den namenlosen Helden, die für ihr Land gestorben waren getrennt. Dieser Teil beherbergte aufwendig geschmückte Grabsteine neureicher Schnösel, Präsidenten und anderen amerikanischen Berühmtheiten.

Ich hatte nie so ganz verstanden, weshalb Zayns Eltern ihren Sohn niemals über die Grenze Amerikas geholt und zurück zu sich Nachhause genommen hatten, doch es war ihre Entscheidung gewesen und ohne Frage war Zayn jemand gewesen, der diese letzte Ehre verdient hatte. Immerhin lag er nun zwischen einem Vizepräsidenten von Achtzehnhundertirgendwas und einem Offizier der Luftwaffe. Es hätte ihm sicher gefallen.

Ich brauchte lange, um sein Grab zu finden und als ich ihn endlich fand- zwischen Titeln und Auszeichnungen- ein schlichter, arabischer Name eines Jungen, der niemals ein Held hatte sein wollen, da zwang es mich beinahe in die Knie.

Ich atmete hastig, die kalte Luft brannte in meinen Lungen und schien diese nicht zu füllen. Ich rang mit mir und kam nicht umhin, darüber nachzudenken, was jemand wohl in fünfzig, hundert Jahren denken würde, wenn er zufällig über diesen Namen stolperte.

„Zain Javadd Malik, *12.01.1993; †16.07.2014"

Vermutlich würden sie Bedauern empfinden. „Armer Junge, nur einundzwanzig Jahre alt geworden, das ist viel zu früh, um zu sterben.", und sie würden dem vergilbten Stein einen letzten, unbehaglichen Blick zuwerfen und dann ihren Weg fortsetzen, ohne zu wissen, dass dieser Junge nicht hätte sterben müssen. Es war keine bewusste Entscheidung, wie die eines Soldaten, für sein Land sein Leben zu geben und es war auch kein tragischer Unfall. Es war etwas dazwischen- eine Art Affekthandlung und doch so unendlich viel mehr.

Ich sank in die Knie, die feuchte Erde zog in den Stoff meiner Jeans und machte ihn klamm und steif. Und ich wusste, dass Aimee da war, unmittelbar hinter mir, doch sie hielt sich im Schatten der Trauerweiden und gab mir Freiraum- ein kostbares Geschenk.

Da war sie nun, die letzte Station meiner Reise. Ich hatte gewusst, dass ich es nicht beenden würde können, ohne ihm noch einen letzten Besuch abgestattet zu haben, wie dem Rest der Jungs. Ich wollte mich verabschieden, doch es war schwer und ich redete mir ein, nur noch ein wenig mehr Zeit zu brauchen, aber ich log mich an, denn ich brauchte Ewigkeiten und ich konnte mich einfach nicht losreißen. Alle Zeit dieser Welt schien nicht genug.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Oct 21, 2016 ⏰

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